25. Mai 2019 Autor_innen zu Gast bei Künstler_innen

 

Tag der Offenen Ateliers, Samstag, 25. Mai 2019, 14 – 18 Uhr

BEGEGNUNGEN / „Zwischen den Zeilen

SchriftstellerInnen zu Gast bei KünstlerInnen

Friedrichshof, Römerstraße 7, 2424 Zurndorf

Anlässlich der Tage der Offenen Ateliers treffen drei AutorInnen der Grazer AutorInnenversammlung – Gerhard Altmann, Karin Ivancsics, Beatrice Simonsen – auf die bildenden KünstlerInnen
Josef Danner, Marina Horvath und Terese Schulmeister

Ein Projekt der GAV Burgenland, mit Unterstützung der Kulturabteilung des Landes Burgenland; Koordination: Karin Ivancsics für die GAV. www.karinivancsics.at

“Intention/zum Projekt – Unter den Gründungsmitgliedern der Grazer Autorinnen Autorenversammlung fanden sich neben Friedrich Achleitner, Tone Fink, Valie Export und Hermann Nitsch auch Otto Mühl. (Unter den AutorInnen u. a. H. C. Artmann, Ernst Jandl, Elfriede Gerstl, Barbara Frischmuth, Friederike Mayröcker, Wolfgang Bauer …) Seit ihrem Bestehen hat es sich die GAV zur Aufgabe gemacht, einerseits die Verständigung und Kooperation von AutorInnen und KünstlerInnen zu fördern und andererseits Strömungen und Verfahrensweisen Raum zu geben und Beachtung zu schenken, die sich abseits des großen Marktes finden. Sie fördert ihre Mitglieder sowohl ideell, indem sie sie in ihren kulturpolitischen Anliegen unterstützt als auch materiell, indem sie Veranstaltungen organisiert und Honorare zur Verfügung stellt. Es geht u. a. um Verknüpfung und Auseinandersetzung mit anderen Künsten und Medien, gattungsüberschreitendes Arbeiten und interaktive Kommunikation.” (Karin Ivancsics)

BEGEGNUNGEN / „Zwischen den Zeilen“
Die Begegnungen finden sowohl zwischen AutorInnen und KünstlerInnen,
in Worten, Bildern und Werken unterschiedlicher Genres, als auch zwischen Publikum und Kreativen, in Lesungen und Gesprächen, statt.

14 Uhr Atelier MARINA HORVATH
In der Reihe „Zwischen den Zeilen“ wird es ein Werkstattgespräch mit Marina Horvath und Gerhard Altmann geben, der sich mit Marinas Arbeiten auseinandergesetzt und Texte dazu verfasst hat. Moderation: Karin Ivancsics. Darüber hinaus wird Gerhard Altmann aus seinem neuen Gedichtband „mit mir umarmt dich das meer“ (Frühjahr 2019, lex liszt 12) lesen.

15 Uhr 30 Atelier TERESE SCHULMEISTER
Welcome Performance und Malerei: Terese Schulmeister
Lesung: Beatrice Simonsen
Special guest: Wolfgang Capellari – “Dünen” – Malerei, Musik

Die innere Verbindung zur bildenden Kunst speist sich für Beatrice Simonsen aus verschiedenen Quellen, dem  Studium der Kunstgeschichte, der Tätigkeit als enge Mitarbeiterin der Galeristin Grita Insam in den 1980er Jahren … Aus der bleibenden Neigung zur Kunst und der Beschäftigung mit Literatur als Kritikerin entwickelte sich die Idee, synergetisch wirkende Veranstaltungen zu „Kunst und Literatur“ zu konzipieren. Als Autorin widmet sie sich immer wieder dem Schreiben zu/über Kunst, u.a. über jene Bildhauerinnen, die an den Internationalen Bildhauersymposien der 1960/70er Jahre in St. Margarethen teilnahmen – der Müttergeneration aktueller Künstlerinnen wie Terese Schulmeister, die meint: „Malerei zieht ihre Spuren als Linien und Farben durch Seelen- und Körperlandschaften. Innen- und Außenwelt verschmelzen, zeitlos. Darstellungen von Menschen faszinieren mich, Transparenz des Malprozesses auch inhaltlich: die Masken enthüllen, um Freiheit, Energie und Lebensfreude sichtbar zu machen.”

17 Uhr Atelier JOSEF DANNER
Karin Ivancsics, aufgewachsen im Nachbarort Deutsch Jahrndorf, und Josef Danner, gebürtiger Niederösterreicher, kennen einander aus den 1990er Jahren und haben eine Zeitlang sogar als Nachbarn in Wien gewohnt, lange Diskussionsabende waren keine Seltenheit. Was hat sich inzwischen bei beiden getan? Wo gibt es Verbindungen? Karin Ivancsics liest aus ihrem jüngsten Roman „Die Gastgeberin“ – die Erzählerin ist Malerin und gibt Kurse an einer Volkshochschule; abends empfängt sie in ihrem Salon verstorbene KünstlerInnen und tauscht sich mit ihnen aus. Josef Danner zeigt Aphorismen und Statements aus seinem – immer noch sehr aktuellen – Werk „Fragmentarischer Bericht aus Monopolyland“ von 1992/93 und  eine Beamer -Projektion der ARGE einwandaufbruch (Heide Aufgewekt, Josef Danner, Georg Lebzelter).

Beitragsbild © Burgenländische Akazien von Dirk Simonsen,  Bild oben © “Frauenrunde” von Terese Schulmeister www.tereseschulmeister.at

Fotos der Veranstaltungen vor und im Atelier von Marina Horvath © Paul Ritter, andere © Dirk Simonsen

Kunstgeschichten auf Ö1 – ORF

In der Serie “Kunstgeschichten” auf Ö1-ORF  wurde am 19. Mai 2019 eine Erzählung der Autorin Gabriele Petricek über die Skulpturengruppe “Cielo, terra e uomo” von Kengiro Azuma in St. Margarethen im Burgenland – ein Werk aus der Zeit des Symposions Europäischer Bildhauer 1971 – gesendet. Sprecherin: Silvia Meisterle. Die Fotografie von Dirk Simonsen entstand anlässlich der Lesung von Gabriele Petricek beim LITERATUR RAUM im BILDHAUERHAUS im August 2013 zum Thema “Literary Crossover”.

5. Mai 2019 Politik in Kunst und Literatur

POLITIK IN KUNST UND LITERATUR

Sonntag, 5. Mai 2019

der TRU von ULRIKE TRUGER in Buchschachen / Markt Allhau im Burgenland
7411 Buchschachen, Trulitsch 22  www.ulriketruger.at

ATELIER-SCHAU der Bildhauerin ULRIKE TRUGER

 LITERATURPROGRAMM mit Lesungen und Diskussionsrunde 

mit SABINE GRUBER, CORNELIUS HELL,
MICHAL HVORECKY und KATHARINA TIWALD

Musikalische Interventionen mit Musik von Georg Philipp Telemann, Yoshihisa Taira und NELLY LI PUMA
mit den Flötistinnen EVAMARIA FELDER und VANESSA GASSER

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Ulrike Truger: “der TRU ist der gemeinsame nenner von TRUGER und TRULITSCH (name des weilers), aber auch ein bekenntnis zur realität, zur sichtbaren, greifbaren wahrheit, im gegensatz zur virtuellen und flüchtigen (schein)welt.
ich habe das ehemalige gasthaus aus den 1970er jahren neben meinem arkadenhof 2011 erworben und behutsam transformiert.
die großplastik TRU im außenraum ist aus den lüftungsrohren des gasthauses konstruiert und symbolisiert die verwandlung vom alten zum neuen, vom gasthaus zum atelierhaus.”

Der Literaturkritiker, Übersetzer und Essayist Cornelius Hell führte durch das Literaturprogramm und leitete die Diskussionrunde zum Thema “Politik in Kunst und Literatur”.

Katharina Tiwald las Ausschnitte aus ihrem aktuellen Theatermonolog „Marinas letzte Briefe“, einer Produktion für das Theater Drachengasse, die im April und Mai 2019 uraufgeführt wurde. Dabei ging es um die letzte Nacht der russischen Dichterin Marina Zwetajewa (1892 – 1941), die während des Stalinistischen Schreckensregimes einen Überlebenskampf führte, dem sie ein Ende setzte, indem sie freiwillig aus dem Leben schied.

Weiters zu Gast war Michal Hvorecky aus Bratislavader uns seinen neuen Roman „Troll“ vorstellte: “Osteuropa in naher Zukunft. Ein Heer aus Trollen beherrscht das Internet, kommentiert und hetzt. Zwei Freunde entwickeln immer stärkere Zweifel und beschließen, das System von innen heraus zu stören. Dabei geraten sie selbst in die Unkontrollierbarkeit der Netzwelt – und an die Grenzen ihres gegenseitigen Vertrauens.” (Verlag Klett Cotta)

Die Südtiroler Autorin Sabine Gruber las aus “Daldossi oder Das Leben des Augenblicks”: “Tschetschenien, der Irak oder Afghanistan. Es gibt kaum einen Kriegsschauplatz, an dem Bruno Daldossi nicht fotografiert hat. Jetzt ist er sechzig und versucht den Absprung in Beziehung und Privatleben, doch die Bilder von toten Kindern, trauernden Angehörigen und Verstümmelten in Ruinen lassen ihn nicht los. (…) Das Buch schaffte auf Anhieb den Sprung an die Spitze der ORF-Bestenliste, und auch das deutsche Feuilleton sprach von einem der besten Romane dieses Sommers.” (ORF Oe1)

Cornelius Hell las aus seiner brandneuen Sammlung von dreißig Biografien von Meister Eckart bis Elfriede Gerstl. „Ohne Lesen wäre das Leben ein Irrtum“ ist nicht nur eine Liebeserklärung an das Lesen, sondern beschäftigt sich auch mit der religiösen und politischen Haltung von Autor_innen.

Das Programm spannte einen Bogen von historischen Beispielen bis hin zu aktuellen gesellschaftspolitischen Phänomenen, die von den Autor_innen – und genauso von der Bildhauerin Ulrike Truger – aufgegriffen und kritisch bearbeitet werden. Inhalt des Round Table Gesprächs war die künstlerische Vermittlung politischer Haltung.

Zeitgenössische Musik aufzuführen ist Teil des Konzepts von “Kunst und Literatur”, da es um die Förderung aller aktuellen künstlerischen Entwicklungen geht. Die Komposition “Gundula’s Duets” der in Buchschachen zu Gast weilenden italienischen Musikerin Nelly Li Puma wurde von den jungen Flötistinnen Evamaria Felder und Vanessa Gasser ebenso perfekt interpretiert wie das Flötenstück des Japaners Yoshihisa Taira – eine packende Kampfszene mit zwei Querflöten. Die Vorläufer der Eisheiligen, die Schnee und Sturm brachten, förderten die konzentrierte Stimmung rund um zwei befeuerte Öfen, heiße Suppen, spannende Lesungen und eine engagierte Diskussion. Man freue sich über dieses besondere Kulturangebot mitten auf dem Land, ließen die Gäste wissen, und dass man gern wiederkommen werde.

Mit freundlicher Unterstützung von BKA Sektion Kunst, der Kulturabteilung des Landes Burgenland, der Gemeinde Markt Allhau-Buchschachen, der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und dem P.E.N. Club Burgenland.

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Ulrike Truger, geboren am 16.10.1948 in Hartberg/Stmk., erhielt 1975 ihr Diplom für Bildhauerei an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Seither freischaffend als Bildhauerin tätig, lebt in Wien und Buchschachen/Bgld. Foto © Didi Sattmann

Ausstellungen (aktuelle Auswahl)
2000 Ausstellung im Hager-Fikir-Theater in Adis Abeba, im Rahmen der österreichischen Kulturwoche in Adis Abeba, Äthiopien
2002 “stein leben”, Wiener Neustadt – Hauptplatz, Kirche St.Peter a.d. Sperr (P)
2008 “stein.”, Künstlerhaus, Wien (P)
2008 Plakataktion “Dorferneuerung”, Oberwart / Entwurf zur Umgestaltung des “Anschlussdenkmals” in Oberschützen
2008 “stein.”, Burgenländische Landesgalerie und Lisztzentrum Raiding (P)
2010-2011 “I Romni”, Parlament Wien
2014 Erinnern, Stadtmuseum St. Pölten, DOK Niederösterreich
2015 x-art Festival, Burgenländische Landesgalerie, Projektraum
(P) = Personale

Preise und Auszeichnungen (aktuelle Auswahl)
2002 Kunstpreis der Theodor Kery-Stiftung
2002 Liesl Bareuther-Preis der Gesellschaft Bildender Künstler Österreichs
2011 Ehrenmitgliedschaft der Akademie für Skulptur in Peking
2012 Verleihung des Berufstitels Professorin
2014 Kunstpreis des Österreichischen Frauenringes

Kunst im öffentlichen Raum (aktuelle Auswahl)
2000 Wien, Burgtheater: “Wächterin”, Carrara/Statuario Marmor (1986-1988)
2001-2005 Wien, Karlsplatz: “Elisabeth”, Carrara/Statuario Marmor (1998/1999)
2001 Oberwart, Stadtpark: “Aufbruch”, Krastaler Marmor, “Große Liege”, Serpentin Tauerngrün
2003 Wien, Staatsoper (Oktober), Museumsquartier-Mariahilferstraße (Dezember, bleibend): “MARCUS-OMOFUMA-STEIN”, Afrikanischer Granit
2005 Wien, Lainzer Tiergarten, Hermes Villa: “Elisabeth”, Carrara/Statuario Marmor (1998/1999) – vormals Wien, Karlsplatz
2008 Raiding, Lisztzentrum: “Großer Schritt”
2009-2011 Wien, Karlsplatz, Nähe Künstlerhaus: “GIGANT – Mensch Macht Würde”, Carrara-Statuario-Marmor

Funktionen (Auswahl)
2000 Österreichische Kulturwoche in Adis Abbeba, Leitung des Bildhauer Workshops
2003 Internationales Symposium Pazardjik, Bulgarien
2007-2008 Vizepräsidentin des Wiener Künstlerhauses
2009/10 Gastprofessur am Institut für Interventionsforschung an der Alpen Adria Universität Klagenfurt
Wintersemenster 2009/10. Beitrag “Ulrike Truger lehrt Intervention im öffentlichen Raum”
2012 Botschafterin für Bildende Kunst der Initiative Kunst hat Recht

Die Autor_innen:

Sabine Gruber, geboren 1963 in Meran (Italien). Studium der Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft in Innsbruck und Wien. Lebt in Wien. Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt: Veza-Canetti-Preis der Stadt Wien, Österreichischer Kunstpreis für Literatur 2016. Zuletzt erschienen: „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ Roman C.H.Beck 2016, dtv 2018; im Oktober 2018 erschien der bibliophile Gedichtband „Am Abgrund und im Himmel zuhause“ bei Haymon. www.sabinegruber.at Foto © Lorenz Brugger

Cornelius Hell, geboren 1956 in Salzburg, lebt seit 1993 als Autor, Übersetzer und Literaturkritiker in Wien. Publikationen u. a. über E. M. Cioran, Thomas Bernhard, Imre Kertész, Milo Dor und Peter Henisch; über 300 Sendung für den ORF und den Bayerischen Rundfunk; zahlreiche Übersetzungen aus dem Litauischen (Prosa, Lyrik und Drama), zuletzt der Roman „Das Blut ist blau“ von Undinė Radzevičiūtė (Residenz Verlag2019). Im Picus Verlag erschienen die Bücher „Lesereise Budapest. Der frivole Charme der Brückenstadt“ (2012) und „Lesereise Ungarn. Donaublick und Pusztatraum“ (2013). Jüngste Publikation: „Ohne Lesen wäre das Leben ein Irrtum. Streifzüge durch die Literatur von Meister Eckhart bis Elfriede Gerstl“ (Sonderzahl Verlag 2019). Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung 2018.

Michal Hvorecky, geboren 1976, lebt in Bratislava. Auf Deutsch erschienen bereits drei seiner Romane und eine Novelle. Hvorecky verfasst regelmäßig Beiträge für die FAZ, die ZEIT und zahlreiche Zeitschriften. In seiner Heimat engagiert er sich für den Schutz der Pressefreiheit und gegen antidemokratische Entwicklungen. Zuletzt erschien sein Roman “Troll” 2018 bei Klett-Cotta.
Foto © Nora & Jakub


Katharina Tiwald, 
geboren 1979 in Wr. Neustadt, aufgewachsen im Burgenland. Studierte Linguistik und Russisch in Wien, St. Petersburg und Glasgow. Veröffentlichungen seit 2005 in den Bereichen Roman, Lyrik, Reiseessayistik und Herausgeberschaft. Im Theaterbereich zuletzt: das Politstück „Stalins Heiliger“ (2014) und die beiden auf found footage basierenden Klang- und Radiostücke „Die Kümmerinnen in: Leuchtkraftformel“ (2014) und „Mann Ohr Mann! Ein Geschlecht wird belauscht“ (2015), alle im Theater Drachengasse. Seit 2013 Vorsitzende des burgenländischen PEN-Clubs.
Foto © Dessislaw Pajakoff

Die Musikerinnen:

Nelly Li Puma wurde in Sizilien geboren. Klavierstudium am Conservatorio Vincenzo Bellini in Catania. Sie schloss dieses Studium mit Auszeichnung ab.
Tätigkeit an der Musikhochschule Köln als Korrepetitorin. Gesangsstudium am Wiener Diözesankonservatorium für Kirchenmusik Wien. Engagements in Schweden als Dirigentin sowie Zusammenarbeit mit Maestro Giovanni Impellizzeri. Lehrtätigkeit bzw. Dirigierkurse gemeinsam mit Anders Eby und Gary Graden an der Royal Academy of Music in Stockholm und mit Simon Carrington in Italien. Publikationen eigener Kompositionen sowie CD Aufnahmen. Zahlreiche internationale Chorprojekte sowie Konzerte als Pianistin, Komponistin und Dirigentin. www.nellylipuma.com

“Gundula’s duets, Duette für 2 Flöten, gehören zu meinen ersten Wiener Werken. Gundula, Flötistin und Theologin, beauftragte mich mit diesen Arbeiten. Vor Beginn der Komposition widmete ich mich dem Studium und der Analyse der Barockliteratur für zwei Flöten und, insbesondere, den Werken von Wilhelm Friedemann Bach. Die Duette wurden im Februar, dem Karnevalsmonat, komponiert. Daher wurde das letzte Duett – Nr. 6 – von dem wundervollen venezianischen Karneval inspiriert: ein Fluss von Masken und Tänzen, die unaufhörlich aufeinander folgen und überlappen, verspielt in einem Fluss von Stimmungen und Farben.” (Nelly Li Puma)

Evamaria Felder, geboren 1994, aus Schüpfheim (Luzern, Schweiz) spielt seit ihrem achten Lebensjahr Flöte. Im Sommer 2018 beendete sie ihr Bachelorstudium an der Hochschule für Musik in Luzern. Zurzeit befindet sie sich im Studium Konzertfach Flöte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (MdW) in der Klasse von Hansgeorg Schmeiser. Sehr am Herzen liegt ihr das Trio di Gioia, welches seit 2014 besteht und jährlich zwei Konzertprogramme einstudiert und mit Künstlern aus anderen Bereichen zusammenarbeitet. Ausserdem ist sie Mitbegründerin der Musik-Theater-Improvisations Gruppe „TaTa Theater“ und gibt regelmässig Konzerte im In- und Ausland.


Vanessa Gasser
, erhielt ihren ersten Querflötenunterricht an der Musikschule Dornbirn bei Firouzeh Taghadossi-Navai. Von 2013 bis 2016 besuchte sie das Musikgymnasium Feldkirch und studierte dort Flöte in der Klasse von Eugen Bertel. Seit 2016 studiert sie Konzertfach Flöte und seit 2018 Instrumentalpädagogik Flöte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Hansgeorg Schmeiser.

Fotos: Beitragsbild © Didi Sattmann, Fotogalerie © Dirk Simonsen

Jenö Takács Literatur Preis

Jenő Takács LITERATUR-PREIS

gestiftet von der Marktgemeinde Siegendorf  

offen für alle Literatursparten

Zum Andenken an den aus Siegendorf stammenden Komponisten Jenő Takács (1902 – 2005) werden seit 2013 einmal jährlich Konzerte und Lesungen in seiner burgenländischen Heimatgemeinde abgehalten. Nun stiftet der Bürgermeister Mag. Rainer Porics auf Initiative von Beatrice Simonsen einen Literaturpreis. Gefragt sind Kurztexte aller Art (Dramolett, Prosa, Lyrik, Experimentelles), die sich mit der Person und / oder der Musik von Jenö Takács, der sich als Musikethnologe, Pianist und Komponist in die Musikgeschichte eingeschrieben hat, auseinandersetzen. Im Sinne des „pannonischen“ und als besonders humorvoll bekannten Musikers werden auch solche Texte bevorzugt.

Umfang: bis zu 7 DIN A 4 Seiten – (Lesezeit: längstens 15 Minuten).

Einsendungen: auf Papier (4-fach) bis 31. Oktober 2019 (Poststempel) an Beatrice Simonsen, Rechte Bahngasse 30/5, 1030 Wien. Bitte Kontaktdaten und Kurzbiografie (1-fach) gesondert beilegen.

Alle eingesandten Texte werden einer vierköpfigen Jury vorgelegt.

Preis: Für den Gewinner-Text sind 500 Euro ausgeschrieben. Die Lesung des Texts erfolgt beim Takács-Konzert (voraussichtlich im Frühjahr) 2020 in Siegendorf. Der/die Gewinner/in wird im Februar 2020 informiert.

Weitere Informationen zu den bisherigen Konzerten und Lesungen gibt es unter dem Link Archiv-Veranstaltungen.

11. April 2019 Jenő Takács Konzert und Lesung in Siegendorf

 

KONZERT UND LESUNG IM KASTELL

Klavier-Erlebnisse für 1, 2, 3, 4 Hände : “Vor, nach und von JENÖ TAKÁCS”
mit ASTRID SPITZNAGEL & ROBERT LEHRBAUMER
Originelles, Witziges, Stimmungsvolles von Schubert, Strawinsky, Takács, Spitznagel u.a. mit einer Lesung von BEATRICE SIMONSEN
Donnerstag, 11. April 2019
Beginn 19.00 Uhr: KUZ im Rathaus, Rathausplatz 1, 7011 Siegendorf
Begrüßung: Bürgermeister Mag. Rainer Porics

Konzert:

Die nunmehr vierte Veranstaltung in Serie zum Andenken an den Komponisten Jenö Takács in seiner Heimatgemeinde brachte auch diesmal wieder Prof. Robert Lehrbaumer nach Siegendorf. In seinem neuen Programm erfuhren die Kompositionen des Musikers eine charmante verbale Vermittlung, ebenso wie die fesselnde Interpretation am Klavier. Robert Lehrbaumer versteht es, nicht nur historische Musikbezüge herzustellen, sondern unterhaltsam im besten Sinn zu moderieren und sein Publikum für Musik im Allgemeinen und Jenö Takács im Besonderen zu begeistern. Der Wiener Pianist versprach Originelles, Witziges, Stimmungsvolles – und hielt es auch! Bei den Klavier-Erlebnissen für 1,2,3,4 Hände wurde er von der vielseitigen Musikerin Astrid Spitznagel aufs Allerbeste unterstützt und es gab die Gelegenheit, sie nicht nur als Interpretin, sondern auch als Komponistin kennenzulernen.

Lesung:

Auch der literarische Beitrag zum Konzert von Beatrice Simonsen wurde von Humor getragen. In ihrer Erzählung “Annas Kur” wird die Hauptfigur im ironischen Widerspruch zwischen konventionellen Erwartungen und persönlichen Bedürfnissen auf Sinnsuche geschickt. Überraschende Begegnungen mit Persönlichkeiten aus der Film- und Musikwelt bringen Anna schließlich auf die richtige Spur.

Beim anschließenden Ausklang bei Buffet und Wein fanden Publikum und Künstler_innen wie immer in feiner Atmosphäre zueinander und gedachten dem Spiritus rector der Veranstaltung: Jenö Takács.

Eine Kooperation von Kunst und Literatur mit der Jenő Takács Stiftung und der Marktgemeinde Siegendorf. Mit freundlicher Unterstützung des Klavierhauses Gustav Ignaz Stingl (Wien).
Wir danken Prof. Robert Lehrbaumer und Astrid Spitznagel für ihre Auftritte!
Idee/Konzept/Organisation: Beatrice Simonsen

Jenő Takács wurde am 25. September 1902 in Cinvalva (heute: Siegendorf), Komitat Sopron (Ödenburg), Österreich-Ungarn geboren und starb am 14. November 2005 in Eisenstadt. Er war ein pannonischer Komponist, Pianist, Musikethnologe und Pädagoge, den man auch als „arabischer Bartók“ bezeichnete. Er war viele Jahre als Professor am College-Conservatory of Music in Cincinnati in Ohio tätig und lebte im Alter wieder in seiner Heimat in Siegendorf. Siehe auch www.takacsjeno.com.

Die Interpreten:

Astrid Spitznagel, geboren in Niederösterreich, mit vier Jahren erster Klavierunterricht, ab dem 9. Lebensjahr Violinunterricht, ab dem 16.Lebensjahr Flöte als Autodidaktin. Ab 1972 Klavier bei Dieter Weber in Wien.

Ab 1976 Studium an der Hochschule (heute Universität) für Musik und Darstellende Kunst in Wien: Klavier Konzertfach, Klavier Kammermusik (Diplom 1982), Flöte Konzertfach (1987 Diplom mit einstimmiger Auszeichnung und Würdigungspreis des Österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung), Cembalo Konzertfach und Musikpädagogik (1980 Lehramt mit
einstimmiger Auszeichnung und Würdigungspreis des Österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, Lehrbefähigung für Flöte mit Auszeichnung).
Seit 1983 Korrepetitorin an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien.

Als Pianistin, Cembalistin und Flötistin zahlreiche Auftritte in Europa, Japan Korea, Taiwan, USA und Kanada. CD- und Rundfunkaufnahmen sowie internationale TV-Auftritte.

Komponistin von Orchester-, Kammer-, Film- und Kirchenmusik, Liedern und Instrumentalwerken, welche bislang in Europa, USA, Kanada, China, Brasilien, Mexico, Chile, Japan, Korea und Taiwan zur Aufführung gelangt sind und bei mvam, Edition Thurnhof und EHW verlegt werden. Zu den Interpreten bzw. Widmungsträgern ihrer Werke zählen u.a. Carole Dawn Reinhart, Siegfried Führlinger, Robert Lehrbaumer, Meininger Trio, Radio Symphonie Orchester Bukarest
und Opern-Philharmonische Gesellschaft Varna.
Über ihr “Pezzo Pazzo” für Trompete und Klavier wurden bisher zwei wissenschaftliche Arbeiten verfaßt.

Robert Lehrbaumer wurde in Wien geboren und war Mitglied der Mozart-Sängerknaben. Er begann schon als Neunjähriger seine Pianistenlaufbahn, später trat er auch als Konzertorganist und Dirigent regelmäßig auf und ist heute in nahezu allen Ländern und Hauptstädten Europas, in Nord-, Mittel- und Südamerika, Afrika sowie im Nahen und Fernen Osten in berühmten Häusern (Wiener Musikverein und Konzerthaus, Carnegie-Hall New York, Suntory Hall Tokyo etc.) zu Gast.

Seine Ausbildung erfolgte an der Wiener Musikhochschule (heutige Musikuniversität) bei den Professoren G. Schwarbauer, H. Schwertmann, H. Medjimorec (Klavier Konzertfach), Dr. R. Scholz (Orgel Konzertfach), O. Suitner (Dirigieren) und Th. Chr. David (Tonsatz/Komposition).

Es folgten Auftritte mit den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, den Niederösterreichischen Tonkünstlern, dem Mozarteum Orchester Salzburg, der Camerata Salzburg und vielen anderen Klangkörpern, unter Dirigenten wie Claudio Abbado, André Previn, Yehudi Menuhin u.v.m. Neben der solistischen Konzerttätigkeit arbeitete er vor allem mit Walter Berry und Angelika Kirchschlager sowie mit Anton Dermota, Philippe Entremont, Adrian Eröd, Friedrich Gulda, Michael Heltau, Helmut Lohner, Elfriede Ott, Erika Pluhar, Ildiko Raimondi, Wolfgang Schneiderhan, Bo Skovhus u.v.a. sowie mit vielen prominenten Ensembles zusammen.

Zudem widmete er sich auch Ur- und Erstaufführungen mit Werken von Gottfried von Einem, Jenö Takács, Robert Schollum, Helmut Eder, György Kurtág, Ivan Eröd, Astrid Spitznagel u.a. und ist außerdem unterrichtend tätig.

Lesung:

Beatrice Simonsen, geboren in Wien, lebt und arbeitet in Wien und im Burgenland. Literaturkritikerin, Herausgeberin (Grenzräume. Eine literarische Landkarte Südtirols 2005 und Grenzräume. Eine literarische Spurensuche im Burgenland 2015), Kulturvermittlerin (Konzipierung und Organisation von Projekten im Zusammenspiel von „Kunst und Literatur“. Seit 2015 mehrere literarische Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.

Foto Jenő Takács © Jenő Takács Stiftung, Foto Astrid Spitznagel © Dieter Schewig, Fotos Robert Lehrbaumer und Beatrice Simonsen © Dirk Simonsen

Lesung von “Annas Kur” im Radio FRO

SEITWÄRTS: [POETOLOGISCHE ORTUNGEN] eine Sendung von Wally Rettenbacher

ao anh, annas kur und die gastgeberin

Gleich 3 Gäste begrüßt Wally Rettenbacher in dieser Ausgabe von seitwärts: [poetologische ortungen]…. Hier geht es zur Sendung im RADIO FRO

Klaus Haberl liest aus seinem Gedichtzyklus „Ao Anh“ über eine Reise durch Vietnam und betrachtet die „dunklen Altäre der Sanftmut“, sieht Straßen, Orte, die „nicht weit genug reichen, die „gespiegelte Welten“ sind, “Gegenraum“….

Im Auszug aus einer Erzählung von Beatrice Simonsen begibt sich die Hauptfigur Anna auf Kur nach Oberösterreich. Anna wird im ironischen Widerspruch zwischen konventionellen Erwartungen, bestehenden Tatsachen und persönlichen Bedürfnissen auf Sinnsuche geschickt, die mit einer Begegnung der besonderen Art endet und sie auf die richtige Spur bringt.

Und: in einer Kurzlesung stellt Karin Ivancsics ihren neuen, im Verlag Bibliothek der Provinz unter dem Titel „Die Gastgeberin“ erschienenen Roman, vor.

In this issue of seitwärts: [poetologische Ortungen] I welcome three guests:

Klaus Haberl reads from his poem cycle „Ao Anh“ about a journey through Vietnam and looks at the „dark altars of meekness“ sees streets, places, that „do not reach far enough“, are the „mirrored worlds”, “ counter space “ …

In an excerpt from a story by Beatrice Simonsen, the main character Anna goes on a cure to Upper Austria. Anna is sent to search for meaning in an ironic contradiction between conventional expectations, existing facts and personal needs ending with an encounter of a special kind putting her on the right track.

And: in a short reading Karin Ivancsics introduces her new novel published by Verlag Bibliothek der Provinz under the title „The Hostess“.

translation: marcus niski

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Gastautor*innen: Klaus Haberl, Beatrice Simonsen, Karin Ivancsics.

Sendungsgestaltung: Wally Rettenbacher

Musik:

vietnamese traditional music

tran quang hai – bambus maultrommel

maul und trommelseuche – truthahn

nino rota – la dolce vita bella malinconica

nino rota – La Dolce Vita (Finale)

gadjo dilo – tutti frutti

neil young – dead man theme

rona hartner – disparaitra

the be good tanjas – waiting around to die

michelle gurevich – woman is still a woman

Fotocollage: © Wally Rettenbacher

23. September 2018 Kunst und Literatur IN AUS ÜBER FÜR St. Margarethen

Kunst und Literatur IN AUS ÜBER FÜR St.Margarethen am 23. September 2018 um 15 Uhr

IN        …  Weinberggasse 1a, 7062 St. Margarethen – Berg  im Atelier von BRIGITTE WEILER

AUS    …  Lyrik von ROSA LEITNER und Musik vom TRIO SAITENWEISE

ÜBER  … Prosa und Lyrik von JOSEF MARSCHALL und THEODOR KRAMER

FÜR    …  Poesie von KLAUS HABERL

Im Atelier von Brigitte Weiler am Berg zwischen Rust und St. Margarethen wurde der allgemeinen Bedeutung von Traditionen, dem Andenken historisch bedeutender Orte und Persönlichkeiten und der Lebendigkeit aktuellen Kunstgeschehens nachgespürt. Zwischen diesen Polen spannte sich das Geschehen der Veranstaltung.

Einer der Protagonisten der diesmaligen „Ausgabe“ von Kunst und Literatur war der Wiener Romanautor und Dichter Josef Marschall (1905–1966), der in den 1930er Jahren als „Fremder“ nach St. Margarethen kam und einen 1940 erschienenen Roman über das “Bauernland Burgenland” schrieb. Sein Werk gilt es neu und kritisch zu lesen. Einen Kontrapunkt hierzu bildete Lyrik von Theodor Kramer (1897–1958), der schon in den 1920er Jahren das Burgenland durchstreifte. Sein Gedicht “Vagabund” (1929) zeigt eine andere Sicht auf das gelobte Bauernland. Das Musikertrio “Saitenweise”, die traditionelle Musikerfamilie Unger aus Sankt Margarethen, spielte jüdische Klezmer Musik ebenso behände wie ungarischen Csardas und Tanzmusik des Urgroßvaters und Kapellmeisters Joseph Unger. Der  Wiener Schauspieler und Autor Klaus Haberl las einen Ausschnitt aus Marschalls Roman “Der Fremde” und aus “Vagabund” von Theodor Kramer. Außerdem brachte er Kostproben seiner eigenen lyrischen Arbeit zu Gehör, die eine poetische Neuorientierung zeigen, ebenso wie die Lesung der aus St. Margarethen stammenden Dichterin Rosa Leitner. Die Freude am Experimentieren zeigte sich nicht nur bei den Literaten, sondern auch bei Brigitte Weiler, die mit Drucktechniken aller Art, Künstlerbüchern und Papierobjekten aufwartete. Das ungewöhnliche Haus – ein ehemaliger umgebauter Wasserspeicher – mit Blick über die Ebene bis zum Schneeberg bildete den besonderen Rahmen für diesen Reigen individueller Positionen rund um die künstlerische Tradition des Ortes.

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Informationen zu den Mitwirkenden:

BRIGITTE WEILER

lebt und arbeitet in Wien und in St. Margarethen – Berg. Sie wurde in Eisenstadt geboren und war Schülerin der burgenländischen Künstlerin Sr. Elfriede Ettl. Elfriede Ettl. Elfriede Ettl ist eine ungewöhnliche Erscheinung in der Kunstwelt, da sie als Ordensschwester an der Akademie für Bildende Künste in Budapest studierte und auch an Oskar Kokoschkas Schule des Sehens in Salzburg teilnahm. Sie war als Lehrerin am Theresianum Eisenstadt tätig, wo sie für Brigitte Weiler zu einer wichtigen Impulsgeberin für ihren eigenen künstlerischen Werdegang wurde. Sie besuchte zur Aus- und Weiterbildung zahlreiche Kurse und Seminare u. a. in der Kunstakademie Bad Reichenhall und in der freien Kunstakademie Augsburg und nahm an vielen Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland teil.

“Ein Schwerpunkt meiner Arbeiten sind verschiedene Drucktechniken wie Lithografie auf Stein und Aluplatte, Radierung, Intagliografie und Siebdruck, ein weiterer ist Papierschöpfen und dreidimensionales Arbeiten mit Papier und Metall. Mich fasziniert der Werkstoff Papier, angefangen bei der manuellen Papierherstellung über Experimente mit verschiedenen Papieren oder Gestalten von Künstlerbüchern; bei den Papierobjekten die Verbindung des fragilen, federleichten Papiers mit der Schwere des Metalls. Bei der Druckgrafik begeistert mich die Verbindung von Kunst und Handwerk, die Neugierde und Freude auf den ersten Druck. Im Vordergrund steht keineswegs der Auflagendruck sondern das experimentelle Drucken und die Verbindung verschiedener Drucktechniken.”

Brigitte Weiler ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Kunstvereins „Druckwerk Perchtoldsdorf“ und Mitglied der Künstlervereinigung „Kunstaspekt“ in Baden bei Wien.

ROSA LEITNER

geb. Kugler, aufgewachsen in St. Margarethen, wohnhaft in Oberschützen im Südburgenland. Veröffentlichungen von Märchen, Kurzprosa und Gedichten in verschiedenen Anthologien, Lyrik unter dem Titel “frag ment” (Edition Weinviertel, 2011).

KLAUS HABERL

geb. 1957 in Wien. Dramatiker, Lyriker, Schauspieler, Regisseur. Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung, des Literaturkreises „Podium“ und der IG Autoren.
Lyrikveröffentlichungen: Ein Zimmer hinaus, in dem ich wohne“, edition lex liszt 12, 2010. „Auf den Treppen der Erde“, edition lex liszt 12, 2015. „venus versus mars“, Gedichte und Sounds/ edition zeitzoo, 2015
Theaterstücke: „Jugend und Engel“, Dramatikerstipendium des BMUKK, 2000. „Hain“, UA 2001, Nestroy-Preis für die beste Off-Theaterproduktion. „Big Change“, UA kontextlabor Wien, 2006. „Lieblinge des Himmels“, UA Landestheater Niederösterreich, 2011.

JOSEF MARSCHALL

wurde 1905 in Wien geboren und starb 1966 in Eisenstadt. Er war als Oberstaatsbibliothekar und stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek der Universität Wien tätig. Zudem war er Autor von Erzählungen und Romanen, die oft das Leben von Musikern (etwa Hugo Wolf und Joseph Haydn) zum Inhalt hatten. Als sein größter Erfolg galt das 1940 erschienene Hauptwerk Der Fremde, das bis 1988 immer wieder neu aufgelegt wurde. Der Ort St. Margarethen ist Hintergrund für diesen Liebesroman, der von der Archaik des  dörflichen Lebens im Burgenland geprägt wird. In seinen letzten Lebensjahren verfasste Josef Marschall überwiegend Naturlyrik, von Stimmungen wie Landschaft seiner Wahlheimat Burgenland inspiriert. Der Marschall-Kreis in St. Margarethen pflegte bis 2004 das Andenken des Dichters unter der Leitung von Obmann Dir.Alexander Wind.

THEODOR KRAMER

wurde 1897 in Niederhollabrunn in NÖ geboren. Er diente im Ersten Weltkrieg als Offizier in der österreichischen Armee. Ein anschließendes Studium der Germanistik und Staatswissenschaften brach er ab und arbeitete in der Folge als Beamter und Buchhändler. Ab 1931 lebte er als freier Schriftsteller und war Gründungsmitglied der Vereinigung sozialistischer Schriftsteller. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde Kramer als Jude und Sozialdemokrat ein Arbeits- und Berufsverbot auferlegt. 1939 emigrierte er nach London, wo er zum Teil als Feindlicher Ausländer interniert war. Ab 1943 arbeitete er in Guildford am County Technical College als Bibliothekar und erhielt später die britische Staatsbürgerschaft. Erst 1957 kehrte er nach Wien zurück und erhielt eine Ehrenpension des Bundespräsidenten.

TRIO SAITENWEISE

Die Musikformation „Saitenweise“ entstammt einer traditionellen Musikerfamilie aus Sankt Margarethen. Das Ensemble wird aus den Drillingskindern Julia, Daniel und Linda Unger gebildet, die mit ihrem Vater Bernhard Unger in unterschiedlichen Besetzungen und Instrumentierungen auftreten. Geprägt durch die Volkstanzmusik des Ortes in Verbindung mit der klassischen Ausbildung der beiden jungen Geiger Julia und Daniel im Joseph Haydn Konservatorium, das die beiden Musiker seit vielen Jahren erfolgreich besuchen, kann ein breites musikalisches Repertoire vorgewiesen werden. Somit bleibt das Wirken des Urgroßvaters und Kapellmeisters Joseph Unger, Gründer der „Unger-Banda“, durch seine Nachfahren lebendig.

Die Veranstaltung fand bei freiem Eintritt statt. Mit Unterstützung der GAV / Burgenland und der Gemeinde St. Margarethen … im Rahmen von Burgenland liest!

Fotos: Fotogalerie und Atelier Haus in St. Margarethen – Berg von Ferne © Dirk Simonsen und aus der Nähe © Ernst Weiler

Pressemeldung zum Bildhauerhaus in St.Margarethen im Burgenland

Eine Ära des in sich begründeten Wirkens und (Kunst)Schaffens im Bildhauerhaus als Vereinssitz ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ ist zu Ende!” Lesen Sie die aktuelle PRESSEMELDUNG von Sebastian Prantl im Namen des Vereins SYMPOSION EUROPÄISCHER BILDHAUER (SEB).

Nach fünf Jahren (2013-2017) fruchtbarer Kooperation von “Kunst und Literatur” mit dem Symposion Europäischer Bildhauer im “LITERATUR RAUM im BILDHAUERHAUS” möchte ich alle, die als Gäste in diesem Haus zugegen waren, und auch sonst alle, die das Werk des SEB kennen und schätzen, auf die tiefgreifenden Veränderungen dieses für Österreich kunsthistorisch bedeutenden Ortes hinweisen.

PRESSEMELDUNG von Sebastian Prantl, Obmann SEB -Künstlerischer Leiter TAW, im September 2018:

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KARL PRANTL (1923-2010), Doyen der abstrakten Bildhauerei und Begründer der weltweit renommierten Symposions-Idee von St. Margarethen, dessen exemplarisches ‚Bildhauerhaus‘ als Vereinssitz, gerät unter die Räder…

Dem Verein ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘(SEB) am Hügel von St. Margarethen im Burgenland wurde im August der Vereinssitz – das exemplarische Bildhauerhaus – aberkannt. Eine Räumungsklage, angestrengt durch die Esterhazy-Holding (mit Vorstandsvorsitzendem Dr. Stefan Ottrubay) wurde vom OGH bestätigt, wonach die ‚Immobilie‘ umgehend an den Grundeigentümer Esterhazy abgegeben werden muss.

Das Urteil ging ausschließlich auf den Mietbestand des Bildhauerhauses ein und klammerte die eigentliche Materie – die einmalige Symbiose von Kunst, Natur- und Architekturraum aus. Das Bildhauerhaus eingebettet in das vielschichtige‚ bildhauerische Oeuvre am Hügel von St. Margarethen, welches seit 1959 in mehreren Perioden erschaffen wurde und eine anhaltende, internationale Bewegung generiert, ist als Ort der Kommunikation und ‚Think Tank‘ weit über St. Margarethen ständig in Bewegung.

Eine Ära des in sich begründeten Wirkens und (Kunst)Schaffens im Bildhauerhaus als Vereinssitz ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ ist zu Ende!

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STATEMENT FRIEDERIKE MAYRÖCKER

….. „Man hat Exempel dasz oftmals Leute in Steine verwandelt sind. Also soll zu gewissen Jahreszeiten an bergigen Orten der Provinz auf der Mittagsseite, eine Luft wehen, die ganze Kompanien von Herden, durch ihren Hauch an Anblasen sofort in Steine verwandeln. Die Steine werden schreien“ …..
(Aus einem Stein entsprungen : Aus einem Verwandtschaftshimmel : zu Karl Prantl’s Arbeiten in Stein)

STATEMENT FRIEDRICH CERHA

“Das Ensemble der Steine auf dem Hügel von St. Margarethen, das in den von meinem Freund Karl Prantl 1959 begründeten Symposien Europäischer Bildhauer geschaffen wurde, ist das augenfälligste Dokument einer Erneuerungsbewegung in unserem Kulturleben, die österreichische Künstler zu dieser Zeit auf allen Gebieten (Musik: Gründung des Ensembles „die reihe“, Literatur und Geistleben: „Forum Stadtpark“) in Eigeninitiative und – Verantwortung ins Werk gesetzt und damit Türen zur internationalen Kulturwelt geöffnet haben.

Die Gesamtanlage der Steine in diesem Stück Natur atmet den gemeinsamen Gestaltungswillen ihrer Schöpfer und stellt, abgesehen vom Kunstwert der einzelnen Steine, ein relevantes Stück österreichischer Kultur- und Zeitgeschichte dar. Sie in der bestehenden Form zu belassen und in einer ihrem Geist entsprechenden Form erlebbar zu erhalten stellt für mich eine unabdingbare Forderung an einen verantwortungsbewussten Denkmalschutz in Österreich dar.”

Kernthema der Gerichtsverfahren war die immer wieder auftretende Problematik, wie die wechselseitigen Rechte und damit das Mitspracherecht verschiedener Eigentümer unter Denkmalschutz gestellter Sachen zu handhaben sind. Die Gerichte nahmen die Herausforderung, diese Mitspracherechte generell einer Regelung zu unterziehen, nicht an und überließen die Eigentümer dem zermürbenden alltäglichen Streit, wer wofür zuständig ist und wer welchen Maßnahmen der zusammengehörigen Sachen, im vorliegenden Fall eines geschützten Ensembles, zustimmen muss. Dass diesbezüglich ein Regelungsbedarf besteht, zeigen nicht nur die Steinskulpturen von St. Margarethen.

Im ständigen Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen und künstlerischen Interessen wird wohl damit kalkuliert, dass dem ausschließlich der künstlerischen Idee verpflichteten Verein gegenüber der Wirtschaftsmacht der Stiftung Esterhazy irgendwann die Luft ausgeht. Sind wir nun auch hierzulande, dem Trend folgend: ‚das Recht des Mächtigeren zu untermauern‘ an einem neuen Scheideweg angelangt?

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Dieser inhaltlich-anspruchsvolle Konnex von ‚Social Sculpture & Nature‘ (Joseph Beuys) wäre die juristisch-interessante Arbeit gewesen! Wie es scheint, in Österreich kein Thema. ? Non-Profit wird kurzer Hand in Profit zu Gunsten des Landbesitzers umgemünzt? Ein kontemplativer Vereinssitz wird zum Foyer von ‚Neuem‘ degradiert? We are from new Austria!

Besonders anspruchsvolle Sachlagen, wo frei zugängliche Kunst- und Naturräume seit Jahrzehnten mannigfaltig nutzbar – und durch öffentliches Interesse, mittels öffentlichen Steuergeldern unterstützt – diese Synergie mittragen, scheint zu komplex, auch für eine rechtstaatliche Judikatur dieses Landes.

Jetzt ‚schweben‘ die Steinskulpturen, die sich weiterhin im Besitz des Verein SEB befinden, im ‚denkmalgeschützten Raum‘ und werden zunehmend vom ‚Esterhazy Opera Empire‘ mit dem neuen Logo ‚PIEDRA‘ marktgerecht vereinnahmt. Die KünstlerInnen und UrheberInnen von St. Margarethen würden sich dabei im Grabe umdrehen!

In Zeiten von Kitsch, Profit und Heimattümmelei ist der Vorgang, wie er derzeit in St. Margarethen stattfindet, ein unwiederbringlicher Verlust autonomen Wirkens und Vermittelns. Er entbehrt jeglicher (kunst)geschichtlicher Faktenlage und muss als ‚feindlicher Akt‘ von Urheberschaft beschrieben werden, welcher den Symposions-Gedanken kontrakariert.

In den letzten Jahren fanden mannigfaltige, sinnstiftende Symposien und Veranstaltungen im Bildhauerhaus statt, welche einen erweiterten Diskurs zum ‚Vorhandenen‘ anstießen, wie z. B. das ‚International ChoreoLab Austria‘, der ‚Literatur Raum im Bildhauerhaus‘, transmediale Workshops‚ Klausuren prominenter Kunst- und Architekturuniversitäten, die vor Ort neue Aspekte von Wissensvermittlung generierten.

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Als Obmann des Vereins steht der Choreograph Sebastian Prantl (Sohn des Bildhauers und Begründers) nun vor der schwierigen Aufgabe, die Skulpturen vor der Vereinnahmung durch missverstandene, ‚museale Optimierung‘ durch eine private Holding mit ihren Vermarktungsinteressen entgegenzuwirken. (Der in Betrieb genommene Parkplatz am Hang lässt nichts Gutes erahnen.)

ZIEL

  •   Ein übergeordneter noch zu erfindender ‚AUSTRIAN ART TRUST‘ (gemeinsam mit einem ausgebauten ÖSTERREICHISCHEN BUNDESDENKMALAMT, BILDRECHT…. und den ÖSTERREICHISCHEN GALERIEN als Partner und Garant…) wäre am Ende eines auf Augenhöhe geführten Diskurses eine Lösung.
  •   Das Land Burgenland und der Bund sind angehalten, gemeinsam mit SEB diesen einzigartigen Kunst- und Naturraum im ‚Unesco Welterbe Neusiedlersee‘ weiterhin uneingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.
  •   Sollte der Steinbruch von St. Margarethen als ‚Wiege’ und Materialdepot von und für Wien, nicht schon längst zum exklusiven Abbau für den Stephansdom und die Ringstraße reserviert sein (wie auch z.B. der Mailänder Dom seinen eigenen Steinbruch hat, um die Restaurierung auch in Zukunft gewährleisten zu können)?                                                             Insgesamt wurden in St. Margarethen seit 1959 von 120 internationalen KünstlerInnen über 150 Skulpturen aus dem besonderen Kalksandstein geschaffen. In seiner Gesamtheit entstand hier ein unvergleichliches kunsthistorisches Oeuvre. Heute befinden sich noch etwa 50 Kunstwerke am Ort ihrer Entstehung, verteilt über den südwestlichen Ausläufer des Hügels.

 Das ‚Europäisces Kulturerbejahr 2018‘ wurde von der Europäischen Union (EU) zum Jahr des Bewusstsein für die europäische Geschichte und einer europäischen Identität ausgerufen. Ziel ist es, die Rolle des Kulturerbes für die Gesellschaft aufzuzeigen und die Bedeutung von dessen Erhaltung, Schutz und Zugänglichkeit hervorzuheben. St. Margarethen wäre ein Paradebeispiel für eine substanzielle kunstgeschichtliche, Generationen übergreifende Aufarbeitung und Sensibilisierung!

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CHRONOLOGIE

1957/58 Karl Prantl arbeitet am ‚Grenzstein‘ – ein Auftragswerk des Landes Burgenland für Nickelsdorf am Grenzübergang zu Ungarn, im idyllischen Steinbruch von St. Margarethen. Dem Stacheldraht des ‚Eisernen Vorhangs‘ wird mit Kunst ein Statement der Freiheit entgegengesetzt! Jetziger Standort: am Mitterberg, Pöttsching an der ehemaligen K. K. Grenze NÖ/Bgld.

1959 Gründung des Symposions Europäischer Bildhauer im Steinbruch von St. Margarethen.
Karl Prantl initiiert gemeinsam mit Friedrich Czagan und Heinrich Deutsch das Bildhauersymposium:
Elf Bildhauer aus acht verschiedenen Ländern verbringen drei Monate gemeinsamen Arbeitens und Lebens im Steinbruch. Karl Prantl widmet sich nun jeden Winter – neben seiner künstlerischen Arbeit – den Vorbereitungen für die Bildhauersymposien, ausgehend von St. Margarethen. Weitere Symposien –

gemeinsam mit KollegInnen – in Ost- und Westeuropa und schließlich auch in Amerika und Asien folgen. Die Idee der Bildhauersymposien, bei welchen autonome, bildhauerische Tätigkeiten – meist in freier Natur, in Nachbarschaft zu Steinbrüchen – möglich wird, ist zündend und erfreut sich eines großen Echos. Sie ermöglicht Karl Prantl und seinen internationalen KollegInnen, in Gemeinschaft und Aus- tausch ihre ersten monumentalen Skulpturen zu realisieren, die sich in spezifischen ruralen und urbanen Kontexten fügen und mit markanten, kulturpolitischen Diskursen neue Perspektiven künstlerischen Schaffens eröffnen. Anfangs sind im Besonderen die Beiträge osteuropäischer ProtagonistInnen von politischer (und ästhetischer Bedeutung), unter Berücksichtigung der gegebenen Teilung Europas. Karl Prantl realisiert ‚Fünf Anrufungen‘ (bei einer Sprengung zerstört und schließlich restauriert – jetziger Standort ‚Pöttschinger Feld‘.

1961 Auf Anregung von Karl Prantl entstand die Spielstätte der Passionsspiele von St. Margarethen im Römersteinbruch, aus dessen Ambiente schließlich das Opernfestspiel erwächst.

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1962 Deutscher Kritikerpreis (Sparte: Bildende Kunst), ergeht an ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ mit besonderer Würdigung von Karl Prantl als Initiator des Symposions an der Berliner Mauer, die gerade hochgezogen wird.

Begründung der Jury: ‚Der Gedanke, freie ‚Plastische Arbeit‘ unter freiem Himmel zu leisten und modernes Formenempfinden mit alter, handwerklicher Gesinnung zu verquicken ist in aller Welt aufgegriffen worden. Der internationale Impuls des Symposion-Gedankens gehört zu den überzeugendsten Beweisen einer ungebrochenen Schöpferkraft der Moderne‘.

1963 Expansion der bildhauerischen Aktivitäten vom Steinbruch auf den Hügel von St. Margarethen, um neue künstlerische Perspektiven zu schaffen und mit erweiterten Materialien zu experimentieren (Land Art). Karl Prantl realisiert ‚Stein zur Meditation‘ aus Konglomerat (jetziger Standort: ‚Pöttschinger Feld‘).

1965 wurde das Bildhauerhaus auf den Ruinen der alten Kantine am Eingang zur Schlucht zum Steinbruch (ehemalige Bahntrasse nach Wien) nach mehrjähriger Planung (mit Bildhauer/Architekten Jacques Moeschal aus Belgien und Barna von Sartory aus Ungarn) schließlich nach Plänen des Architekten Johannes Gsteu in Angriff genommen. Karl Prantl vollendet ‚Stein für Joseph Mathias Hauer‘, der über zwei Jahre hinweg entstand und den Umraum mit seinen Materialien hervorkehrt (Standort am Hügel von St. Margarethen).

1967 Fertigstellung und Einweihung des Bildhauerhauses mit der Vergabe der ersten Österreichischen Bauherrnehrung an Karl Prantl und SEB.

1968 Karl Prantl erhält den Preis der Stadt Wien für Bildhauerei.

1969 Doppelsymposion: Uta Peyrer-Prantl organisiert parallel die ‚Internationalen Malerwochen‘ in der Orangerie des Schlosses Esterhazy in Eisenstadt. Prominente Künstlerpaare wie Kenneth Campbell (Bildhauer) und Pat Sloane (Malerin) aus den USA sind unter den TeilnehmerInnen. Karl Prantl realisiert den ‚Tisch‘ vor der Ostseite des Bildhauerhauses (Standort: Pöttschinger Feld).

1970/71 Die Bildhauer widmen sich topographischen Spezifika am Hügel von St. Margarethen: ‚Japanische Linie‘ – ein exemplarisches Land-Art-Manifesto von Makoto Fujiwara, Makio Yamaguchi, Tetsuzo Yamamoto, Takao Hirose und Satori Shoji, welches vom Steinbruch den gesamten Hügel einschließt. Weiters Kengiro Azumas ‚Steingarten‘ und Heinz Pistols ‚3 Positionen‘.

1972 Generalversammlung von SEB in Tirgu Jiu, Rumänien, am ‚Tisch des Schweigen‘ von Constantin Brancusi – um KünstlerInnen des Ostblocks eine Teilnahme zu erleichtern. Das Treffen gab Anstoß für eine neue Ausrichtung des Symposion-Gedankens: vermehrt urbane Kontexte bildhauerisch zu gestalten und sich im Konkreten der Neugestaltung des Stephansplatzes in Wien zu widmen.

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1975/76 Ende der Symposiums-Aktivitäten vor Ort mit dem gescheiterten Projekt für den Stephansplatz in Wien, welches den Platz im Herzen der Metropole nach dem U-Bahnbau neu erschließen und gestalten sollte und als Forschungsauftrag der Stadt Wien an SEB angelegt war.

1977/78 Karl Prantl und seine Familie leben und arbeiten in New York. 1986 Karl Prantl vertritt Österreich bei der Biennale Venedig.

1989/90 Karl Prantl widmet sich der Verdrängung von ‚Tat und Ort‘ in Rechnitz/Bgld. Lange wusste Karl Prantl um die Vertuschungen um den ‚Standort des Verbrechens‘, um schließlich den ‚Kreuzstadl‘ als Ort des Erinnerns festzumachen. Dieser Akt eines ‚Aktiven Erinnerns (Aufdeckens)‘ ist Anker und ein Schlüssel zu Karl Prantls lebenslangem Engagement schlechthin: an mannigfaltigen ‚Kontexten‘ Abhilfe zu leisten, Steinzeichen zu setzen und ‚Orte der Meditation‘ zu schaffen. Dies galt im Besonderen dem Thema des 2. Weltkrieges, welchen er selbst nur knapp überlebte: ‚Nürnberger Kreuzweg (1985-91)‘ – bestehend aus 14 Granitplatten, die von KZ-Häftlingen für die große NS-Aufmarsch-Straße in Nürnberg hergestellt wurden, ‚Weg nach Kawasaki‘ Expo Osaka 1968. Gedenkstein für die vertriebenen Lehrer und Schüler des Akademischen Gymnasiums am Heumarkt in Wien…). Dank Karl Prantls Beharrlichkeit, gemeinsam mit Marietta Torberg, konnte das Anwesen ‚Kreuzstadl‘ schließlich erworben werden (250.000 Schilling). Der Verein SEB sanierte in Folge die Ruine und platzierte die Skulptur des israelischen Bildhauers Kosso Eloul (1920-1995) aus St. Margarethen vor dem Gebäude. (Kosso Eloul schuf 1960 das Mahnmal ‚Yad Vashem‘ (‚Ewige Flamme‘), der bedeutendste Erinnerungsort für den Holocaust in Israel). 1993 übergab SEB schließlich das ‚gewidmete‘ Gelände in einem feierlichen Akt an die israelitische Kultus-gemeinde von Wien.

1993 Letzte Umstellung von Skulpturen aus dem Steinbruch auf das Hügelgelände.
1993/2007 Mehrjährige Artist-in-Residencies von internationalen BildhauerInnen im Bildhauer-haus.

1999/2000 Karl Prantl, entdeckt den Standort Mitterberg bei Pöttsching an der ehemaligen K.K. Grenze Österreich/Ungarn, jetzt Burgenland/NÖ und organisiert mit Hilfe von Ex-Bürgermeisterin von Pöttsching, Irene Izmeny, die Neuaufstellung des Grenzsteins, welcher durch die Grenzumbauungen bei Nickelsdorf nicht mehr zur Geltung kam. Weitere Symposions-Skulpturen von ungeeigneten Standorten in Burgenland wurden am Mitterberg neu platziert.

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2004 Publikation des Buches: ‚Gehen von Stein zu Stein‘, herausgegeben im Passagen Verlag, Wien von Katharina Prantl, Gestaltung Walter Bohatsch (Staatspreis: ‚Schönstes Buch des Jahres 04‘).

2006/2007 Aufgrund der Expansion des industriellen Steinbruchs und der damit verbundenen Gefährdung von Kunstwerken wurden, mit organisatorischer Hilfe durch Ursula Pasterk, Ex- Kulturstadträtin von Wien, 18 weitere Unikate von St. Margarethen am Standort Mitterberg neu aufgestellt. Gemeinsam mit dem ‚Grenzstein‘ (Ausgangsmanifest von Karl Prantl von 1958) ist am Mitterberg nun eine neue, sinnstiftende Kunstlandschaft entstanden. (Vier weitere Skulpturen, die im Besitz des Landes Burgeland an wenig attraktiven Straßen-kreuzungen stehen: Herb George – USA, Milos Clupac -Tschechien, Oleg Truszynski – Polen…), sollten ebenso am Mitterberg aufgestellt werden.)

2008 Großer Österreichischer Staatspreis für Karl Prantl.

2009 Zum 50-jährigen Jubiläum von SEB im Bildhauerhaus, unter Beisein von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Kulturministerin Claudia Schmied, Landeshauptmann Hans Niessl, Landesrat Helmut Bieler… sollte eine ‚Public Private Partnership‘ Lösung für den Kunst- und Naturraum von St. Margarethen gefunden werden.

2010 Karl Prantl stirbt in Pöttsching in seinem Elternhaus. Eine Lösung der Sachlage um das Gesamt- kunstwerk ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ am Hügel von St. Margarethen ist nicht in Sicht.

2011/17 Revitalisierung und teilweiser Sanierung des Bildhauerhauses durch Sebastian Prantl (Obmann SEB) gemeinsam mit der Architektin Johanna Rainer mittels EU-Förderungen des Kulturamtes des Burgenlandes. Teilweise Rodung des Hügels und Restaurierung einzelner Skulpturen. Regelmäßige Führungen, Klausuren internationaler Kunst- und Architektur-Universitäten und Veranstaltungen ausgehend vom Bildhauerhaus: ‚International ChoreoLab Austria‘, ‚Literatur Raum im Bildhauerhaus‘ in Kooperation mit Beatrice Simonsen: ‚Kunst und Literatur‘ und ‚Trans Art Works‘…

2015 Publikation des Buches: ‚Die Kunst liegt in der Natur‘ – spektakuläre Skulpturenparks und Kunstlandschaften, von Silvia Langen, erschienen im Prestel Verlag (München-London-New York)

2015/17 Juristische Auseinandersetzung und Ultimaten der Esterhazy-Holding gegenüber dem Verein SEB nehmen zu. Rechtsanwalt Dr. Robert Mogy, Archi. DI Dr. Renata Hammer, Archi. Mag. Johanna Rainer und Sebastian Prantl vertreten SEB bei den Verhandlungen mit der Esterhazy-Holding, welche keine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zulässt und die Expertise des Vereins nicht zu schätzen weiß.

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2018 Der OGH entscheidet zugunsten der Esterhazy-Holding. Das Bildhauerhaus wird unter großem Zeitdruck (14-Tagesfrist) im heißen August 2018 vom Verein ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ geräumt.

Let us hope for a positive development!

Sebastian Prantl, Obmann SEB-Künstlerischer Leiter TAW

TAW, Neustiftgasse 38, 1070 Wien mail office@transartworks.net

 www.transartworks.net
© S.P. taw 2018 www.bildhauerhaus.at

8. September LESUNG bei Literatur am Steg

Eindrücke vom stimmungsvollen Lesefest “LITERATUR AM STEG” (Idee und Organisation: Gabriele Petricek) an der Alten Donau in Wien, bei dem der Sammelband “ZU ANDEREN UFERN. Transdanubisierungen” (2018 hg. von Elena Messner und Eva Schörkhuber im Verlag Sonderzahl) vorgestellt wurde, sehen Sie hier. Es lasen: ELENA MESSNER, AND PAWE, GABRIELE PETRICEK, EVA SCHÖRKHUBER, BEATRICE SIMONSEN und PETRA STURM. Fotos: © Dirk Simonsen