Archiv April 2013

LITERATUR RAUM im BILDHAUERHAUS, Sonntag 7. April 2013

im Bildhauerhaus in St. Margarethen im Burgenland

Programm

Begrüßung der Bienen durch die LANDSCHAFTSIMKER

Hildegard Burgstaller und Fausto Delegà
Von ihnen erfahren wir über den Honig als „Schrift“, die von Landschaft erzählt.

Steinteppich und Klopfzeichen 

Die Autorin Ana Schoretits verbindet mit dem Bildhauerhaus nicht bloß die sichtbare Linie zwischen ihrem Zuhause in Zagersdorf und dem Steinbruch in St. Margarethen. Viele ihrer Texte spiegeln das Interesse für Kunst wider, auch ist sie eng mit den beiden Sprachen dieses Raumes – Kroatisch und Deutsch – verbunden. U.a. liest sie Texte aus ihrem neuesten Buch „Der letzte Mohikaner Pannoniens.“

Natur – Kultur – Beinvögel

Seit 40 Jahren ist der Autor Bodo Hell „ein Sammler des Realen da draußen und ein Sammler der Wörter hier drinnen, einer, der mit dem Wörtern aus dem Häuschen geht und uns gehen läßt“ (Zitat aus der aktuellen Publikation „Omnibus“ zum 70. Geburtstag von Bodo Hell). Spielerisch und streng zugleich ist die poetische Prosa des „Weltentzifferers“, der seine Texte in bewährter Manier liest /performt.

Musikalische Begleitung durch den Autor und Musiker Martin Kubaczek.

Literatur unter freiem Himmel, mit einer TEXTPERFORMANCE von Bodo Hell und Ana Schoretits zur Skulptur INNENEILTEINMANN von Gerhard Rühm.

DIE AUTOR_INNEN

Ana Schoretits

Die Autorin Ana Schoretits ist im burgenländischen Zagersdorf, unweit von St.Margarethen beheimatet. Über die Beschäftigung mit dem Ort ihrer Herkunft widmet sie ihr Schreiben Themen wie dem zweisprachigen, deutsch-kroatischen Aufwachsen und den Veränderungen, die sie im ländlichen Raum wahrnimmt. Gewitzt macht sie auf das Aufgesogenwerden der Jugend von der nahen Stadt Wien aufmerksam und warnt vor dem Verschwinden der kroatischen Kultur im Burgenland, indem sie auf den Roman des Amerikaners James Cooper „Der letzte Mohikaner“ anspielt.

Ana Schoretits hat wie viele Bewohner des nördlichen Burgenlandes das Treiben rund um den Steinbruch in St. Margarethen stets mit regem Interesse verfolgt. Für Karl Prantl, den sie persönlich kannte und schätzte, erinnert sie sich mit neuen Texten an die aktive Zeit der SteinbildhauerInnen. Der „Auftritt“ im Bildhauerhaus wird von ihren Erfahrungen, die sie während 30 Jahren als Leiterin einer kroatischsprachigen Theatergruppe gesammelt hat, geprägt.

Ana Schoretits
Ana Schoretits (Foto: Maria Anna Kuzmits)

Biografie Ana Schoretits

 

Bodo Hell

Der Autor Bodo Hell, dessen  70. Geburtstag im März dieses Jahres mit vielen Veranstaltungen gefeiert wird, breitet in seinem umfangreichen Werk nicht nur einen Schatz von Sagen und Legenden, volkskundlichen und kunsthistorischen Betrachtungen, bäuerlichen Weisheiten und Naturbeobachtungen aus – es ist eine beständige Achtsamkeit gegenüber seiner Umgebung, ein intensives Sammeln, ein poetisches Experimentieren und sprühende Mitteilsamkeit. Das Besondere an Bodo Hells Texten ist die Modernität, mit der er archaisches Wissen mit der Welt von heute zusammenführt. In allem was Bodo Hell seit vielen Jahren an Wissen um Kultur und Natur sammelt, liegt neben dem Vergnügen darin ein tiefer Respekt vor dem, was sich der Mensch über die Jahrhunderte an Bildern und Geschichten erschaffen hat.

Bodo Hells Beziehung zu den SteinbildhauerInnen von St. Margarethen rührt aus der Freundschaft mit Karl Prantl, als in den 1970er Jahren an einem Projekt gearbeitet wurde, den Wiener Stephansdom mit eigens dafür geschaffenen Steinplatten zu umgeben. Die Inspiration zu neuen Texten kommt aus der inneren Nähe zu den grandiosen Skulpturen, die seit nunmehr einem halben Jahrhundert den Hügel von St. Margarethen zur Besonderheit machen.

 

Bodo Hell
Bodo Hell mit einer Skulptur von Milena Lah (Foto: Andrea Nießner)

www.bodohell.at

 

MUSIK

MARTIN KUBACZEK

Der Wiener Schriftsteller und Musiker Martin Kubaczek, der derzeit an der Herausgabe seiner poetischen Japan-Texte arbeitet, kommentiert und begleitet die Textperformance der AutorInnen mit seiner Violine. Eine Vielzahl der Skulpturen auf dem Hügel wurden im Laufe der Jahre von japanischen Bildhauern geschaffen.

 

LANDSCHAFTSIMKER

HILDEGARD BURGSTALLER und FAUSTO DELEGÀ

Ab dem Frühling 2013 fliegen die Honigbienen der beiden Landschaftsimker über den Hügel von St. Margarethen. Dort wo Pflanzen und Skulpturen in Symbiose getreten sind, „die Steine Wurzeln geschlagen haben“ (Karl Prantl), geben uns die Bienen mit ihrer Anwesenheit und ihrem Honig einen weiteren Aspekt der Schönheit dieses Ortes.

Honig ist mit seiner Farbe, seinem Geruch, seinem Geschmack ein Spiegelbild der Landschaft. Honig – ein Produkt des Zusammenwirkens der natürlichen Gegebenheiten, wie Boden und Klima, der vorhandenen Pflanzen, der Biene und der ImkerIn – lässt uns die Landschaft mit allen unseren Sinnen wahrnehmen. Honig macht die Landschaft lesbar.

www.landschaftshonig.at