Lichtobjekte und Literatur St.Margarethen 28.August 2021

                                                                                                                                                                 Atelier Schau und Ausstellung von MANUTOBER und BRIGITTE WEILER mit Lesungen von LUITGARD EISENMEIER und PETER PESSL  in St. Margarethen im Burgenland am

verschoben auf Samstag 28. August 2021
Atelier Brigitte Weiler, 7062 St. Margarethen-Berg, Weinberggasse 1A

Der ungewöhnliche Bau des Ateliers der bildenden Künstlerin Brigitte Weiler bildet Raum für ein gemeinsames Projekt mit ihrer Kollegin Manu Tober zum Thema „Licht“. Die moderne Architektur des Hauses gründet auf einem 1936 für die Kaserne Oggau erbauten Wasserspeicher. Die umgebaute Schieberkammer nützt Brigitte Weiler als Druckwerkstatt für Radierung und Siebdruck und als Kursort im Bereich Papierschöpfen und Papierobjekte. In der Ausstellung zeigt sie Lichtobjekte und Gedanken zu Licht auf Stoffbahnen und Plexiglas. Lichtobjekte und Reflexionen darüber, was durch Licht entsteht, sind Inhalt der Ausstellung.

Manu Tober, die sich der „kunstvollen Erforschung, grenzenlosen Beflügelung und radikalen Bewahrung fantastischer Kosmen“ widmet, nimmt in einem Zyklus von 13 illuminierten Bildern Bezug auf die Geschichte: dem faschistischen Weltbild eines deutschen Atlas aus dem Jahr 1938 wird nicht nur Licht eingehaucht, sondern auch mit Übermalungen heftig widersprochen. Leidenschaftlich plädiert die Künstlerin für die Lernfähigkeit des Menschen und einen respektvollen Umgang im Miteinander und mit der Natur.

Die hierzu eingeladenen Autor*innen Luitgard Eisenmeier und Peter Pessl wuchsen im Wirtschaftswunderland West-Deutschland der Nachkriegsjahre auf. Ihr Schulatlas zeigte die Auswirkungen des nationalsozialistischen Erbes: die zerstörte Substanz alter Kultur, die Besatzungszonen und die Teilung des Landes in Ost und West. Dem Unbewussten der Kindheit folgt die Bewusstwerdung des Erwachsenwerdens. Geschichtsereignisse zu reflektierten, einzuordnen und durch „Überschreibungen“ sichtbar zu machen, ist eine der Aufgaben der Kunst.

Beide Autor*innen setzen sich intensiv mit fernen und fremden Ländern und Kulturen auseinander und leben heute in Österreich. Reisen nach Ägypten oder Indien und Tibet führten zu jenem bewusstseinserweiternden Weltbild, das Manu Tober anhand ihrer Atlasübermalungen einfordert: die kritische Auseinandersetzung mit Vorgaben, die Anverwandlung von „Fremdem“ und die Wertschätzung des Wunders Erde.

Die geltenden Corona-Regelungen zum Besuch der Veranstaltung werden im Juni aktualisiert.

Eintritt frei! Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Luitgard Eisenmeier ist bildende Künstlerin und beschäftigt sich neben dem bewohnbaren Gesamtkunstwerk PALAIS WILD (www.palaiswild.at) mit der Herstellung von Unikatbüchern, von denen einige präsentiert werden. Die gelesenen Texte stammen aus dem Buch “Melancholia”.

Luitgard Eisenmeier, geboren 1955, lebt und arbeitet in Wien und Blumau an der Wild / Niederösterreich. In den 1980ern Arbeit am Gesamtkunstwerk Jardin de Wiltz, Luxemburg. Längerer Aufenthalt in Ägypten, einem Land, das sie auch später immer wieder bereiste. Gründete und betreibt mit ihrem Mann seit 32 Jahren das CAFÉ NIL in Wien. Stellt mit eigenen und fremden Text- und Bildelementen Unikatbücher her. Wandelte ein ehemaliges Warenhaus im Waldviertel in ein bewohnbares Kunstwerk um, das jetzige PALAIS WILD und veranstaltet dort seit 2014 mit anderen Künstler*innen Ausstellungen, Lesungen, Erzählungen, Gartenevents und Performances.

Der Autor Peter Pessl verbindet in seiner konsequent schöpferischen Sprache das Wundersame mit dem Politischen, lässt weiters den Klang in die Sprache und das Zeichnen ins Schreiben einfließen. Vorgestellt wird sein Buch “Formiert aus Luft – Aufzeichnungen aus dem Himalaya”.

Peter Pessl, geboren 1963 in Frankfurt/Main, aufgewachsen in der Bundesrepublik und in Österreich, lebt in Wien und Markt Allhau. Freier Schriftsteller seit 1984, Radiokünstler, Zeichner. Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt: „Der Schwertkönig und die Biene“, Technyphion, mit zahlreichen Zeichnungen des Autors, Ritter-Verlag 2020zahlreicheHörspiele und experimentelle Radioarbeiten für den ORF und deutsche Rundfunkanstalten, zuletzt: „Die Tür in den Wäldern“, ORF Kunstradio 2021.

Literarisches Konzept: Beatrice Simonsen. Mit Unterstützung der Grazer Autorinnen Autorenversammlung – Burgenland.
Fotos v.o.n.u. © manutober und Brigitte Weiler, Luitgard Eisenmeier, Peter Pessl
Beitragsbild © manutober

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Kunstprojekt von Manu Tober und Brigitte Weiler
Mit den Autor*innen Luitgard Eisenmeier und Peter Pessl
Literaturkonzept: Beatrice Simonsen für Kunst und Literatur