23. September 2018 Kunst und Literatur IN AUS ÜBER FÜR St. Margarethen

Kunst und Literatur IN AUS ÜBER FÜR St.Margarethen am 23. September 2018 um 15 Uhr

IN        …  Weinberggasse 1a, 7062 St. Margarethen – Berg  im Atelier von BRIGITTE WEILER

AUS    …  Lyrik von ROSA LEITNER und Musik vom TRIO SAITENWEISE

ÜBER  … Prosa und Lyrik von JOSEF MARSCHALL und THEODOR KRAMER

FÜR    …  Poesie von KLAUS HABERL

Im Atelier von Brigitte Weiler am Berg zwischen Rust und St. Margarethen wurde der allgemeinen Bedeutung von Traditionen, dem Andenken historisch bedeutender Orte und Persönlichkeiten und der Lebendigkeit aktuellen Kunstgeschehens nachgespürt. Zwischen diesen Polen spannte sich das Geschehen der Veranstaltung.

Einer der Protagonisten der diesmaligen „Ausgabe“ von Kunst und Literatur war der Wiener Romanautor und Dichter Josef Marschall (1905–1966), der in den 1930er Jahren als „Fremder“ nach St. Margarethen kam und einen 1940 erschienenen Roman über das „Bauernland Burgenland“ schrieb. Sein Werk gilt es neu und kritisch zu lesen. Einen Kontrapunkt hierzu bildete Lyrik von Theodor Kramer (1897–1958), der schon in den 1920er Jahren das Burgenland durchstreifte. Sein Gedicht „Vagabund“ (1929) zeigt eine andere Sicht auf das gelobte Bauernland. Das Musikertrio „Saitenweise“, die traditionelle Musikerfamilie Unger aus Sankt Margarethen, spielte jüdische Klezmer Musik ebenso behände wie ungarischen Csardas und Tanzmusik des Urgroßvaters und Kapellmeisters Joseph Unger. Der  Wiener Schauspieler und Autor Klaus Haberl las einen Ausschnitt aus Marschalls Roman „Der Fremde“ und aus „Vagabund“ von Theodor Kramer. Außerdem brachte er Kostproben seiner eigenen lyrischen Arbeit zu Gehör, die eine poetische Neuorientierung zeigen, ebenso wie die Lesung der aus St. Margarethen stammenden Dichterin Rosa Leitner. Die Freude am Experimentieren zeigte sich nicht nur bei den Literaten, sondern auch bei Brigitte Weiler, die mit Drucktechniken aller Art, Künstlerbüchern und Papierobjekten aufwartete. Das ungewöhnliche Haus – ein ehemaliger umgebauter Wasserspeicher – mit Blick über die Ebene bis zum Schneeberg bildete den besonderen Rahmen für diesen Reigen individueller Positionen rund um die künstlerische Tradition des Ortes.

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Informationen zu den Mitwirkenden:

BRIGITTE WEILER

lebt und arbeitet in Wien und in St. Margarethen – Berg. Sie wurde in Eisenstadt geboren und war Schülerin der burgenländischen Künstlerin Sr. Elfriede Ettl. Elfriede Ettl. Elfriede Ettl ist eine ungewöhnliche Erscheinung in der Kunstwelt, da sie als Ordensschwester an der Akademie für Bildende Künste in Budapest studierte und auch an Oskar Kokoschkas Schule des Sehens in Salzburg teilnahm. Sie war als Lehrerin am Theresianum Eisenstadt tätig, wo sie für Brigitte Weiler zu einer wichtigen Impulsgeberin für ihren eigenen künstlerischen Werdegang wurde. Sie besuchte zur Aus- und Weiterbildung zahlreiche Kurse und Seminare u. a. in der Kunstakademie Bad Reichenhall und in der freien Kunstakademie Augsburg und nahm an vielen Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland teil.

„Ein Schwerpunkt meiner Arbeiten sind verschiedene Drucktechniken wie Lithografie auf Stein und Aluplatte, Radierung, Intagliografie und Siebdruck, ein weiterer ist Papierschöpfen und dreidimensionales Arbeiten mit Papier und Metall. Mich fasziniert der Werkstoff Papier, angefangen bei der manuellen Papierherstellung über Experimente mit verschiedenen Papieren oder Gestalten von Künstlerbüchern; bei den Papierobjekten die Verbindung des fragilen, federleichten Papiers mit der Schwere des Metalls. Bei der Druckgrafik begeistert mich die Verbindung von Kunst und Handwerk, die Neugierde und Freude auf den ersten Druck. Im Vordergrund steht keineswegs der Auflagendruck sondern das experimentelle Drucken und die Verbindung verschiedener Drucktechniken.“

Brigitte Weiler ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Kunstvereins „Druckwerk Perchtoldsdorf“ und Mitglied der Künstlervereinigung „Kunstaspekt“ in Baden bei Wien.

ROSA LEITNER

geb. Kugler, aufgewachsen in St. Margarethen, wohnhaft in Oberschützen im Südburgenland. Veröffentlichungen von Märchen, Kurzprosa und Gedichten in verschiedenen Anthologien, Lyrik unter dem Titel „frag ment“ (Edition Weinviertel, 2011).

KLAUS HABERL

geb. 1957 in Wien. Dramatiker, Lyriker, Schauspieler, Regisseur. Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung, des Literaturkreises „Podium“ und der IG Autoren.
Lyrikveröffentlichungen: Ein Zimmer hinaus, in dem ich wohne“, edition lex liszt 12, 2010. „Auf den Treppen der Erde“, edition lex liszt 12, 2015. „venus versus mars“, Gedichte und Sounds/ edition zeitzoo, 2015
Theaterstücke: „Jugend und Engel“, Dramatikerstipendium des BMUKK, 2000. „Hain“, UA 2001, Nestroy-Preis für die beste Off-Theaterproduktion. „Big Change“, UA kontextlabor Wien, 2006. „Lieblinge des Himmels“, UA Landestheater Niederösterreich, 2011.

JOSEF MARSCHALL

wurde 1905 in Wien geboren und starb 1966 in Eisenstadt. Er war als Oberstaatsbibliothekar und stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek der Universität Wien tätig. Zudem war er Autor von Erzählungen und Romanen, die oft das Leben von Musikern (etwa Hugo Wolf und Joseph Haydn) zum Inhalt hatten. Als sein größter Erfolg galt das 1940 erschienene Hauptwerk Der Fremde, das bis 1988 immer wieder neu aufgelegt wurde. Der Ort St. Margarethen ist Hintergrund für diesen Liebesroman, der von der Archaik des  dörflichen Lebens im Burgenland geprägt wird. In seinen letzten Lebensjahren verfasste Josef Marschall überwiegend Naturlyrik, von Stimmungen wie Landschaft seiner Wahlheimat Burgenland inspiriert. Der Marschall-Kreis in St. Margarethen pflegte bis 2004 das Andenken des Dichters unter der Leitung von Obmann Dir.Alexander Wind.

THEODOR KRAMER

wurde 1897 in Niederhollabrunn in NÖ geboren. Er diente im Ersten Weltkrieg als Offizier in der österreichischen Armee. Ein anschließendes Studium der Germanistik und Staatswissenschaften brach er ab und arbeitete in der Folge als Beamter und Buchhändler. Ab 1931 lebte er als freier Schriftsteller und war Gründungsmitglied der Vereinigung sozialistischer Schriftsteller. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde Kramer als Jude und Sozialdemokrat ein Arbeits- und Berufsverbot auferlegt. 1939 emigrierte er nach London, wo er zum Teil als Feindlicher Ausländer interniert war. Ab 1943 arbeitete er in Guildford am County Technical College als Bibliothekar und erhielt später die britische Staatsbürgerschaft. Erst 1957 kehrte er nach Wien zurück und erhielt eine Ehrenpension des Bundespräsidenten.

TRIO SAITENWEISE

Die Musikformation „Saitenweise“ entstammt einer traditionellen Musikerfamilie aus Sankt Margarethen. Das Ensemble wird aus den Drillingskindern Julia, Daniel und Linda Unger gebildet, die mit ihrem Vater Bernhard Unger in unterschiedlichen Besetzungen und Instrumentierungen auftreten. Geprägt durch die Volkstanzmusik des Ortes in Verbindung mit der klassischen Ausbildung der beiden jungen Geiger Julia und Daniel im Joseph Haydn Konservatorium, das die beiden Musiker seit vielen Jahren erfolgreich besuchen, kann ein breites musikalisches Repertoire vorgewiesen werden. Somit bleibt das Wirken des Urgroßvaters und Kapellmeisters Joseph Unger, Gründer der „Unger-Banda“, durch seine Nachfahren lebendig.

Die Veranstaltung fand bei freiem Eintritt statt. Mit Unterstützung der GAV / Burgenland und der Gemeinde St. Margarethen … im Rahmen von Burgenland liest!

Fotos: Fotogalerie und Atelier Haus in St. Margarethen – Berg von Ferne © Dirk Simonsen und aus der Nähe © Ernst Weiler

8. September LESUNG bei Literatur am Steg

Eindrücke vom stimmungsvollen Lesefest „LITERATUR AM STEG“ (Idee und Organisation: Gabriele Petricek) an der Alten Donau in Wien, bei dem der Sammelband „ZU ANDEREN UFERN. Transdanubisierungen“ (2018 hg. von Elena Messner und Eva Schörkhuber im Verlag Sonderzahl) vorgestellt wurde, sehen Sie hier. Es lasen: ELENA MESSNER, AND PAWE, GABRIELE PETRICEK, EVA SCHÖRKHUBER, BEATRICE SIMONSEN und PETRA STURM. Fotos: © Dirk Simonsen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15. Juli 2018 HOME STORIES im PALAIS WILD

15. JULI … letzte Gelegenheit! HOMESTORIES IM PALAIS WILD

Im 250-Seelen-Dorf Blumau an der Wild liegt das ehemalige Warenhaus Leopold Breinessl, das von Luitgard Eisenmeier 2014 als PALAIS WILD neu eröffnet wurde. Im Empfang und im Salon befinden sich bleibende Sammlungen, teilweise aus Beständen des ehemaligen Kaufhauses:

HOME IS STORE – STORE IS HOME.

Diesmal werden alle 21 Räume des Gebäudes bespielt: von Dachboden bis Entenstall, von Küche bis zum Austraghäusl über die EDEN an der Wild, die sich in neuem Schnitt präsentiert. Der Palast der tausend Räume öffnet seine Pforten für das neugierige Publikum, das diesmal tatsächlich bis in den hintersten Winkel des sagenumwobenen Gebäudes vordringen darf und dabei zwischen Mangelstube und Elektromuseum, Rahmenhandlung und Rattenfalle, Hungerkasten und Rohrmonochord unverhoffte Entdeckungen machen kann. Ein Home Story Guide führt durch das Gelände, weitere Personen, Fiktionen und Arrangements treten ins Bild, das Publikum fällt in NOENTRANCE und wird am Diwan, im Austraghäusl und am Holzküchenherd kulinarisch serviciert.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Viertelfestival NÖ – Waldviertel 2018.

PALASTWANDERUNGEN

am 17. Juni, am 1. Juli und am 15. Juli 2018. Beginn jeweils um 14.30 Uhr! Lesen Sie die erste Berichterstattung von Daniela Schuh in der NÖN:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ADRESSE & TERMINE:

3762 Blumau an der Wild 54, PALAIS WILD, Bezirk Waidhofen/Thaya

So 17. Juni, So 1. Juli, So 15. Juli: Beginn jeweils 14:30 Uhr, Ende ca 18 Uhr

Unverhoffte Entdeckungen in allen 21 Räumen des PALAIS WILD. Festes Schuhwerk anziehen! Während/nach der Palastwanderung gibt es Getränke, Süßes und das Haupmenü.

Eintritt: 12 € inkl. Essen & Getränke / Kinder bis 12 J.: Eintritt frei
Bitte um Anmeldung bei luiteisen@gmail.com

ANREISE mit ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN:
Zug ab Wien-Heiligenstadt 12.34 Uhr, Ankunft Irnfritz 13.57 Uhr.
Taxi Irnfritz – Blumau (Unkostenbeitrag pro Person 5 € hin und zurück)
Rückfahrt ab Blumau 19.20 Uhr Taxi nach Göpfritz, dort Abfahrt um 19.48 Uhr
Ankunft in Wien-Heiligenstadt um 21.23 Uhr

Verbindliche Buchung der Abholung per Taxi bis 24. Juni (für 1. Juli), bis 8. Juli (für 15. Juli) bei luiteisen@gmail.com oder SMS: 0664-3155266

Info: +43-664-31 55 266 (Luitgard Eisenmeier) palaiswild.at www.viertelfestival-noe.at/ homestories-im-palais-wild

MITWIRKENDE:

Natalie Deewan (Home Story Guide), Luitgard Eisenmeier (Hausfrau), Hannelore und Diana Lazarus (Erzählerin und Enkelin), Trude Michl (am Buffet), Sofia Ntontis (3D-EDEN-Schnitt), Beatrice Simonsen (Mini-Drama)

 

 

 

 

 

 

 


Fotos: © Luitgard Eisenmeier (Palais Wild), Natalie Deewan (NOENTRANCE), Dirk Simonsen (Fotogalerie)

30. Juni Kunst und Literatur im Burgenland bei Wander Bertoni

Die Windfrauen
„Am Strand von Goa sah ich sie von überall herbeikommen, sie saßen in Gruppen zu zweit, und führten leise Gespräche. Sie waren Frauen aller Altersgruppen, die, nach Westen blickend, versammelt auf den Sonnenuntergang warteten. Kaum war die Sonne verschwunden, kam der Wind und verfing sich in ihren Saris. Diese elementare Kraft verwandelte die Sonnenanbeterinnen in Fabelwesen. Sie bekamen Flügel wie Engel oder Vögel, sie waren vom Wind geschliffene Steine, ihre Haare wurden wehende Fahnen, die aufgeblasenen Stoffe wie Segel, an ihren Brüsten, Bäuchen und Schenkeln klebte die Seide, als ob sie gerade dem Wasser entstiegen wären. Sie waren Sphinxen mit verkniffenen Augen.
Der vom Wind aufgepeitschte Ozean und die auf den Strand geschleuderten Wellen erinnerten mich an ein Gedicht Lautréamonts, in dem er den Ozean als lebendes Wesen beschreibt.“ Wander Bertoni „Indisches Tagebuch“ 1985

Samstag, 30. Juni 2018 um 18 Uhr
Freilichtmuseum Wander Bertoni
Gritsch Mühle 1, 7092 WINDEN am See

Der zweite Termin des Jahres von „Kunst und Literatur im Burgenland“ zeigte im idyllischen Ambiente der Gritsch Mühle das umfassende Werk des heute 92-jährigen Bildhauers WANDER BERTONI in neuem Licht: Eine Lesung des ehemaligen Leiters der Kulturredaktion von ORF-Burgenland GÜNTER UNGER aus seinem Roman „Hunnen sterben anders“ brachte Einblicke in die kulturelle Szene des Burgenlands seit den 1960er Jahren. Die Salzburger Autorin WALLY RETTENBACHER knüpfte mit einem poetic live act in 3D (im Download zu hören „varanasi, aus: fragmente einer reise“) an die ausgedehnten Reisen des Bildhauers nach Indien an. BEATRICE SIMONSEN las Ausschnitte aus dem „Indischen Tagebuch“ von Wander Bertoni. Die musikalische Begleitung auf dem ungarischen Tárogató, gespielt von MIHÁLY ILLÉS, brachte eine orientalische Note ins Geschehen. Eine besondere Gelegenheit bot auch die Führung von WALTRAUD BERTONI, der Lebensbegleiterin von Wander Bertoni.

BERTONI-WEBCOLLAGE / FILM: Dirk Simonsen / Ton und Schnitt: Wally Rettenbacher

1965 erwarb der Bildhauer WANDER BERTONI eine Wassermühle in Winden am See am Fuße des Leithagebirges. Auf altem Kulturboden (römische Villa, Fund der ältesten Weinpresse auf österreichischem Gebiet – zweite Hälfte 200 n. Chr.) entstand ein Kunstort ganz besonderer Art und einzigartig im europäischen Raum.

Im Freilichtmuseum Wander Bertoni sind zahlreiche Großplastiken des Künstlers auf freiem Gelände ganzjährig zu besichtigen. Nach jahrelangen Restaurierungen und Zukäufen von umgebenden Äckern wurde der Ausstellungspavillon (Planung: Architekt Prof. Johannes Spalt) errichtet. Im Pavillon ist das Lebenswerk Wander Bertonis chronologisch geordnet ausgestellt. In der Galerie sind der Zyklus DAS INDISCHE TAGEBUCH (Tagebuch eines Bildhauers aus mehreren Asienreisen) und KLERIKALE ENTWÜRFE (Volksaltarentwürfe, Vortragskreuze, Ambonen) und der Zyklus ECCLESIA (die verschiedenen Erscheinungsformen der Frau (Göttinen, Madonnen, …) zu sehen.

Wander Bertoni gehört zu den bedeutendsten Bildhauern Österreichs. Seine Werke sind an zahlreichen prominenten Orten, wie zum Beispiel vor dem Landtag in Eisenstadt oder im Festspielhaus Salzburg, zu sehen. Seit 1943 lebt der in Italien geborene Künstler in Wien, seit 1965 im Burgenland. Die Besichtigung und Bekanntwerdung mit dem Lebenswerk des Künstlers stehen mittels literarischer Interventionen im Mittelpunkt des Interesses.

Der Journalist, Autor und Kunstsammler, ein Wegbegleiter des Künstlers, GÜNTER UNGER, ist eingeladen, uns seine Sicht auf den Künstler zu erläutern und liest aus seinem Buch „Hunnen sterben anders“. Dieser 2016 erschienene Roman ist ein Schlüsselwerk zur künstlerischen Szene Österreichs und des Burgenlandes, war der Autor doch langjähriger Chefredakteur des ORF Burgenland und ebenso langjähriger Betreiber der Internationalen Hörspieltage in Rust am See. Einen Kontrapunkt setzt die Salzburger Autorin WALLY RETTENBACHER. Sie knüpft an das Thema der Asienreisen des Bildhauers mit einem Poetic Live Act in 3D an, bei dem sie zu Bildmontagen und Soundaufnahmen aus Indien einen lyrischen Text vorträgt und somit neue literarische Dimensionen aufruft. Dem Bestreben, renommiertem und anerkanntem Kunstschaffen Neues und Experimentelles gegenüberzustellen, wird somit treu geblieben.

Mit Dank für die freundliche Kooperation mit Prof. Wander Bertoni und Dr. Waltraud Bertoni, sowie mit Unterstützung des BKA_Kunst, der Grazer Autorinnen Autorenversammlung (GAV) und der Kulturabteilung des Landes Burgenland. Im Rahmen von Burgenland liest!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ANREISE MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN

ab Wien Hauptbahnhof 16.15 Uhr Ankunft Winden am See 17.04 Uhr. Fußweg zur Gritsch Mühle ca 20 min. Abholung gegen Voranmeldung unter beatrice.simonsen@gmx.at möglich! Rückreise: ab Winden am See 20.49 Uhr Ankunft Wien Hauptbahnhof 21.42 Uhr.

Informationen zu den Mitwirkenden

Wander Bertoni

Geboren 1925 in Condisotto, Italien, kam 1943 als Zwangsarbeiter nach Österreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er in den Jahren 1946 bis 1952 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Fritz Wotruba und restaurierte für das Bundesdenkmalamt beschädigte Denkmäler in Wien (zum Beispiel die Pestsäule am Wiener Graben).
Kontakte mit ausländischen Künstlern und deren Arbeiten, zum Beispiel jenen von Giacometti oder Arp, wurden Anknüpfungspunkte zur abstrakten Kunst für ihn.
Von 1965 bis 1994 leitete er die Meisterklasse für Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst Wien.
Teilnahme an internationalen Biennalen und Auszeichnungen:

  • 1950, 1952, 1954 und 1966: Teilnahme an der Biennale Venedig
  • 1953: 2. Biennale von São Paulo
  • 1958: Bildhauerpreis der Biennale de São Paulo
  • 1958: Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst
  • 1959, 1961 und 1963: Biennale Middelheim – Antwerpen
  • 1986: Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold
  • 1991: Großes Ehrenzeichen des Landes Burgenland
  • 1999: Orden der Republik Italien „Cavaliere d’ Italia“
  • 2005: Ehrenmitgliedschaft der Universität für angewandte Kunst
  • 2009: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse

Wally Rettenbacher

Wally[RE], [Wally Rettenbacher], geboren 1968, lebt und arbeitet in Salzburg und auf Reisen. Sie schreibt Prosa, Gedichte, Essays. Ebenso [Reise]fotografie. Seit 1998 „Freie Radioaktivitäten“: Hörbilder, Fieldrecordings und Features. Aktuell: Konzeption und Produktion der Sendeschiene „seitwärts: [poetologische ortungen]„, ein experimentelles Audioprojekt mit „literarischen Interventionen“ und „poetic acts“ im öffentlichen Raum.

 

Günter Unger

Geboren 1941, lebt in Großhöflein. Er war Leiter der Kulturabteilung des ORF Landesstudio Burgenland, Hörspiel-Produzent, Autor und Regisseur zahlreicher Kulturdokumentationen. Veranstalter der Hörspieltage in Unterrabnitz und Rust, Hg: Literaturzeitschrift wortmühle. Lehrbeauftragter für Hörspiel am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Wien. Publikationen (Auswahl): Das andere Licht. Kunst im Burgenland seit 1945 (Kunstband 1990), Burgenland mon amour. Koordinaten einer Kultur- und Kunstlandschaft (Fotobuch 2006). Hunnen sterben anders (Roman 2016).

Fotos der Biographien: © Wander Bertoni, Marcus D. Niski, Dr. Günter Unger. Alle anderen Fotos © Dirk Simonsen

 

17. Mai 2018 „LIEBEN SIE TAKÁCS?“

 

In der Heimatgemeinde des Komponisten Jenő Takács (1902 – 2005) in Siegendorf unternahm Prof. Robert Lehrbaumer zusammen mit jungen Pianist_innen einen Streifzug durch die Welt der Musik von Joseph Haydn über Franz Schubert bis zu Jenő Takács und Gottfried von Einem, sodass „die Moderne“ nun wirklich mitten auf dem Land Einzug hielt und neugierig aufgenommen wurde. Dies ist vor allem dem Engagement von Robert Lehrbaumer zu verdanken, der das Programm in bewährter Weise moderierte und die internationalen jungen Musizierenden auf ihren Auftritt vorbereitet hatte. Zu ihnen gehörten: Sayoko Akimoto (Japan), Soley Blümel (Österreich), Shanshan Ding (China), Reza Mojtabavi (Iran), Tatjana Schurigina (Russland) und Congxing Xu (China). Stundent_innen von Efrosini Ktenaveas ergänzten das Klavierprogramm mit einem zündenden Kammermusikstück von Jenö Takács. Es spielten: Hyunju Lim (Südkorea), Sophia Nemeth (Griechenland/Ungarn), Kuo-Hung Teng (Taiwan) und Shan Gao (China). KONZERTMITSCHNITT: HUMORESKE für Klavier in A-Dur op 1 von JENÖ TAKÁCS gespielt von Tatjana Schurigina.

 

Die literarische Verbindung zum Konzert schuf mit viel Witz Michaela Frühstück – Autorin des humorvollen Romans „Teta Jelka überfährt ein Hendl“, der in der kroatisch-ungarisch-burgenländischen Vergangenheit spielt, in der Jenö Takács groß geworden ist. Ihre Erzählungen vom tolpatschigen Kater Jenö und einer Konzertaufführung mit Rollentausch trug zu großer Heiterkeit im Publikum bei.

Insgesamt ein ebenso engagierter wie fröhlicher Abend, an dem sich einerseits die jungen Musizierenden darüber freuten, die Heimat des Komponisten kennenzulernen, und andererseits das Publikum in Siegendorf die Ohren spitzte, um nichts vom ungewöhnlichen Musikangebot zu versäumen. Daher die Schlussfolgerung (Zitat Michaela Frühstück!): „Lieben Sie Takács!“

Lieben Sie Takács? | Konzert und Lesung im Kastell
Beginn 18.30 Uhr: KUZ im Rathaus, Rathausplatz 1, 7011 Siegendorf

Begrüßung:
Mag. Rainer Porics, Bürgermeister der Marktgemeinde Siegendorf

Konzert:
ROBERT LEHRBAUMER
moderiert und präsentiert junge Geiger_innen und Pianist_innen und interpretiert zusammen mit ihnen Kompositionen von Jenő Takács sowie von Joseph Haydn, Franz Schubert und anderen mehr.

Lesung:
MICHAELA FRÜHSTÜCK

Anschließend Ausklang bei Buffet und Wein im Zusammensein von Publikum und Künstler_innen! Seien Sie Willkommen!

Eintrittskarten sind im Rathaus, Rathausplatz 1, 7011 Siegendorf, erhältlich.
Vorverkauf : €12,- / €8,- (Jugendliche bis 18 Jahre)
Abendkassa : €15,- / €10,- (Jugendliche bis 18 Jahre)
Telefonische Reservierung unter 02687 48261.

Eine Kooperation von Kunst und Literatur, der Jenő Takács Stiftung und der Marktgemeinde Siegendorf.

Mit freundlicher Unterstützung der Erste Bank (Filiale Siegendorf) und des Klavierhauses Gustav Ignaz Stingl (Wien).

Wir danken Herrn Prof. Robert Lehrbaumer für seinen Auftritt!

Idee/Konzept/Organisation: Beatrice Simonsen

Jenő Takács  wurde am 25. September 1902 in Siegendorf, Komitat Ödenburg, Österreich-Ungarn geboren und starb am 14. November 2005 in Eisenstadt. Er war ein österreichischer Komponist, Pianist, Musikethnologe und Pädagoge, den man auch als „arabischer Bartók“ bezeichnete. Er war viele Jahre als Professor am College-Conservatory of Music in Cincinnati in Ohio tätig und lebte im Alter wieder in seiner Heimat in Siegendorf. Siehe auch www.takacsjeno.comFoto © Jenő Takács Stiftung 

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Die Interpreten:

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Robert Lehrbaumer wurde in Wien geboren und war Mitglied der Mozart-Sängerknaben. Er begann schon als Neunjähriger seine Pianistenlaufbahn, später trat er auch als Konzertorganist und Dirigent regelmäßig auf und ist heute in nahezu allen Ländern und Hauptstädten Europas, in Nord-, Mittel- und Südamerika, Afrika sowie im Nahen und Fernen Osten in berühmten Häusern (Wiener Musikverein und Konzerthaus, Carnegie-Hall New York, Suntory Hall Tokyo etc.) zu Gast.

Seine Ausbildung erfolgte an der Wiener Musikhochschule (heutige Musikuniversität) bei den Professoren G. Schwarbauer, H. Schwertmann, H. Medjimorec (Klavier Konzertfach), Dr. R. Scholz (Orgel Konzertfach), O. Suitner (Dirigieren) und Th. Chr. David (Tonsatz/Komposition).

Es folgten Auftritte mit den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, den Niederösterreichischen Tonkünstlern, dem Mozarteum Orchester Salzburg, der Camerata Salzburg und vielen anderen Klangkörpern, unter Dirigenten wie Claudio Abbado, André Previn, Yehudi Menuhin u.v.m. Neben der solistischen Konzerttätigkeit arbeitete er vor allem mit Walter Berry und Angelika Kirchschlager sowie mit Anton Dermota, Philippe Entremont, Adrian Eröd, Friedrich Gulda, Michael Heltau, Helmut Lohner, Elfriede Ott, Erika Pluhar, Ildiko Raimondi, Wolfgang Schneiderhan, Bo Skovhus u.v.a. sowie mit vielen prominenten Ensembles zusammen.

Zudem widmete er sich auch Ur- und Erstaufführungen mit Werken von Gottfried von Einem, Jenö Takács, Robert Schollum, Helmut Eder, György Kurtág, Ivan Eröd, Astrid Spitznagel u.a. und ist außerdem unterrichtend tätig. Foto © Julia Cencig

Lesung  

Michaela Frühstück   

 

 

                                

Michaela Frühstück wird Anfang der 1970er Jahre in Deutschkreutz geboren. Sie studiert Spanisch und Medienfächer in Graz und publiziert in dieser Zeit erste Erzählungen und ein Hörspiel. Mehrere längere Studienaufenthalte führen sie nach Spanien. Seit 1997 arbeitet die Kulturjournalistin als Redakteurin im ORF Landesstudio Burgenland. 2007 erhält sie das Literaturstipendium der Burgenländischen Landesregierung. 2012 erscheint ihr Romandebut „Teta Jelka überfährt ein Hendl“ in der Edition lex liszt 12, kurz darauf erscheint das gleichnamige Hörbuch. Im Frühjahr 2019 erscheint ihr neuer Roman „Missis Karlovits überfährt den Po“. Foto privat.

Fotos © Dirk Simonsen

7. April 2018 Kunst und Literatur im Burgenland

WERKSTATTGESPRÄCHE

mit einer AUSSTELLUNG von TONE FINK
und einer LESUNG mit KARIN IVANCSICS

Musik: Clemens Frühstück
Moderation: Beatrice Simonsen

Samstag, 7. April 2018 um 15 Uhr
im ehemaligen Gasthaus Jakob Grafl
Baumgartner Str. 2, 7022 SCHATTENDORF

Eintritt frei!

Gasthaus Schattendorf

„Kunst und Literatur im Burgenland“ präsentiert WERKSTATTGESPRÄCHE mit dem bildenden Künstler TONE FINK und der Autorin KARIN IVANCSICS. In den Gesprächen mit BEATRICE SIMONSEN wird auf das spezielle Schaffen der beiden Protagonist_innen eingegangen und die Hintergründe ihrer künstlerischen Arbeit beleuchtet.

Der aus Vorarlberg stammende Zeichner, Maler, Objektemacher, Performance- und Filmkünstler Tone Fink hat nicht nur in Wien, sondern auch in Schattendorf  eine Wahlheimat gefunden. Das nunmehr in seinem Besitz befindliche ehemalige Gasthaus Jakob Grafl – ein zum Kunstort umfunktioniertes Lokal, das bereits seit einigen Jahren von jungen Kunstschaffenden genützt wird – ist ein Ort, der ihm die Freiheit und den Raum für neue Ideen gibt. Der Allrounder, dessen Leidenschaft die Arbeit mit Papier in allen seinen Formen ist, zeigt großformatige Künstlerbücher, Zeichnungen und Objekte aus Papier und erzählt von seiner Arbeit.

Die großteils in Wien lebende Burgenländerin Karin Ivancsics publizierte bisher zahlreiche Romane und Erzählungen immer am Puls der Zeit. Themen wie Kindheit, Aufwachsen, Grenzen, Feminismus und Gesellschaftspolitik beschäftigen die engagierte Autorin. Ihre besondere Affinität zur Kunst besteht darin, dass sie mehrere ihrer Publikationen mit eigenen Zeichnungen illustrierte. Auch spielt der Kunstbetrieb in manchen ihrer Werke eine besondere Rolle und das Publikum hat nun die besondere Gelegenheit im Gespräch mit Beatrice Simonsen mehr über speziellen Arbeitsweisen der Autorin und über ihre persönlichen Lebensbedingungen zu erfahren – Anekdotisches und Humorvolles nicht auszuschließen. Gemeinsam mit ihr lesen wir “zwischen den Zeilen”.

Wir freuen uns, dass der Saxophonist CLEMENS FRÜHSTÜCK, der in Eisenstadt beheimatet und in vielen unterschiedlichen Formationen tätig ist, die Veranstaltung musikalisch begleitet.

Konzept und Organisation: Beatrice Simonsen

Die Veranstaltung findet im Rahmen des GAV Burgenland-Projektes „Zwischen den Zeilen“ und „Burgenland liest 2018!“ sowie in Kooperation mit Katharina Fink statt. Mit freundlicher Unterstützung der Kunstsektion des BKA und der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.

Informationen zu den Mitwirkenden und zur Anreise:

TONE FINK

Tone Fink

 

 

 

 

geboren 1944 in Schwarzenberg, Vorarlberg, Österreich. Lebt und arbeitet in Wien, Vorarlberg und Schattendorf. Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien. Zeichner, Maler, Objektemacher, Performance- und Filmkünstler.

Auszeichnungen: Preis der Stadt Wien für Bildende Künste, Ehrengabe des Landes Vorarlberg für Kunst, Auszeichnung bei Handwerk und Form, Bregenzerwald, Konstanzer Kunstpreis

Einzelausstellungen (Auswahl): Albertina, Secession und Museum moderner Kunst in Wien; Rupertinum, Künstlerhaus, Neue Galerie der Stadt Linz; Museumsgalerie Bozen; Galerie Nothelfer, Berlin; Galerie Holtmann, Köln; Stampa, Basel; Galerie Lang,Wien; Galerie Heike Curtze, Wien Gallery Ishikawa, Tokio; Gallery Aoi, Nagoya; C. Art Galerie, Dornbirn; Galerie am Lindenplatz, Vaduz; Kunsthaus Bregenz, Vorarlberg; MAK-NITE und Textilausstellung, Wien usw.

Bücher (Auswahl): „Zwischen den Bildern“, Edition Splitter Wien; „Sehstücke“ und „Strichfindlinge“, Rainerverlag Berlin; „PandÄmonium“ und „Maikäferdompteur“, Edition Freibord Wien und Nothelfer Berlin; „Telefonbuch“, Museum mod. Kunst Wien; „Zeitrisse“, Albertina Wien

Kunstfilme (Auswahl): „Narrohut“; „Katijubato;“ „Aus der Luft gegriffen“; „Roll Over“(Biennale Kairo)

Zahlreiche Aktionen und Performances bei internationalen Festivals, wie z. B. beim Steirischen Herbst, bei den Bregenzer Festspielen, den Wiener Festwochen, zuletzt: 2008 Museum der Moderne, Salzburg, (Max Ernst u. die Welt im Buch), 2010 Kunstverein Konstanz, 2016 „Zeichnung in den Raum“, Traklhaus Salzburg. 

CLEMENS MARIA FRÜHSTÜCK

Clemens Quadrat

 

 

 

 

geboren 1972 in Eisenstadt, erhielt seine musikalische Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz bei Peter Straub, Hannes Kawrza, Karl Drevo, Karlheinz Miklin und Heinrich von Kalnein. Er besuchte Meisterklassen bei Eugené Rousseau, Arno Bornkamp, Markus Weiss und Oto Vrhovnik.

Clemens Frühstück ist Mitbegründer des Saxophonquartetts Saxquadrat sowie des Ensemble Zeitfluss, einem Kammermusikensemble für die Musik des 20. Und 21. Jahrhunderts. Als Solist tritt er mit seiner Schwester Clara Frühstück am Klavier auf. Seine künstlerischen Projekte führten Clemens Frühstück als Solist und Kammermusiker zu zahlreichen internationalen Konzerten (Japan, China, Frankreich, Italien, Ungarn, Kroatien, Bosnien, Albanien) sowie zu grossen Festivals der Neuen Musik (Steirischer Herbst, Musikprotokoll, Wien Modern, Musikbiennale Zagreb).

KARIN IVANCSICS

Ivancsics 5

 

 

 

 

geboren 1962 in St.Michael/Burgenland, aufgewachsen in Deutsch Jahrndorf. Studium der Germanistik, Romanistik, Publizistik in Wien. Seit 1994 freie Schriftstellerin, schreibt Lyrik, Erzählungen, Romane, Theaterstücke und Essays. Sie lebt in Wien und im Burgenland.

Tätigkeiten (Auswahl): Organisation und Programmgestaltung von Literaturveranstaltungen: alljährlich In Memoriam – SchriftstellerInnen lesen Texte verstorbener KollegInnen im Literaturhaus Wien für die Grazer Autorinnen Autorenversammlung; Literarische Grenzgänge Kittsee (Zweisprachige Lesereihe); Workshops an ungarischen Hochschulen; Sommerakademie Zakynthos;  2013/14/15 Künstlerische Leiterin der Sommerakademie Kittsee.

Auszeichnungen und Stipendien (Auswahl): Aufenthaltsstipendium des Senats im Literarischen Colloquium Berlin, Hertha-Kräftner-Preis (gemeinsam mit Andreas Okopenko), Erster Preis für Bühnenstücke des Landes Burgenland (2001), Literaturpreis des Landes Burgenland (2004), Wiener Autorenstipendium, Österreichisches Staatsstipendium, 2015/16 Projektstipendium des BKA, 2017/18 Stipendium der Literar Mechana.

Publikationen (Auswahl): 1989 Frühstücke, Kurzgeschichten, Wiener Frauenverlag; 1990 Panik, Novelle, Fama Verlag; 1995 Durst!, Wiener Frauenverlag; 1996 Aufzeichnungen einer Blumendiebin; 1999 Wanda wartet, Ein Triptychon, Ritter Verlag, Klagenfurt – Wien; 2005 Süß oder scharf, Ein Tag im Leben einer Taugenichtsin, Novelle; 2008 Anna hat zwei Tage, Vom Mutterglück und anderen Umständen, Erzählungen; 2011 Restplatzbörse, Roman, Bibliothek der Provinz, Weitra; 2015 Aus einem Strich die Landschaft, Essays, Edition Lex Liszt 12.

Mitglied des Literaturkreises Podium, Regionaldelegierte der Grazer Autorinnen Autorenversammlung Burgenland, Präsidiumsmitglied der Erich Fried-Gesellschaft. 

ANREISE:

Schattendorf erreichen Sie von Wien aus mit dem Auto am besten über die A3. Mit der Bahn von Wien aus Richtung Deutschkreutz (Station Baumgarten/Schattendorf) ca eine Stunde Fahrt und 20 min Gehzeit.

GASTRONOMIE und MUSEUM:

Einige gemütliche Gasthäuser (der Landgasthof Grafl in der Mattersburger Straße 2, Johann Reichl am Kräftenweg 2 und der Sonnenhof in der Fabriksgasse 35) erwarten Sie!

Schattendorf hat sich im Zusammenhang mit dem Wiener Justizpalastbrand 1927 ins historische Gedächtnis Österreichs eingebrannt, da die „Schattendorfer Schüsse“ unmittelbare Auslöser für dieses Ereignis waren. In der sehenswerten „Schuhmühle“, einer prächtig renovierten Getreidemühle, die heute als Museum und Kulturzentrum dient, finden Sie eine Dokumentation dieses Vorfalls (Am Tauscherbach 1, Samstag geöffnet von 9 – 12 Uhr).

Fotos: © Bilder der Veranstaltung am 7.4.2018 Dirk Simonsen und Paul Ritter (2), Katharina Fink (ehemaliges Gasthaus Jakob Grafl)

Beitragsbild: © Tone Fink Zeichnung 09/010 o.T. (Ausschnitt)

 

 

 

 

 

14. Juni 2018 Fest und Lesungen in Eisenstadt

 

Mit vielen Lesungen und Musik werden 45 Jahre GAV auch im Burgenland gefeiert!
Ab 18.30 Uhr im Pulverturm in Eisenstadt!

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EINLADUNG ZU 45 Jahre GAV

Ein Fest mit Lesungen und Musik

In Kooperation mit dem Verlag lex liszt 12

Begrüßung: Petra Ganglbauer

Lesungen:

Gerhard Altmann, Christl Greller, Klaus Haberl,
Mechthild Podzeit-Lütjen, Beatrice Simonsen, Susanne Toth

Moderation: Karin Ivancsics

Musik: Mike Bench und „Schilfgürtel“

Donnerstag, 14. Juni 2018, 18:30 Uhr

im Pulverturm, Lionsplatz 1, 7000 Eisenstadt

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Im Jahr 1973 wurde Österreichs größte Literaturvereinigung, die Grazer Autorinnen Autorenversammlung (GAV) – mit zurzeit ca. 700 Mitgliedern – als Gegenpol zum PEN-Club gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählen u. a. so bedeutende Autorinnen und Autoren wie Friedrich Achleitner, H. C. Artmann, Wolfgang Bauer, Barbara Frischmuth, Peter Handke, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker und Gert Jonke. Auch bildende KünstlerInnen wie Günther Brus, Valie Export und Hermann Nitsch waren darunter.

Die Grazer Autorinnen Autorenversammlung hat es sich seit ihrem Bestehen zur Aufgabe gemacht, einerseits die Verständigung und Kooperation von Autorinnen und Autoren zu fördern und andererseits auch jenen literarischen Strömungen und Verfahrensweisen Raum zu geben und Beachtung zu schenken, die sich abseits des großen Marktes finden.

Anlässlich unseres 45jährigen Bestandsjubiläums und dem Schwerpunktjahr „Burgenland liest“ entsprechend laden wir zu einem Fest mit Lesungen und Musik, in dem wir auf die Vielfalt hervorragender burgenländischer GAV-AutorInnen hinweisen.

In einer bunten Mischung stellen wir 6 Mitglieder/AutorInnen vor, die ihre Bücher im burgenländischen Verlag lex liszt 12 veröffentlicht haben und die Auszüge aus ihren Werken lesen werden: Gerhard Altmann, Christl Greller, Klaus Haberl, Mechthild Podzeit-Lütjen, Beatrice Simonsen und Susanne Toth.

Begleitet und umrahmt werden sie dabei von dem Gitarristen Mike Bench.

Im Anschluss an die Lesungen gibt es ein Konzert von „Schilfgürtel“, deren CD ebenfalls bei lex liszt 12 erschienen ist.

(Pressetext von Karin Ivancsics, Regionaldelegierte der GAV Burgenland)

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BIOGRAFIEN DER BETEILIGTEN AUTOR_INNEN 

Gerhard Altmann, 1966 geboren, lebt in Pöttsching. Er studierte Germanistik und Publizistik und schrieb seine Diplomarbeit über die burgenländische Dichterin Hertha Kräftner. Seit 1991 ist er freier Journalist und Autor, seit 2000 Pressesprecher der Energie Burgenland. Zahlreiche Bücher, u. a.: hianungraud, Dialektgedichte (2001), Grenadiermasch, Texte und Gedichte (2008), wörterberg (2010), heazdregg und hianungraud (edition lex liszt 12, 2016). 

Christl Greller – Geboren 1940 in Wien, seit 56 Jahren Schwiegerburgenländerin. 6 Lyrikbände, 3 Erzählbände, 1 Roman (zwei davon in burgenländischen Verlagen). Texte in unzähligen Zeitschriften, auch „Pannonia“ und „Pannonisches Jahrbuch“. Zahlreiche Lesungen in Literaturzentren wie Literaturhaus Mattersburg, OHO, Gerbgruben, Altes Kloster Lockenhaus…, Lyrik-und Prosa-Sendungen in Radio Burgenland. 2 burgenländische Lyrikpreise. Publikumspreis bei den ORF und TELETEXT „Schirmgedichten“ 2017.

Klaus Haberl – Geboren 1957. Großeltern und Mutter aus Kobersdorf. Freier Schauspieler, Autor und Regisseur. Schreibt Lyrik und Dramatik. Nestroypreis für die Uraufführung seines Stückes „Hain“ 2001/Nominierung zum Literaturpreis „Irseer Pegasus“, 2010; Veröffentlichungen: „Ein Zimmer hinaus, in dem ich wohne“, Gedichte, edition lex liszt 12 (2010),“mars versus venus“, Gedichte und Sounds, edition zeitzoo Wien, 2015, „Auf den Treppen der Erde“, Gedichte, edition lex liszt 12 (2015).

Mechthild Podzeit-Lütjen – Lebt und arbeitet in Wien und im Seewinkel. Zahlreiche Preise; mehrere Reisestipendien nach Kuba. Zahlreiche Publikationen, zuletzt: Perseus oder das Unvorhergesehene. Hörbuch, 2013. Welch eine liebe. lex liszt 12. Oberwart. 2016. Studium der Deutschen Philologie. Sponsion 2015. Studienreisen nach Ägypten, Rom, Israel, Kanada, New York.

Beatrice SimonsenGeboren 1955 in Wien, aufgewachsen im Burgenland. Studium der Romanistik und Kunstgeschichte, Dr. phil. Literaturkritikerin und Autorin. Seit 2013 Konzipierung und Organisation von Projekten für „Kunst und Literatur“ vorwiegend im Burgenland. Publikationen: 2005 „Grenzräume. Eine literarische Landkarte Südtirols“ (HG.), 2015 „Grenzräume. Eine literarische Spurensuche im Burgenland“ (HG.), edition lex liszt 12, 2016 Erzählung in „Behaust“ (HG. K. Tiwald) u.a.

Susanne Toth – Geboren in Lockenhaus, lebt und arbeitet in Wien. Poetin, Autorin, Sprecherin. 1993 – 2000 Mitarbeit an der schule für dichtung in wien. Seit 1999 kontinuierlich Lesungen und Text-Performances (mit improvisierter Musik) im In- und Ausland. Einzelpublikationen Buch, Hörbuch sowie Veröffentlichungen in Anthologien, Literaturmagazinen, Radio, online. Zuletzt erschienen: in: „71 Oder Der Fluch der Primzahl“ (Edition Marlit, 2017). in: „BEHAUST. Menschen unter Dach im Burgenland“ (Edition Marlit, 2016). in: „denk*mal“ – [kunstwerk] krastal, Katalog (Wien, 2016).

Einleitung: Petra Ganglbauer Geb. 1958 in Graz. Lebt als freiberufliche Autorin und Radiokünstlerin in Wien und im Burgenland. Präsidentin der Grazer Autorinnen Autorenversammlung/GAV. Bücher, zuletzt: Wie eine Landschaft aus dem Jahre Schnee, Bibliothek der Provinz (2017). Im Frühjahr 2018 erscheinen „Zur Lage“, Edition Art Science und „Mit allen Sinnen“, edition Keiper.

Moderation: Karin Ivancsics – Geboren 1962 in St. Michael, aufgewachsen in Deutsch Jahrndorf. Lebt als freie Schriftstellerin in Wien und im Burgenland. Regionaldelegierte der GAV Burgenland, Präsidiumsmitglied der Erich Fried-Gesellschaft. Im Herbst 2018 erscheint ihr neuer Roman „Die Gastgeberin“ in der Bibliothek der Provinz.

 

Lesungen November 2017

PENforum Nachbarn: SLOWAKEI

zur Erinnerung an Klara Köttner-Benigni

Bratislava

Bratislava
das klingt so weich
wie eine slowakische Melodie

Die Taube
die herflog
ist zerrissen
von Grenze

Ihr Brüder hier
mit dem grünen Zweig
meine Brüder

Hart
ist der Prüfstein
zwischen uns

(Klara Köttner-Benigni 31.7.1979)

am Sonntag, den 19. November um 14 Uhr
in der Landesgalerie Burgenland
Franz Schubert-Platz 6
7000 Eisenstadt

Mitwirkende: Mária Bátorová, Didi Drobna, Etela Farkašová, Robert Frittum, Milan Richter, Ingrid Schramm, Beatrice Simonsen und Katharina Tiwald (Organisation: Katharina Tiwald)

PENforum Eisenstadt

 

Poesie mit einem rosaroten Mascherl
Ist es das, was man von uns Autoren erwartet?
von Ingrid Schramm

Gestern ist mir etwas Eigenartiges passiert: Katharina Tiwald, die Präsidentin des Burgenländischen PEN-Clubs hatte mich eingeladen, dem Publikum in der Landesgalerie Eisenstadt die Autorin und Umweltaktivistin Klara Köttner-Benigni vorzustellen. Ich erzählte einem Freund, (ein Mann um die Sechzig, der immer Dienst nach Vorschrift gemacht hatte), ganz begeistert, dass ich Klara Köttner-Benigni in ihrem Lebensumfeld vorstellen wollte, um zu zeigen, was für eine mutige Frau sie war: Ich wollte ihren Kampf gegen den Bau einer Brücke über den Neusiedlersee in allen Facetten zeigen. Denn ihr Gegner war niemand Geringerer als Landeshauptmann Kery, der damals das Burgenland regierte wie ein Sonnenkönig und mit einem Jaguar als Dienstwagen durch die Dörfer brauste, um sich von den örtlichen Blasmusikkapellen feiern zu lassen. Ein mächtiger SPÖ-Sultan, der selbst dem ein oder anderen seiner eigenen Parteifreunde wegen seiner Verschwendungssucht unheimlich war.
Der Mann fragte mich: „Sag mal, wen interessiert denn das noch? Das sind doch uralte Kamellen. Ich dachte, du sprichst über Literatur.“
Meine Gegenfrage: „Was ist denn Literatur für dich: Poesie mit einem rosaroten Mascherl?“
Ja, liebe Leute, wen interessiert das, wenn man über eine Frau spricht, die sich dem Willen eines mächtigen Landeshauptmannes entgegengestemmt hat, um das Naturschutzgebiet Neusiedlersee zu retten?
Wen interessiert es, dass mehr als 10 Jahre später die Antiterrortruppe Cobra in Hainburg einmarschiert ist und die Umweltschützer mit Schlagsstöcken verprügelt hat?
Nur mich, weil ich Hainburger-Au-Veteranin bin? Bin ich die einzige, die das interessiert? Habe ich gestern nur einen Ego-Tripp veranstaltet?
Nein, Literatur ist Kampf. Das hat uns Klara Köttner-Benigni vorgelebt. Ich habe den Mann dann gefragt, ob er der Meinung sei, dass wir auch nicht mehr über die Gräuel der Hitler-Zeit schreiben sollen? Ist ja auch etwas Uraltes, habe ich provokant gesagt. Da wurde er kleinlaut: „Nein, natürlich nicht.“
Also, ich persönlich will mehr als Autorin, mehr als nur Weihnachtslieder singen und die Menschen in eine Heile-Welt-Stimmung versetzen. Ich will aufrütteln: Ich will sagen, wenn wir alles nur hinnehmen, wie es kommt, dann hätten wir heute eine mit einer Brücke überbauten Neusiedlersee und ein Wasserkraftwerk in der Hainburger Au. Gut, es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir uns nochmals an Bäume ketten müssen, um die Abholzung zu verhindern. Und die Cobra wird auch nicht mehr auf harmlose Umweltschützer einprügeln. Aber wenn wenn wir uns als Schriftsteller nicht sehr rasch auf die Beine stellen und laut „Nein“ schreiben, dann werden wir bald in einem rechtspopulistischen menschenfeindlichen Europa leben müssen. Literatur ist Kampf: Das wollte ich gestern sagen, als ich über Klara Köttner-Benigni sprach.

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Freitag, 24. November 2017, 18:00 Uhr

Literaturtage Salzburg 2017

ARGEkultur gemeinnützige GmbH, Ulrike-Gschwandtner-Straße 5, 5020 Salzburg

Gespräch mit Julia Gsertz und Buchpräsentation „Grenzräume. Eine literarische Spurensuche im Burgenland“ edition lex liszt 12

Beitragsbild: Grenzraum am Neusiedler See im Winter

Nachlese zum 10.LITERATUR RAUM IM BILDHAUERHAUS

Die erste konzeptionelle Zusammenarbeit von Beatrice Simonsen mit Sebastian Prantl (TRANS ART WORKS : International ChoreoLab Austria) für den zehnten LITERATUR RAUM im BILDHAUERHAUS führte zu „Bewegenden Begegnungen“ im Rahmen der ORF Langen Nacht der Museen. Das Aufbrechen von Prinzipien klassischer Literaturveranstaltungen, das Beatrice Simonsen mit den Veranstaltungen im Zusammenspiel von „Kunst und Literatur“ bereits intendiert hatte, wurde diesmal durch die von Sebastian Prantl gesetzten Impulse hin zu einem inklusiven theatralischen Geschehen noch verstärkt.

Der Abend begann mit einer Stippvisite zur Skulptur von Jiri Seifert am Gipfel des St. Margarethener Kogls. Die aus Prag angereiste Kunsthistorikerin Hana Seifertová – Ehefrau des 1999 verstorbenen Bildhauers – schilderte die Situation der tschechoslowakischen Künstler zur Zeit der Entstehung der Skulptur. Sinn des „Glockenturms“ war die Erinnerung an den Protest des Studenten Jan Palach, der sich nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts 1968 und nach der Niederschlagung des Prager Frühlings selbst verbrannte. Das Gespräch wurde im Anschluss im Bildhauerhaus zwischen Sebastian Prantl und Frau Seifertová fortgeführt und durch Anna Maria Kupper ergänzt, die 1971 selbst als Bildhauerin in St. Margarethen tätig war. Die eigens aus der Schweiz angereiste Künstlerin sprach von der Bedeutung der Internationalen Symposien, die eine wichtige Begegnungszone für Künstler_innen aus Ost und West darstellte.

Mit einem poetischen Text zur früh verstorbenen polnischen Bildhauerin Alina Szapoczikow schaltete sich die Autorin Frieda Paris zwischen die konkrete Erinnerung an die Bildhauersymposien und Erinnerungsarbeit wie sie der Autor Martin Pollack leistet. Im Gespräch mit Beatrice Simonsen erzählte der profunde Kenner der osteuropäischen Geschichte aus seiner journalistischen Vergangenheit und nahm dann mit seiner Lesung „Polnische Lektionen“ Bezug auf seinen eigenen Werdegang als Slawist. Im Weiteren wurde deutlich, wie er sich selbst erst langsam der Bedeutung des Verbalisierens von verdrängter Familiengeschichte oder bedenklichen Ereignissen der Geschichte im Allgemeinen und den Gräueln des Nationalsozialismus im Speziellen annäherte.

Der Musiker und Trompeter Franz Hautzinger und der Tänzer und Choreograph Sebastian Prantl schlossen mit einer bewegenden Performance an diese Lesung an und setzten Impulse für Interaktionen der jungen Autor_innen des Abends Vera Sebert, Benedikt Steiner, Frieda Paris und Patrick Wolf frei. In einem konzeptionellen Vorlauf mit dem ChoreoLab hatten die jüngeren Protagonist_innen bereits Gelegenheit gehabt, sich mit dem komplexen Thema Performance auseinanderzusetzen. Interventionen am und für das Publikum von Frieda Paris und Patrick Wolf zeigten sich als performative Irritationen, die die Prinzipien klassischer Literaturveranstaltungen durchbrachen. Benedikt Steiner kreierte mit seiner von Texten begleiteten Präsentation seiner Buchbinderfertigkeit einen Raum im Raum, eine Insel im bewegten Meer performativer Angebote. Vera Sebert verfolgte die Geschehnisse mit ihrer Webcam und projizierte die verzögerten Bilder an die Wand, erzeugte poetische Visionen.

Das Publikum hatte Gelegenheit frei durch das Haus zu flanieren und über die aus den Hörzimmern klingenden Stimmen noch mehr über die Vergangenheit der Bildhauersymposien zu erfahren:
Hören Sie unter diesem Link! fiktive Monologe von acht in St. Margarethen tätigen Bildhauerinnen von Beatrice Simonsen, eine Soundinstallation von Wally Rettenbacher mit Erinnerungen von Uta Prantl-Peyrer und Oral History Aufzeichnungen der Malerin gemixt mit jenen des Steinbrucharbeiters Josef Puschitz (Tonaufnahme und Gestaltung: Valerie Bosse). Historische Fotografien bebilderten die Zimmer, die den Bildhauern damals als Unterkunft dienten.

Die am langen Tisch im Hauptraum servierte heiße Suppe und große Brotlaibe waren Teil der Konzeption eines inklusiven theatralen Geschehens. Beschlossen wurde der Abend mit einer Lesung von Barbi Markovic, die mit ihrem kräftigen Auftritt noch einmal die Aufmerksamkeit bündelte, indem sie einen Ausschnitt aus ihrem doppelt preisgekrönten Buch „Superheldinnen“ zum Besten gab und damit die aktuelle Situation von zeitgenössischen Künstlerinnen auf satirische Art und Weise ins Blickfeld rückte.

Sebastian Prantl (Symposion Europäischer Bildhauer / Tanzatelier Wien / International ChoreoLab Austria) und Beatrice Simonsen (Kunst und Literatur) danken Zuzana Husárová und Ferdinand Schmatz vom Institut für Sprachkunst / Universität für Angewandte Kunst Wien für die gelungene Kooperation.

Mit finanzieller Unterstützung von: Bundeskanzleramt / Sektion Kunst, Energie Burgenland, Gemeinde St.Margarethen, Grazer Autorinnen Autorenversammlung Kulturabteilung des Landes Burgenland und Robert Bosch Stiftung.

Alle Fotos: © Dirk Simonsen
Beitragsbild: Schlussstein von Maria Biljan-Bilger am Bildhauerhaus

8. Oktober : GAV Burgenland in Eisenstadt

SCHRIFT UND BILD – Literarische Betrachtungen des Burgenlandes von und mit

Klaus HABERL, Peter PESSL, Dine PETRIK,
Mechthild PODZEIT-LÜTTJEN,
Beatrice SIMONSEN und Susanne TOTH

8. Oktober 2017, 15 Uhr
Landesgalerie Burgenland
Franz Schubert-Platz 6
7000 Eisenstadt

GAV Lesung Landesgalerie Burgenland

Nach einem ersten Lesungsabend der GAV Burgenland im Frühling folgt nun ein zweiter im Herbst: Wie sehen SchriftstellerInnen das Burgenland, welche Bilder zeichnen sie in ihren Texten? Von farbigen Landschaftsbeschreibungen (des Seewinkels oder des hügeligen Mittelburgenlandes) über satirehafte Skizzen ihrer Bewohner mit wenigen Strichen bis zu lautmalerischen Gedichten und abstrakten Darstellungen von Begriffen wie Heimat reicht die Palette der Werke, die VertreterInnen der größten österreichischen Literaturvereinigung, der Grazer Autorinnen Autorenversammlung, mit Bezug zum Burgenland ausgewählt haben.

Die Gruppe von AutorInnen unterschiedlicher Ausrichtungen, die einen lebendigen Fokus in der zeitgenössischen Literaturszene darstellt, ergänzt mit ihren Lesungen die ausgestellten Objekte kongenial.

Musikalische Umrahmung: Clemens Frühstück
Moderation: Karin Ivancsics, Regionaldelegierte der GAV Burgenland

Foto: Herbstzeitlose © Dirk Simonsen