21. April 2024 Kunst und Literatur beim Symposion Lindabrunn

Sonntag, 21. April 2024 Beginn: 15 Uhr

KUNST UND LITERATUR beim SYMPOSION LINDABRUNN

Seit 2021 führen im Frühling Lesungen und Performances über die grüne Wiese zu den Kunstwerken des Symposions Lindabrunn. Die Autor*innen schöpfen aus der Synergie zwischen Kunst und Literatur und bringen eigene Interpretationen zum bildhauerischen Erbe dar. Dauer des Spaziergangs ca 1,5 Stunden. Ausklang mit Buffet im Vereinshaus des Symposions. Eintritt frei, Bücherkauf und Spenden gern gesehen. Ausgangspunkt für den Spaziergang: Parkplatz Hernsteiner Straße kurz nach Ortsende von Lindabrunn, Gemeinde Enzesfeld-Lindabrunn PLZ 2551.

Moderation, Führung zu den Kunstwerken: KORINNA LINDINGER und Lesungen von

EL AWADALLA zu Gerhard Class (1979)

„Der Zwerg mit den silbernen Rippen“. Die Lesung aus dem ersten Roman  – erschienen 2005 – der Autorin El Awadalla korrespondiert mit einer Skulptur des deutschen Bildhauers Gerhard Class, die sich als Sarkophag interpretieren ließe. In dem Roman, der in liebevoll-ironischer Manier die Stärken und Schwächen einer Dorfgemeinschaft im Nordburgenland zeichnet, entwickelt sich rund um das Verschwinden eines Mitbewohners wilder Tratsch und Klatsch, der im Lauf des Geschehens den Rang eines Mythos erreicht.

DAVID BRÖDERBAUER zu Doru Covrig (1979)

„Die Halbe Welt“. Ausschnitte aus dem 2023 erschienenen Roman von David Bröderbauer, in dem es um die Utopie eines zum Zweck des Naturschutzes geteilten Erdballs geht. Die Radikalität dieses Gedankens rüttelt ebenso auf wie gegenwärtige Aktionen rund um den Klimaschutz. Der ökologische Fußabdruck, den jede/r Einzelne von uns in der Welt hinterlässt, wird immer größer, solange der Mensch nicht auf die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen verzichtet. Die am Boden eingelassenen, riesenhaften Schuhabdrücke des rumänischen Bildhauers Doru Covrig scheinen einen solchen Gedanken zu illustrieren.

GABRIELE PETRICEK zur Gemeinschaftsarbeit „Mauer“ (1979)

Die Fortschreibung ihres Textes „Des Unterbrechens Sinn ist das Weiterführen“ zum Land Art-Werk „Japanische Linie“ für den Literatur Raum im Bildhauerhaus in St. Margarethen nimmt jene Verbindung wieder auf, welche die internationalen Künstler*innen des Lindabrunner Symposions mit der Gemeinschaftsarbeit „Mauer“ suchten. Die „Mauer“ weist in Richtung Burgenland, wo das 1959 von Karl Prantl gegründete Symposion Europäischer Bildhauer Vorbild war.

BEATRICE SIMONSEN zur Gemeinschaftsarbeit „Gesteinsformation“ (1976)

Die aktuelle Erzählung „Im Fluss“ von Beatrice Simonsen interpretiert die Gemeinschaftsarbeit der drei Bildhauer Hiromi Akiyama (JP), Gerhard Class (D) und Adolf Ryszka (PL) auf ganz persönliche Art und Weise. Die von den Bildhauern geschaffene Gesteinsformation lädt wie ein freigelegter Fluss zu einer Bootsfahrt ein. Während das Boot seine einträchtige Mannschaft durch die steinernen Wellen trägt, philosophiert diese über Zeit und Traum. 

Biographien der Mitwirkenden:

El Awadalla, geb. 1956 in Nickelsdorf. Dialektgedichte und Poetry Slams. Zahlreiche Bücher, u. a.: Seawas, bist a krank? / Tiefe und tiefgründige Dialoge im Krankenhaus, Milena Verlag, Wien 2014, Seawas, Grüssi, Salamaleikum / Tiefe und tiefgründige Dialoge in der U-Bahn. Milena Verlag 2012, dort und da – oder: wie klein die welt ist. (Mit Fotos von Luca Faccio), Sisyphus Verlag.  „good luck – good bye“ (2018), „Zu viele Putzfrauen“, 2020, Milena Verlag.

David Bröderbauer, geboren 1981 in Zwettl. Studium der Biologie, Forschungsreisen nach Costa Rica und China. Absolvent der Leondinger Akademie für Literatur. Die Romane Wolfssteig(2019), Waltauchen(2020) und Die Halbe Welt(2023) sind alle im Milena Verlag erschienen. Träger des Heinrich-Gleißner-Förderpreises 2019.

Korinna Lindinger lebt als Soziologin, Künstlerin und Kuratorin in Wien. Sie forscht und lehrt an der Universität für angewandte Kunst Wien und der TU Wien zu Raum und sozialer Ungleichheit sowie interdisziplinären und spielerischen Ansätzen in Kunst und Empirie. Seit 2020 ist sie Teil der künstlerischen Leitung am Symposion Lindabrunn.

Gabriele Petricek, Krems → Wien. Zuletzt: „Die Unerreichbarkeit von Innsbruck“ (2018) und „Am Ufer meines Setzkastens“(2021) bei Sonderzahl. „PASSAGES: Crossings Borders Openings, In Conversation with Austrian Writers, The Austrian-American Podium Dialog“, Hg. mit Margarete Lamb-Faffelberger (Peter Lang, New York, 2022). Übersetzungen ins Amerikanische, Englische, Bulgarische, Hindi. Writer-in-Residence in den USA, Großbritannien, Slowenien, Italien. Veranstalterin von LITERATUR AM STEG an der Alten Donau (2014 – 2019), Co-Veranstalterin des Austrian-American Podium Dialog in Easton, PA (2013, 2015, 2018). 

Beatrice Simonsen lebt als Autorin und Kulturvermittlerin in Wien. Konzipiert und organisiert seit 2013 intermediale, synergetische Veranstaltungen. Literarische Publikationen in Anthologien, Kunstbüchern und im Hörfunk. Zuletzt: Kunst und Literatur. Der Literatur Raum im Bildhauerhaus in St. Margarethen im Burgenland(HG., 2019), Der Himmel bis zur Erde(Erzählungen, 2022). Sie ist Teil des Wiener Autorinnen-Kollektivs „Die Seefrauen“. 

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Eine Veranstaltung von Kunst und Literatur mit dem Verein Symposion Lindabrunn und der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.
Konzept, Organisation: Beatrice Simonsen

Foto © Dirk Simonsen: Symposion Lindabrunn