HAIKU UND LICHT von 20.–22. Oktober 2020

HAIKU UND LICHT im PFERD– Forum für zeitgenössische Kunst
Medwedweg 3, 1110 Wien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KUNST – Fotografie – Diaprojektion
Milica Balubdžić – Pille-Riin Jaik – Rosa John – Hyeji Nam

LITERATUR – Musik
Franz Dodel
Bernadette Haller – Martin Kubaczek & Elisabeth Eppensteiner

MUSIK – Rezitation
Yamato Moritake & Beatrice Simonsen 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PROGRAMM

Dienstag, 20. Oktober  19 Uhr
Eröffnung der Dia-Installation
Gespräch mit dem Autor sowie
Lesung von Franz Dodel aus “Nicht bei Trost. A never ending Haiku”

“gut möglich dass auch ich zu / gewissen Zeiten / ein wenig leichter werde / sicher bin ich nicht / verlässlicher dünkt mich sei /ab und an einen / Baum zu umarmen an ihm / sich festzuhalten / wenn ein Wachstumsschub ihn drängt /aufwärts zu streben”
(aus: Franz Dodel Nicht bei Trost. Sondagen, Zeilen 42544 – 42553)

Franz Dodels einzigartiges Endlos-Poem »Nicht bei Trost« ist inzwischen auf mehr als 40 000 Verse angewachsen. Seit 2002 arbeitet der Autor täglich an einem sich wie von selbst fortspinnenden Textgewebe, das sich nicht an Ende, Ziel und suspekten Trostangeboten orientiert, sondern an der Offenheit schweifender Reflexion und sinnlich genauer Betrachtung. Durch den ruhigen rhythmischen Wortstrom fügen sich die Fülle von Dodels Bildern und Zitaten, biografische Erinnerungsbruchstücke und Naturbetrachtung zu einer leicht­füßigen Meditation über Gott, die Welt und das Ich. Sechs Bände sind in der Edition Korrespondenzen erschienen.

Mittwoch, 21. Oktober  19 Uhr
Dia-Installation
Lesung mit Musik “ein fetzchen mond”
Liesl Eppensteiner & Bernadette Haller & Martin Kubaczek

“ein fetzchen von mond / vom kleid der nacht geblieben / der tränenärmel
im alten jahr verweht / bei sonnenaufgang im schnee / die kleine feder” (aus: Bernadette Haller Hinter der Brille)

Am Anfang war die Trennung: der Logos als Fähigkeit der Unterteilung in Eigenschaft, Charakter, Differenz, die Suche nach den Qualitäten in ihrem schlichten wie umfassenden Ursprung, hell und dunkel, flüchtig und fest, gebunden und gelöst.
In elf Einheiten, Konzeptstücken, folgen wir dem Jahres-Zyklus der Haikus, einzeln und in Gruppen, in Versuchen der Entsprechung: Der Gong öffnet den Raum, die Sprache setzt den Impuls, die Bilder gleiten im Hintergrund, die Geige reagiert, nach dem Tanz-Impuls von pose und repose, Bach-Solosonaten werden angespielt und verklingen, knistern und schwingen, evozieren und umspielen ein Kinderlied, ein Stimm-Trio aus Flüstern und Magie, trockene Bartok-Pizzicati, ein Lacrimoso von Mozart, eine Serenade von Boccherini – und das alles folgt dem Organon der Sprache, dem Atmosphärischen und dem Imago, der weichen Semantik, klang- und geräuschhaft, mal rhythmisch, mal asynchron, aus sich heraus, klärt, probiert, kommuniziert. (M.K.) Liesl Eppensteiner Flöte und Gong, Bernadette Haller Haiku, Martin Kubaczek Geige und Spielzeug

Donnerstag, 22. Oktober 19 Uhr
Dia-Installation
Yamato Moritake am Kontrabass
mit Musik aus Japan, von Johann Sebastian Bach und Annachiara Gedda
Klassische und moderne Haiku gelesen von Yamato Moritake & Beatrice Simonsen

“Am Grund des Wassers / Legt auf die Felsen sich still / Das Laub der Bäume.” (Jôsô)
“Von der Regenzeit
 / Blieb doch unangetastet
 / Die Halle des Lichts.” (Martin Kubaczek)

Yamato Moritake, der als Kontrabassist im Radio Symphonie Orchester Wien tätig ist, gibt Musik aus Japan und Europa zum Besten und rezitiert ausgewählte Haiku des bedeutenden Dichters Matsuo Bashô. Diese Auswahl verknüpft er mit der Biographie von Johann Sebastian Bach, von dem er zwei Sätze aus der Cello-Suite Nr. 1 spielen wird. Eingerahmt werden die beiden Meister ihres Fachs von japanischen Volksliedern zu Beginn und einem zeitgenössischen Stück der italienischen Komponistin Annachiara Gedda zum Abschluss – sie bilden die Pole Tradition und Moderne, Japan und Europa.

Bei der deutschen Lesung handelt es sich nicht um Übersetzungen der auf Japanisch gelesenen Haiku, sondern um Beispiele aus mehreren Jahrhunderten bis heute. Sie zeigen die beständige Fortdauer der Gedichtform Haiku, nun im lebendigen Austausch zwischen Sprache, Musik und Bild.

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WIR BITTEN UM ANMELDUNG ZUM BESUCH DER VERANSTALTUNG UNTER DER FOLGENDEN EMAIL-ADRESSE: respiratoiremaeandra@gmail.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu Beginn jeden Abends erläutert Johan Nane Simonsen das Projekt. Thema der Veranstaltung ist die Gedichtform Haiku und die mediale Verbindung von Poesie und Fotografie. Dazu entwickelten vier in Wien lebende Künstlerinnen Fotoserien für Diaprojektoren, die sich an der Struktur des Haiku orientieren. Die an die Wände des abgedunkelten Ausstellungsraums projizierten Foto-Haiku verbinden sich zusammen mit Musik und Lesungen zu einer flüchtigen, installativen Situation, sichtbar nur im Rahmen der drei Veranstaltungsabende.

Idee, Konzept, Organisation: Johan Nane Simonsen (Kunst) & Beatrice Simonsen (Literatur)

Mit freundlicher Unterstützung von:
Bundesministerium für Kunst, Kultur, Öffentlichen Dienst und Sport
Kulturamt der Stadt Wien
Österreichisch-Japanische Gesellschaft
Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung

Informationen zu den Teilnehmer_innen finden Sie unter den folgenden Links:

Milica Balubdžić

Pille-Riin Jaik  

Rosa John 

Hyeji Nam

Franz Dodel

Yamato Moritake wurde in Fukuoka, Japan geboren. Seit November 2018 er ist Mitglied des Radio Symphonie Orchesters Wien und Lehrer bei der Landesmusikschule Grein.
Nach den Studien an der Universität für Musik und darstellende Kunst Tokio und Hochschule für Musik und Theater München schloss er ein Masterstudium an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz mit Auszeichnung ab.
Er war Stipendiat von Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Yamaha-Foundation und Yu-International Foundation. Er erhielt den ersten Preis sowie Fuka-Sonderpreis beim Simandl International Wettbewerb 2014. Als Solist trat er mit dem Johann Strauss Ensemble Linz auf.
Während er von 2012 bis 2018 im Brucknerorchester Linz tätig war, bei dem er 2018 eine Anstellung als Stimmführer bekam, organisierte er regelmäßig Benefizkonzerte mit Caritas für Menschen in Not.
Seine Lehrer waren Osamu Yamamoto, Yoshio Nagashima, Naoto Nishida, Heinrich Braun und Anton Schachenhofer. Für weitere Anregungen bedankt er sich bei Herbert Mayr, Günter Klaus und Philipp Stubenrauch.
Als Mitwirkender der Staatsoper Wien, der Staatskapelle Dresden, von: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Münchener Kammerorchester, Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester, Tokio Philharmonic, New Japan Philharmonic, Yomiuri Symphonieorchester, Tokio Stadt Symphonieorchester, Sapporo Symphonieorchester und Japan Kammerorchester spielte er in Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA, Russland, Japan, Südkorea, China, Bulgarien, Rumänien, in der Schweiz und der Türkei.
Neben seiner Beschäftigung als Kontrabassist trat er als E-Bass Solist im Goldenen Saal des Musikvereins Wien unter der Leitung von Dennis Russell Davies mit dem Bruckner Orchester Linz auf.

Foto Copyrights von oben nach unten © Milica Balubdžić © Hyeji Nam © Pille Riin Jaik © Rosa John

 

Literatur & Natur 24. September 2020

 

LITERATUR & NATUR im nationalparkhaus wien lobAU 

MECHTHILD PODZEIT-LÜTJEN, WOLF RATZ und BEATRICE SIMONSEN

vom Literaturkreis Podium lesen Texte von, zu, über Natur.

Donnerstag, 24. September 2020 um 18.30 Uhr

Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien
nationalparkhaus wien-lobAU
1220 Wien, Dechantweg 8

 

Begrüßung und Vorstellung der Künstler:
Ernst Nevrivy, Bezirksvorsteher von Donaustadt
DI Herbert Weidinger, Forstdirektor-Stv. der Stadt Wien

Christl Greller (Konzept, Organisation, Moderation) stellt den Literaturkreis Podium und die Künstler*innen vor.

Für die Gäste wird ein Büchertisch und ein kleines Buffet errichtet.
Die Teilnahme ist aufgrund der Covid 19 Bestimmungen begrenzt.
Der Eintritt ist frei!

Wir bitten Sie unbedingt um Anmeldung unter Tel. +43 1 4000 49495 oder E-Mail: nh@ma49.wien.gv.at

Erreichbarkeit mit U-Bahn und Bus: Ab U2 Haltestelle Donaustadtbrücke:
92B bis zur Haltestelle Raffineriestraße/ Biberhaufenweg, Fußweg 10 Minuten.
93A bis zur Haltestelle Naufahrtbrücke, Fußweg 15 Minuten.

Erreichbarkeit mit dem Rad:  Donauinselradweg, Steinspornbrücke

Erreichbarkeit mit dem PKW: A23, Abfahrt Ölhafen/Raffineriestraße, Biberhaufenweg, Dechantweg.

 

„Es wird ein schöner Tag wieder gewesen sein…“ Tag 6 aus dem Sonettenkranz, gesungen von Wolf Ratz.

Mechthild Podzeit-Lütjen, Geboren in Bremen, lebt und arbeitet in Wien und im Seewinkel. Zahlreiche Preise; mehrere Reisestipendien nach Kuba. Viele weitere Studienreisen. Zahlreiche Publikationen, zuletzt: Perseus oder das Unvorhergesehene. Hörbuch, 2013. welch eine liebe. der geheime grund. Lex liszt 12. Oberwart. 2016. du bist bei mir. Hörbuch. Lex liszt 12. 2018. Studium der Deutschen Philologie. 2019 Sponsion zu MA. Neuerscheinungen u. a. 2020: Podium Porträt. (Lyrik) www.podzeit-luetjen.at Foto: privat

“Wenn die Körper ineinander fließen, wechselt ein Brennen von dir zu mir.”

Wolf Ratz, Geboren in Bilbao (Euskadi/ Spanien), lebt in Wien und Kolumbien. Lyriker und Liedermacher. 4 Gedichtbände auf Deutsch und Spanisch, zuletzt Podium Porträt 98. Herausgeber von Anthologien. Zahlreiche Beiträge in internationalen Literaturzeitschriften und Anthologien. Als Lyrikübersetzer zuletzt „Sprung ins Blaue“ von María Elena Blanco (Wieser 2016). Verschiedene Lyrikpreise. Mitglied von GAV, Podium und ÖSV. Als Liedermacher 3 Alben, 2020 „Salamander“ (redpmusic, Wien). www.redpmusic.com/wolf-ratz.at Foto: Anita Pravits

„Und doch ist es derselbe Wind heute wie damals auf der Haut und in den Ohren.“

Beatrice Simonsen, Geboren in Wien, lebt als Literaturkritikerin, Kulturvermittlerin und Autorin in Wien und im Burgenland. Konzipierung und Organisation von Projekten im Zusammenspiel von „Kunst und Literatur“ seit 2013. Literarische Prosa- Publikationen über Kunst und andere Themen in Zeitschriften, Anthologien und im Hörfunk. Herausgeberin von „Grenzräume / Südtirol“, „Grenzräume / Burgenland“ und “Kunst und Literatur. Der Literatur Raum im Bildhauerhaus in St. Margarethen im Burgenland“. www.kunstundliteratur.at Foto: Dirk Simonsen

Beitragsbild © Dirk Simonsen: In die Weite gehen

 

 

28. Februar 2020 Lesungen im WERKRAUM HONIG in Wien

Lesungen von FAUSTO DELEGÀ, ANA SCHORETITS und BEATRICE SIMONSEN aus “Kunst und Literatur. Der Literatur Raum im Bildhauerhaus in St. Margarethen im Burgenland” (Hg. Beatrice Simonsen) mit einführenden Worten von HILDEGARD BURGSTALLER über das Konzept des Landschaftshonigs.
Süße Lieder singen die PULLOVERTENÖRE (Armin Klein, Veit Macke, Hans Schieber)

im WERKRAUM HONIG Heiligenstädter Straße 189-191, 1190 Wien
Freitag, 28. Februar 2020 um 17 Uhr

Thema des ersten Literatur Raums im Bildhauerhaus in St. Margarethen im Burgenland war die Gegenüberstellung und Symbiose von Natur und Kultur am ehemaligen Römersteinbruch mit seinen Kunstwerken der Internationalen Bildhauersymposien. “Kunst und Literatur” verknüpfte die Sprache der Bienen – deren Wert uns mit jedem Jahr bewusster wird – mit literarischen Ausführungen zum besonderen Ort der Kunst und der Natur. “Am Anfang war die Faszination dieser Landschaft, das Staunen über die Schönheit, der Schönheit dieser Landschaft in ihrem Ursprung, die durch das Schaffen der Bildhauer geschärft / erweitert wurde. Zur Schönheit kam die Neugierde, die Neugierde, wie diese Landschaft schmeckt.” (HB)

Hildegard Burgstaller, aufgewachsen auf einem Bauernhof in Kärnten. Schon von klein auf fasziniert von Pflanzen und Tieren. Studium an der Universität für Bodenkultur in Wien. Gründungsmitglied des Vereins „Landschaftshonig Österreich“. Planung und Aufbau von „Werkraum Honig“, eine offene Werkstätte und Ort der Begegnung (Heiligenstädterstraße 189-191/2/1, 1190 Wien). www.landschaftshonig.at

“Wie an diesem Ort der Kunst, dem Steinbruch von St. Margarethen an einem Frühlingstag – einem Tag mit viel Wind, vielen Freunden und schwärmenden Bienen – vor einigen Monaten versprochen, haben die Bienen, diese komplexen und wunderbaren Wesen, die Fähigkeit, einen Ort, eine Landschaft zum Sprechen zu bringen. Heute präsentieren wir erstmals ihr Buch, ihren süßen Roman – romanzo dolce.“ (FD)

Fausto Delegà, „mielosofo” (Honigologe, Honigosoph und honigophil), verbreitet als italienischer Journalist, Spezialist für Lebensmitteltradition, die Idee des Landschaftshonigs. Initiator zweier Projekte: 2009 I mieli del Po (Honige des Po) und 2008 Mieli delle Foreste Planiziali Padane (Waldhonig einer botanisch speziellen Region in der Lombardei). Mitglied des Redaktionsteams des italienischen Online-Magazins www.cavoloverde.it. Er lebt seit 2013 in Wien, wo er im Lainzer Tiergarten und im Prater imkert.

“Zwischen den seit den Anfängen Wurzeln schlagenden Steinen, vorbei am moosbewachsenen Prantl’schen Tisch, sinnierend und schmunzelnd vor Gerhard Rühms „Innen eilt ein Mann“, neugierig lugend durch Ludwig Webers kalksandsteinige Dreiecksaugen, vorsichtigen Schrittes über das von Gras und Schnee befreite Raster von Heinz Pistol und schließlich entlang der japanischen Linie erklärt mir Fausto die Welt der Bienen. Und das Schriftbild des Honigs. Und die Geschichte des Universums. Und die Sprache der Natur.” (AS)

Ana Schoretits, geboren in Cogrštof/Zagersdorf. Schriftstellerin, langjährige Redakteurin beim ORF Burgenland, dann Leiterin des Medienbüros der Diözese Eisenstadt. Literarische Sprachen und Übersetzungen: Deutsch und Kroatisch. Schreibt Gedichte, Kurzprosa, Essays, Dramen, Künstlermonographien. 30 Jahre Autorin und Regisseurin der Theatergruppe Zagersdorf mit Aufführungen im Burgenland, Wien und Kroatien. Rund 20 eigene Publikationen u.a. bei Tyrolia, lex liszt 12. Mitglied des P.E.N.-Club. www.ana.or.at

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Wildblüten im Steinbruch St. Margarethen und Bienenstöcke von Hildegard Burgstaller mit Texten von Peter Turrini in St. Margarethen © Hildegard Burgstaller

Beitragsbild: Akazienhimmel über dem Bildhauerhaus © Dirk Simonsen

 

5. März 2020 Buchpräsentation in Eisenstadt

Vortrag von KLAUS-JÜRGEN BAUER und
Lesungen von KARIN SEIDNER und BEATRICE SIMONSEN am

Donnerstag, 5. März 2020 um 19 Uhr

auf Einladung von ARCHITEKTUR RAUMBURGENLAND

im Kunstverein Eisenstadt, Joseph-Haydn-Gasse 1, 7000 Eisenstadt

“Der Kyffhäuser Westpannoniens ist nicht, wie Reinhold Schneider einmal meinte, die Bergkirche von Eisenstadt, sondern vermutlich eher das Gelände des Steinbruchs von St. Margarethen. Jedenfalls ist dieser Berg der Kunst aber der Monte Verità Österreichs. Ein janusköpfiger Ort: Er repräsentiert sowohl Natur als auch Kultur in seinem jeweils Besten. An diesem Ort hat sich das gesamte 20. Jahrhundert hindurch die jeweilige zeitgenössische Szene konzentriert und Schicht um Schicht an Kultur angelagert, analog zu den Kalksandsteinschichten des Steinbruchs.” (Klaus-Jürgen Bauer)

Der Architekt und Kurator KLAUS-JÜRGEN BAUER spricht in einem Vortrag mit Power Point Präsentation zur interessanten Geschichte des 1967 vollendeten “Bildhauerhauses” in St. Margarethen. Es diente einst als Unterkunft für die Teilnehmer_innen der Internationalen Bildhauersymposien (1959–1976). Anfänglich von verschiedenen Bildhauer-Architekten angedacht, wurde es schließlich von Architekt Johann Georg Gsteu vollendet und erhielt mehrere Preise. Seit 2017 steht es unter Denkmalschutz und ging 2018 nach Kündigung des Pachtvertrags vom Verein Symposion Europäischer Bildhauer in den Besitz der Esterhazy Betriebe über.

Die anschließenden Autorinnen-Lesungen folgen dem Konzept von “Kunst und Literatur”, wie es in der neu erschienenen Publikation über Veranstaltungen im Bildhauerhaus zum Ausdruck kommt.
KARIN SEIDNER verfasste für den “Literatur Raum im Bildhauerhaus” 2015 einen Text zur Skulptur “Welle” der Bildhauerin Anna Maria Kupper, die 1971 beim Symposion in St. Margarethen zu Gast war. BEATRICE SIMONSEN liest ihre Erzählung über acht Bildhauerinnen, die zwischen 1959 und 1976 Teilnehmerinnen der Symposien waren. Der Text war 2017 ebenfalls in einem “Literatur Raum im Bildhauerhaus” als Soundinstallation zu hören.

Wir freuen uns, dass die damals in St. Margarethen tätige Bildhauerin ANNA MARIA KUPPER aus Luzern anwesend sein wird!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klaus-Jürgen Bauer, *1963 in Wien. Architekturstudium in Wien (Meisterklasse Holzbauer). Wissenschaftlicher Mitarbeiter Bauhaus – Universität Weimar. Promotion. Seit 2001 Lehrauftrag an der TU Wien. Architekturbüro in Eisenstadt. Bis 2006 Vorsitzender des Architektur Raumburgenland, jetzt Kurator. Seit 2010 ständiger Fachbeirat BIG Art. Vorträge im In- und Ausland. Umfassende Publikationstätigkeit (fachlich und belletristisch). Mitglied von PEN und ICOMOS.

Karin Seidner, *1963 in Wien, lebt als Psychotherapeutin, Schriftstellerin und Performancekünstlerin in Perchtoldsdorf, übt sich in der Kunst der Mutterschaft mit Hilfe von drei Söhnen und einer Stieftochter. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien im In- und Ausland. ¼ der literarischen Performance-Gruppe „grauenfruppe“ www.grauenfruppe.at. Leitet kreative Schreibworkshops www.sprach-raum.at. 2003 Siemens Literaturpreis, 2016 Forum Land.Literaturpreis, 2017 Goldstaub Literaturpreis Prosa.

Beatrice Simonsen *1955 in Wien. Literaturkritikerin, Kulturvermittlerin, Herausgeberin, Autorin. Konzipierung und Organisation von Projekten im Zusammenspiel von „Kunst und Literatur“ (u.a. Jenö Takács-Gedenkkonzerte, Kooperationen mit bildenden Künstlern). Literarische Veröffentlichung zuletzt in “Transdanubisierungen” (Hg. Elena Messner/Eva Schörkhuber, Verlag Sonderzahl 2018). Mitglied der GAV.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos:
Beitragsbild: Eingang zum Bildhauerhaus © Dirk Simonsen
Bild oben: Lesung Karin Seidner vor der Skulptur von Anna Maria Kupper © Veit Macke
Bild unten: Die im “Hörzimmer” abgebildeten Bildhauerinnen Maria Biljan-Bilger, Ursula Sax, Alina Szapoczinkow und Magdalena Wiecek  © Dirk Simonsen

13. Oktober 2019 LANDSCHAFFTKUNST in Pöttsching

Kunstlandschaft / LANDSCHAFFTKUNST
Sonntag, 13. Oktober 2019 in Pöttsching im Burgenland um 14.30 Uhr

Gespräch und Wanderung mit UTA PEYRER-PRANTL
Lesungen von MARTIN KUBACZEK und GABRIELE PETRICEK

Wanderung zu Skulpturen der ehemaligen Bildhauersymposien (unter Einbezug des KISP-Kultur-Informationssystems Pöttsching), die 2008 am freien Feld bei Pöttsching als Leihgabe des Vereins Symposion Europäischer Bildhauer (SEB) zu einer situativen Kunstlandschaft aufgestellt wurden und das Wortspiel LANDSCHAFFTKUNST herausfordern. Auslöser für die Idee, Bildhauersymposien im Römersteinbruch von St. Margarethen abzuhalten, war die Arbeit Karl Prantls am Grenzstein (1957/58), der nun wie mehrere andere Skulpturen am Mitterberg in Pöttsching steht. Mehr dazu lesen Sie hier: Gemeinde Pöttsching.

Treffpunkt beim „Energiekreis“ am Güterweg Steinbrunnäcker, 
Lesungen im Meierhof (Galerie des FKK), Hauptstraße 1, 7033 Pöttsching.

Anfahrt mit dem PKW: der Energiekreis liegt am Güterweg, der vom Sozialzentrum (Seestraße-Sozialzentrum 1, 7033 Pöttsching) auf das freie Feld hinausführt. Bitte der Ausschilderung “Grenzstein” folgen. Parkmöglichkeit in der Seestraße, entlang des Freibades/Funcourts.

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Gespräch und Lesungen nehmen Bezug auf das neue Buch über die Veranstaltungen im LITERATUR RAUM im BILDHAUERHAUS 2013 – 2017, die in St. Margarethen im Burgenland stattfanden.

Das Buch: “Kunst und Literatur. Der Literatur Raum im Bildhauerhaus in St. Margarethen im Burgenland 2013–2017” (Hg. Beatrice Simonsen) erscheint im Verlag für moderne Kunst, Wien. Format: 17 x 24 cm, 224 S. mit zahlreichen SW- und 32 Farbabbildungen. Preis: 25 Euro. Nähere Informationen.

Idee und Produktion: Beatrice Simonsen. Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Veranstaltung Fotos gemacht und zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Dokumentation verwendet werden.

Mitwirkende:

Uta Peyrer-Prantl, geboren 1939 in Oberpullendorf. Seit 1956 als Malerin tätig. Heiratet 1957 den Bildhauer Karl Prantl. 1958 Geburt der Tochter Katharina. Mitglied der Künstlervereinigung Der Kreis. 1960 Geburt des Sohnes Sebastian. 1961/62 Mitbegründerin der Gruppe Berlin 62. 1969 Initiative zu Internationale Malerwochen im Schloss Esterhazy (Orangerie) in Eisenstadt. Internationale Ausstellungen und Reisen zu Symposien mit Karl Prantl. Seit 1978 eigenes Atelierhaus in Pöttsching.
(Foto © Archiv SEB: Uta Peyrer-Prantl mit Karl Prantl † 2010)

 

Martin Kubaczek, geboren 1954 in Wien, Violinstudium an der Musikakademie Wien, Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Wien, Dissertation über Oswald Wiener. Musiker mit Alt-Wiener Tanzmusik wie in der Avantgarde- und Improvisationsszene. Von 1990 bis 2007 Lektor und Dozent an japanischen Universitäten. Literaturwissenschaftliche Beiträge und literarische Publikationen, u.a.  Somei. Texte (1997), Sorge. Roman (2009), Nebeneffekte. Gedichte (2015), Palais Rotenstern (2018).
(Foto © Dirk Simonsen: Lesung von Martin Kubaczek 2015 im Literatur Raum im Bildhauerhaus)

 

Gabriele Petricek lebt in Wien. Writer-in-Residencies in den USA, Großbritannien, Italien. Mitbegründerin des Literatursymposiums Austrian-American Podium Dialog, Easton, USA (2013), Gründerin des Literaturfests LITERATUR AM STEG (2014). Debütpreis des Staatssekretariats für Kunst für Zimmerfluchten, Erzählungen (2005). Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich für Literatur (2013), Elias-Canetti-Stipendien der Stadt Wien (2014–2016). Im Sonderzahl Verlag erschienen Von den Himmeln (2009), Joyce’s Choice (2011), Die Unerreichbarkeit von Innsbruck (2019).
(Foto © Dirk Simonsen: Lesung von Gabriele Petricek 2013 im Literatur Raum im Bildhauerhaus)

Mit Unterstützung des Bundeskanzleramts Österreich, der Gemeinde Pöttsching, der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und der Kulturabteilung des Landes Burgenland.

Fotogalerie: Dirk Simonsen
Beitragsbild: Grenzstein von Karl Prantl (1958) © Dirk Simonsen

 

5. Mai 2019 Politik in Kunst und Literatur

POLITIK IN KUNST UND LITERATUR

Sonntag, 5. Mai 2019

der TRU von ULRIKE TRUGER in Buchschachen / Markt Allhau im Burgenland
7411 Buchschachen, Trulitsch 22  www.ulriketruger.at

ATELIER-SCHAU der Bildhauerin ULRIKE TRUGER

 LITERATURPROGRAMM mit Lesungen und Diskussionsrunde 

mit SABINE GRUBER, CORNELIUS HELL,
MICHAL HVORECKY und KATHARINA TIWALD

Musikalische Interventionen mit Musik von Georg Philipp Telemann, Yoshihisa Taira und NELLY LI PUMA
mit den Flötistinnen EVAMARIA FELDER und VANESSA GASSER

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Ulrike Truger: “der TRU ist der gemeinsame nenner von TRUGER und TRULITSCH (name des weilers), aber auch ein bekenntnis zur realität, zur sichtbaren, greifbaren wahrheit, im gegensatz zur virtuellen und flüchtigen (schein)welt.
ich habe das ehemalige gasthaus aus den 1970er jahren neben meinem arkadenhof 2011 erworben und behutsam transformiert.
die großplastik TRU im außenraum ist aus den lüftungsrohren des gasthauses konstruiert und symbolisiert die verwandlung vom alten zum neuen, vom gasthaus zum atelierhaus.”

Der Literaturkritiker, Übersetzer und Essayist Cornelius Hell führte durch das Literaturprogramm und leitete die Diskussionrunde zum Thema “Politik in Kunst und Literatur”.

Katharina Tiwald las Ausschnitte aus ihrem aktuellen Theatermonolog „Marinas letzte Briefe“, einer Produktion für das Theater Drachengasse, die im April und Mai 2019 uraufgeführt wurde. Dabei ging es um die letzte Nacht der russischen Dichterin Marina Zwetajewa (1892 – 1941), die während des Stalinistischen Schreckensregimes einen Überlebenskampf führte, dem sie ein Ende setzte, indem sie freiwillig aus dem Leben schied.

Weiters zu Gast war Michal Hvorecky aus Bratislavader uns seinen neuen Roman „Troll“ vorstellte: “Osteuropa in naher Zukunft. Ein Heer aus Trollen beherrscht das Internet, kommentiert und hetzt. Zwei Freunde entwickeln immer stärkere Zweifel und beschließen, das System von innen heraus zu stören. Dabei geraten sie selbst in die Unkontrollierbarkeit der Netzwelt – und an die Grenzen ihres gegenseitigen Vertrauens.” (Verlag Klett Cotta)

Die Südtiroler Autorin Sabine Gruber las aus “Daldossi oder Das Leben des Augenblicks”: “Tschetschenien, der Irak oder Afghanistan. Es gibt kaum einen Kriegsschauplatz, an dem Bruno Daldossi nicht fotografiert hat. Jetzt ist er sechzig und versucht den Absprung in Beziehung und Privatleben, doch die Bilder von toten Kindern, trauernden Angehörigen und Verstümmelten in Ruinen lassen ihn nicht los. (…) Das Buch schaffte auf Anhieb den Sprung an die Spitze der ORF-Bestenliste, und auch das deutsche Feuilleton sprach von einem der besten Romane dieses Sommers.” (ORF Oe1)

Cornelius Hell las aus seiner brandneuen Sammlung von dreißig Biografien von Meister Eckart bis Elfriede Gerstl. „Ohne Lesen wäre das Leben ein Irrtum“ ist nicht nur eine Liebeserklärung an das Lesen, sondern beschäftigt sich auch mit der religiösen und politischen Haltung von Autor_innen.

Das Programm spannte einen Bogen von historischen Beispielen bis hin zu aktuellen gesellschaftspolitischen Phänomenen, die von den Autor_innen – und genauso von der Bildhauerin Ulrike Truger – aufgegriffen und kritisch bearbeitet werden. Inhalt des Round Table Gesprächs war die künstlerische Vermittlung politischer Haltung.

Zeitgenössische Musik aufzuführen ist Teil des Konzepts von “Kunst und Literatur”, da es um die Förderung aller aktuellen künstlerischen Entwicklungen geht. Die Komposition “Gundula’s Duets” der in Buchschachen zu Gast weilenden italienischen Musikerin Nelly Li Puma wurde von den jungen Flötistinnen Evamaria Felder und Vanessa Gasser ebenso perfekt interpretiert wie das Flötenstück des Japaners Yoshihisa Taira – eine packende Kampfszene mit zwei Querflöten. Die Vorläufer der Eisheiligen, die Schnee und Sturm brachten, förderten die konzentrierte Stimmung rund um zwei befeuerte Öfen, heiße Suppen, spannende Lesungen und eine engagierte Diskussion. Man freue sich über dieses besondere Kulturangebot mitten auf dem Land, ließen die Gäste wissen, und dass man gern wiederkommen werde.

Mit freundlicher Unterstützung von BKA Sektion Kunst, der Kulturabteilung des Landes Burgenland, der Gemeinde Markt Allhau-Buchschachen, der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und dem P.E.N. Club Burgenland.

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Ulrike Truger, geboren am 16.10.1948 in Hartberg/Stmk., erhielt 1975 ihr Diplom für Bildhauerei an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Seither freischaffend als Bildhauerin tätig, lebt in Wien und Buchschachen/Bgld. Foto © Didi Sattmann

Ausstellungen (aktuelle Auswahl)
2000 Ausstellung im Hager-Fikir-Theater in Adis Abeba, im Rahmen der österreichischen Kulturwoche in Adis Abeba, Äthiopien
2002 “stein leben”, Wiener Neustadt – Hauptplatz, Kirche St.Peter a.d. Sperr (P)
2008 “stein.”, Künstlerhaus, Wien (P)
2008 Plakataktion “Dorferneuerung”, Oberwart / Entwurf zur Umgestaltung des “Anschlussdenkmals” in Oberschützen
2008 “stein.”, Burgenländische Landesgalerie und Lisztzentrum Raiding (P)
2010-2011 “I Romni”, Parlament Wien
2014 Erinnern, Stadtmuseum St. Pölten, DOK Niederösterreich
2015 x-art Festival, Burgenländische Landesgalerie, Projektraum
(P) = Personale

Preise und Auszeichnungen (aktuelle Auswahl)
2002 Kunstpreis der Theodor Kery-Stiftung
2002 Liesl Bareuther-Preis der Gesellschaft Bildender Künstler Österreichs
2011 Ehrenmitgliedschaft der Akademie für Skulptur in Peking
2012 Verleihung des Berufstitels Professorin
2014 Kunstpreis des Österreichischen Frauenringes

Kunst im öffentlichen Raum (aktuelle Auswahl)
2000 Wien, Burgtheater: “Wächterin”, Carrara/Statuario Marmor (1986-1988)
2001-2005 Wien, Karlsplatz: “Elisabeth”, Carrara/Statuario Marmor (1998/1999)
2001 Oberwart, Stadtpark: “Aufbruch”, Krastaler Marmor, “Große Liege”, Serpentin Tauerngrün
2003 Wien, Staatsoper (Oktober), Museumsquartier-Mariahilferstraße (Dezember, bleibend): “MARCUS-OMOFUMA-STEIN”, Afrikanischer Granit
2005 Wien, Lainzer Tiergarten, Hermes Villa: “Elisabeth”, Carrara/Statuario Marmor (1998/1999) – vormals Wien, Karlsplatz
2008 Raiding, Lisztzentrum: “Großer Schritt”
2009-2011 Wien, Karlsplatz, Nähe Künstlerhaus: “GIGANT – Mensch Macht Würde”, Carrara-Statuario-Marmor

Funktionen (Auswahl)
2000 Österreichische Kulturwoche in Adis Abbeba, Leitung des Bildhauer Workshops
2003 Internationales Symposium Pazardjik, Bulgarien
2007-2008 Vizepräsidentin des Wiener Künstlerhauses
2009/10 Gastprofessur am Institut für Interventionsforschung an der Alpen Adria Universität Klagenfurt
Wintersemenster 2009/10. Beitrag “Ulrike Truger lehrt Intervention im öffentlichen Raum”
2012 Botschafterin für Bildende Kunst der Initiative Kunst hat Recht

Die Autor_innen:

Sabine Gruber, geboren 1963 in Meran (Italien). Studium der Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft in Innsbruck und Wien. Lebt in Wien. Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt: Veza-Canetti-Preis der Stadt Wien, Österreichischer Kunstpreis für Literatur 2016. Zuletzt erschienen: „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ Roman C.H.Beck 2016, dtv 2018; im Oktober 2018 erschien der bibliophile Gedichtband „Am Abgrund und im Himmel zuhause“ bei Haymon. www.sabinegruber.at Foto © Lorenz Brugger

Cornelius Hell, geboren 1956 in Salzburg, lebt seit 1993 als Autor, Übersetzer und Literaturkritiker in Wien. Publikationen u. a. über E. M. Cioran, Thomas Bernhard, Imre Kertész, Milo Dor und Peter Henisch; über 300 Sendung für den ORF und den Bayerischen Rundfunk; zahlreiche Übersetzungen aus dem Litauischen (Prosa, Lyrik und Drama), zuletzt der Roman „Das Blut ist blau“ von Undinė Radzevičiūtė (Residenz Verlag2019). Im Picus Verlag erschienen die Bücher „Lesereise Budapest. Der frivole Charme der Brückenstadt“ (2012) und „Lesereise Ungarn. Donaublick und Pusztatraum“ (2013). Jüngste Publikation: „Ohne Lesen wäre das Leben ein Irrtum. Streifzüge durch die Literatur von Meister Eckhart bis Elfriede Gerstl“ (Sonderzahl Verlag 2019). Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung 2018.

Michal Hvorecky, geboren 1976, lebt in Bratislava. Auf Deutsch erschienen bereits drei seiner Romane und eine Novelle. Hvorecky verfasst regelmäßig Beiträge für die FAZ, die ZEIT und zahlreiche Zeitschriften. In seiner Heimat engagiert er sich für den Schutz der Pressefreiheit und gegen antidemokratische Entwicklungen. Zuletzt erschien sein Roman “Troll” 2018 bei Klett-Cotta.
Foto © Nora & Jakub


Katharina Tiwald, 
geboren 1979 in Wr. Neustadt, aufgewachsen im Burgenland. Studierte Linguistik und Russisch in Wien, St. Petersburg und Glasgow. Veröffentlichungen seit 2005 in den Bereichen Roman, Lyrik, Reiseessayistik und Herausgeberschaft. Im Theaterbereich zuletzt: das Politstück „Stalins Heiliger“ (2014) und die beiden auf found footage basierenden Klang- und Radiostücke „Die Kümmerinnen in: Leuchtkraftformel“ (2014) und „Mann Ohr Mann! Ein Geschlecht wird belauscht“ (2015), alle im Theater Drachengasse. Seit 2013 Vorsitzende des burgenländischen PEN-Clubs.
Foto © Dessislaw Pajakoff

Die Musikerinnen:

Nelly Li Puma wurde in Sizilien geboren. Klavierstudium am Conservatorio Vincenzo Bellini in Catania. Sie schloss dieses Studium mit Auszeichnung ab.
Tätigkeit an der Musikhochschule Köln als Korrepetitorin. Gesangsstudium am Wiener Diözesankonservatorium für Kirchenmusik Wien. Engagements in Schweden als Dirigentin sowie Zusammenarbeit mit Maestro Giovanni Impellizzeri. Lehrtätigkeit bzw. Dirigierkurse gemeinsam mit Anders Eby und Gary Graden an der Royal Academy of Music in Stockholm und mit Simon Carrington in Italien. Publikationen eigener Kompositionen sowie CD Aufnahmen. Zahlreiche internationale Chorprojekte sowie Konzerte als Pianistin, Komponistin und Dirigentin. www.nellylipuma.com

“Gundula’s duets, Duette für 2 Flöten, gehören zu meinen ersten Wiener Werken. Gundula, Flötistin und Theologin, beauftragte mich mit diesen Arbeiten. Vor Beginn der Komposition widmete ich mich dem Studium und der Analyse der Barockliteratur für zwei Flöten und, insbesondere, den Werken von Wilhelm Friedemann Bach. Die Duette wurden im Februar, dem Karnevalsmonat, komponiert. Daher wurde das letzte Duett – Nr. 6 – von dem wundervollen venezianischen Karneval inspiriert: ein Fluss von Masken und Tänzen, die unaufhörlich aufeinander folgen und überlappen, verspielt in einem Fluss von Stimmungen und Farben.” (Nelly Li Puma)

Evamaria Felder, geboren 1994, aus Schüpfheim (Luzern, Schweiz) spielt seit ihrem achten Lebensjahr Flöte. Im Sommer 2018 beendete sie ihr Bachelorstudium an der Hochschule für Musik in Luzern. Zurzeit befindet sie sich im Studium Konzertfach Flöte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (MdW) in der Klasse von Hansgeorg Schmeiser. Sehr am Herzen liegt ihr das Trio di Gioia, welches seit 2014 besteht und jährlich zwei Konzertprogramme einstudiert und mit Künstlern aus anderen Bereichen zusammenarbeitet. Ausserdem ist sie Mitbegründerin der Musik-Theater-Improvisations Gruppe „TaTa Theater“ und gibt regelmässig Konzerte im In- und Ausland.


Vanessa Gasser
, erhielt ihren ersten Querflötenunterricht an der Musikschule Dornbirn bei Firouzeh Taghadossi-Navai. Von 2013 bis 2016 besuchte sie das Musikgymnasium Feldkirch und studierte dort Flöte in der Klasse von Eugen Bertel. Seit 2016 studiert sie Konzertfach Flöte und seit 2018 Instrumentalpädagogik Flöte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Hansgeorg Schmeiser.

Fotos: Beitragsbild © Didi Sattmann, Fotogalerie © Dirk Simonsen

25. Mai 2019 Autor_innen zu Gast bei Künstler_innen

 

Tag der Offenen Ateliers, Samstag, 25. Mai 2019, 14 – 18 Uhr

BEGEGNUNGEN / „Zwischen den Zeilen

SchriftstellerInnen zu Gast bei KünstlerInnen

Friedrichshof, Römerstraße 7, 2424 Zurndorf

Anlässlich der Tage der Offenen Ateliers treffen drei AutorInnen der Grazer AutorInnenversammlung – Gerhard Altmann, Karin Ivancsics, Beatrice Simonsen – auf die bildenden KünstlerInnen
Josef Danner, Marina Horvath und Terese Schulmeister

Ein Projekt der GAV Burgenland, mit Unterstützung der Kulturabteilung des Landes Burgenland; Koordination: Karin Ivancsics für die GAV. www.karinivancsics.at

“Intention/zum Projekt – Unter den Gründungsmitgliedern der Grazer Autorinnen Autorenversammlung fanden sich neben Friedrich Achleitner, Tone Fink, Valie Export und Hermann Nitsch auch Otto Mühl. (Unter den AutorInnen u. a. H. C. Artmann, Ernst Jandl, Elfriede Gerstl, Barbara Frischmuth, Friederike Mayröcker, Wolfgang Bauer …) Seit ihrem Bestehen hat es sich die GAV zur Aufgabe gemacht, einerseits die Verständigung und Kooperation von AutorInnen und KünstlerInnen zu fördern und andererseits Strömungen und Verfahrensweisen Raum zu geben und Beachtung zu schenken, die sich abseits des großen Marktes finden. Sie fördert ihre Mitglieder sowohl ideell, indem sie sie in ihren kulturpolitischen Anliegen unterstützt als auch materiell, indem sie Veranstaltungen organisiert und Honorare zur Verfügung stellt. Es geht u. a. um Verknüpfung und Auseinandersetzung mit anderen Künsten und Medien, gattungsüberschreitendes Arbeiten und interaktive Kommunikation.” (Karin Ivancsics)

BEGEGNUNGEN / „Zwischen den Zeilen“
Die Begegnungen finden sowohl zwischen AutorInnen und KünstlerInnen,
in Worten, Bildern und Werken unterschiedlicher Genres, als auch zwischen Publikum und Kreativen, in Lesungen und Gesprächen, statt.

14 Uhr Atelier MARINA HORVATH
In der Reihe „Zwischen den Zeilen“ wird es ein Werkstattgespräch mit Marina Horvath und Gerhard Altmann geben, der sich mit Marinas Arbeiten auseinandergesetzt und Texte dazu verfasst hat. Moderation: Karin Ivancsics. Darüber hinaus wird Gerhard Altmann aus seinem neuen Gedichtband „mit mir umarmt dich das meer“ (Frühjahr 2019, lex liszt 12) lesen.

15 Uhr 30 Atelier TERESE SCHULMEISTER
Welcome Performance und Malerei: Terese Schulmeister
Lesung: Beatrice Simonsen
Special guest: Wolfgang Capellari – “Dünen” – Malerei, Musik

Die innere Verbindung zur bildenden Kunst speist sich für Beatrice Simonsen aus verschiedenen Quellen, dem  Studium der Kunstgeschichte, der Tätigkeit als enge Mitarbeiterin der Galeristin Grita Insam in den 1980er Jahren … Aus der bleibenden Neigung zur Kunst und der Beschäftigung mit Literatur als Kritikerin entwickelte sich die Idee, synergetisch wirkende Veranstaltungen zu „Kunst und Literatur“ zu konzipieren. Als Autorin widmet sie sich immer wieder dem Schreiben zu/über Kunst, u.a. über jene Bildhauerinnen, die an den Internationalen Bildhauersymposien der 1960/70er Jahre in St. Margarethen teilnahmen – der Müttergeneration aktueller Künstlerinnen wie Terese Schulmeister, die meint: „Malerei zieht ihre Spuren als Linien und Farben durch Seelen- und Körperlandschaften. Innen- und Außenwelt verschmelzen, zeitlos. Darstellungen von Menschen faszinieren mich, Transparenz des Malprozesses auch inhaltlich: die Masken enthüllen, um Freiheit, Energie und Lebensfreude sichtbar zu machen.”

17 Uhr Atelier JOSEF DANNER
Karin Ivancsics, aufgewachsen im Nachbarort Deutsch Jahrndorf, und Josef Danner, gebürtiger Niederösterreicher, kennen einander aus den 1990er Jahren und haben eine Zeitlang sogar als Nachbarn in Wien gewohnt, lange Diskussionsabende waren keine Seltenheit. Was hat sich inzwischen bei beiden getan? Wo gibt es Verbindungen? Karin Ivancsics liest aus ihrem jüngsten Roman „Die Gastgeberin“ – die Erzählerin ist Malerin und gibt Kurse an einer Volkshochschule; abends empfängt sie in ihrem Salon verstorbene KünstlerInnen und tauscht sich mit ihnen aus. Josef Danner zeigt Aphorismen und Statements aus seinem – immer noch sehr aktuellen – Werk „Fragmentarischer Bericht aus Monopolyland“ von 1992/93 und  eine Beamer -Projektion der ARGE einwandaufbruch (Heide Aufgewekt, Josef Danner, Georg Lebzelter).

Beitragsbild © Burgenländische Akazien von Dirk Simonsen,  Bild oben © “Frauenrunde” von Terese Schulmeister www.tereseschulmeister.at

Fotos der Veranstaltungen vor und im Atelier von Marina Horvath © Paul Ritter, andere © Dirk Simonsen

11. April 2019 Jenő Takács Konzert und Lesung in Siegendorf

 

KONZERT UND LESUNG IM KASTELL

Klavier-Erlebnisse für 1, 2, 3, 4 Hände : “Vor, nach und von JENÖ TAKÁCS”
mit ASTRID SPITZNAGEL & ROBERT LEHRBAUMER
Originelles, Witziges, Stimmungsvolles von Schubert, Strawinsky, Takács, Spitznagel u.a. mit einer Lesung von BEATRICE SIMONSEN
Donnerstag, 11. April 2019
Beginn 19.00 Uhr: KUZ im Rathaus, Rathausplatz 1, 7011 Siegendorf
Begrüßung: Bürgermeister Mag. Rainer Porics

Konzert:

Die nunmehr vierte Veranstaltung in Serie zum Andenken an den Komponisten Jenö Takács in seiner Heimatgemeinde brachte auch diesmal wieder Prof. Robert Lehrbaumer nach Siegendorf. In seinem neuen Programm erfuhren die Kompositionen des Musikers eine charmante verbale Vermittlung, ebenso wie die fesselnde Interpretation am Klavier. Robert Lehrbaumer versteht es, nicht nur historische Musikbezüge herzustellen, sondern unterhaltsam im besten Sinn zu moderieren und sein Publikum für Musik im Allgemeinen und Jenö Takács im Besonderen zu begeistern. Der Wiener Pianist versprach Originelles, Witziges, Stimmungsvolles – und hielt es auch! Bei den Klavier-Erlebnissen für 1,2,3,4 Hände wurde er von der vielseitigen Musikerin Astrid Spitznagel aufs Allerbeste unterstützt und es gab die Gelegenheit, sie nicht nur als Interpretin, sondern auch als Komponistin kennenzulernen.

Lesung:

Auch der literarische Beitrag zum Konzert von Beatrice Simonsen wurde von Humor getragen. In ihrer Erzählung “Annas Kur” wird die Hauptfigur im ironischen Widerspruch zwischen konventionellen Erwartungen und persönlichen Bedürfnissen auf Sinnsuche geschickt. Überraschende Begegnungen mit Persönlichkeiten aus der Film- und Musikwelt bringen Anna schließlich auf die richtige Spur.

Beim anschließenden Ausklang bei Buffet und Wein fanden Publikum und Künstler_innen wie immer in feiner Atmosphäre zueinander und gedachten dem Spiritus rector der Veranstaltung: Jenö Takács.

Eine Kooperation von Kunst und Literatur mit der Jenő Takács Stiftung und der Marktgemeinde Siegendorf. Mit freundlicher Unterstützung des Klavierhauses Gustav Ignaz Stingl (Wien).
Wir danken Prof. Robert Lehrbaumer und Astrid Spitznagel für ihre Auftritte!
Idee/Konzept/Organisation: Beatrice Simonsen

Jenő Takács wurde am 25. September 1902 in Cinvalva (heute: Siegendorf), Komitat Sopron (Ödenburg), Österreich-Ungarn geboren und starb am 14. November 2005 in Eisenstadt. Er war ein pannonischer Komponist, Pianist, Musikethnologe und Pädagoge, den man auch als „arabischer Bartók“ bezeichnete. Er war viele Jahre als Professor am College-Conservatory of Music in Cincinnati in Ohio tätig und lebte im Alter wieder in seiner Heimat in Siegendorf. Siehe auch www.takacsjeno.com.

Die Interpreten:

Astrid Spitznagel, geboren in Niederösterreich, mit vier Jahren erster Klavierunterricht, ab dem 9. Lebensjahr Violinunterricht, ab dem 16.Lebensjahr Flöte als Autodidaktin. Ab 1972 Klavier bei Dieter Weber in Wien.

Ab 1976 Studium an der Hochschule (heute Universität) für Musik und Darstellende Kunst in Wien: Klavier Konzertfach, Klavier Kammermusik (Diplom 1982), Flöte Konzertfach (1987 Diplom mit einstimmiger Auszeichnung und Würdigungspreis des Österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung), Cembalo Konzertfach und Musikpädagogik (1980 Lehramt mit
einstimmiger Auszeichnung und Würdigungspreis des Österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, Lehrbefähigung für Flöte mit Auszeichnung).
Seit 1983 Korrepetitorin an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien.

Als Pianistin, Cembalistin und Flötistin zahlreiche Auftritte in Europa, Japan Korea, Taiwan, USA und Kanada. CD- und Rundfunkaufnahmen sowie internationale TV-Auftritte.

Komponistin von Orchester-, Kammer-, Film- und Kirchenmusik, Liedern und Instrumentalwerken, welche bislang in Europa, USA, Kanada, China, Brasilien, Mexico, Chile, Japan, Korea und Taiwan zur Aufführung gelangt sind und bei mvam, Edition Thurnhof und EHW verlegt werden. Zu den Interpreten bzw. Widmungsträgern ihrer Werke zählen u.a. Carole Dawn Reinhart, Siegfried Führlinger, Robert Lehrbaumer, Meininger Trio, Radio Symphonie Orchester Bukarest
und Opern-Philharmonische Gesellschaft Varna.
Über ihr “Pezzo Pazzo” für Trompete und Klavier wurden bisher zwei wissenschaftliche Arbeiten verfaßt.

Robert Lehrbaumer wurde in Wien geboren und war Mitglied der Mozart-Sängerknaben. Er begann schon als Neunjähriger seine Pianistenlaufbahn, später trat er auch als Konzertorganist und Dirigent regelmäßig auf und ist heute in nahezu allen Ländern und Hauptstädten Europas, in Nord-, Mittel- und Südamerika, Afrika sowie im Nahen und Fernen Osten in berühmten Häusern (Wiener Musikverein und Konzerthaus, Carnegie-Hall New York, Suntory Hall Tokyo etc.) zu Gast.

Seine Ausbildung erfolgte an der Wiener Musikhochschule (heutige Musikuniversität) bei den Professoren G. Schwarbauer, H. Schwertmann, H. Medjimorec (Klavier Konzertfach), Dr. R. Scholz (Orgel Konzertfach), O. Suitner (Dirigieren) und Th. Chr. David (Tonsatz/Komposition).

Es folgten Auftritte mit den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, den Niederösterreichischen Tonkünstlern, dem Mozarteum Orchester Salzburg, der Camerata Salzburg und vielen anderen Klangkörpern, unter Dirigenten wie Claudio Abbado, André Previn, Yehudi Menuhin u.v.m. Neben der solistischen Konzerttätigkeit arbeitete er vor allem mit Walter Berry und Angelika Kirchschlager sowie mit Anton Dermota, Philippe Entremont, Adrian Eröd, Friedrich Gulda, Michael Heltau, Helmut Lohner, Elfriede Ott, Erika Pluhar, Ildiko Raimondi, Wolfgang Schneiderhan, Bo Skovhus u.v.a. sowie mit vielen prominenten Ensembles zusammen.

Zudem widmete er sich auch Ur- und Erstaufführungen mit Werken von Gottfried von Einem, Jenö Takács, Robert Schollum, Helmut Eder, György Kurtág, Ivan Eröd, Astrid Spitznagel u.a. und ist außerdem unterrichtend tätig.

Lesung:

Beatrice Simonsen, geboren in Wien, lebt und arbeitet in Wien und im Burgenland. Literaturkritikerin, Herausgeberin (Grenzräume. Eine literarische Landkarte Südtirols 2005 und Grenzräume. Eine literarische Spurensuche im Burgenland 2015), Kulturvermittlerin (Konzipierung und Organisation von Projekten im Zusammenspiel von „Kunst und Literatur“. Seit 2015 mehrere literarische Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.

Foto Jenő Takács © Jenő Takács Stiftung, Foto Astrid Spitznagel © Dieter Schewig, Fotos Robert Lehrbaumer und Beatrice Simonsen © Dirk Simonsen

23. September 2018 Kunst und Literatur IN AUS ÜBER FÜR St. Margarethen

Kunst und Literatur IN AUS ÜBER FÜR St.Margarethen am 23. September 2018 um 15 Uhr

IN        …  Weinberggasse 1a, 7062 St. Margarethen – Berg  im Atelier von BRIGITTE WEILER

AUS    …  Lyrik von ROSA LEITNER und Musik vom TRIO SAITENWEISE

ÜBER  … Prosa und Lyrik von JOSEF MARSCHALL und THEODOR KRAMER

FÜR    …  Poesie von KLAUS HABERL

Im Atelier von Brigitte Weiler am Berg zwischen Rust und St. Margarethen wurde der allgemeinen Bedeutung von Traditionen, dem Andenken historisch bedeutender Orte und Persönlichkeiten und der Lebendigkeit aktuellen Kunstgeschehens nachgespürt. Zwischen diesen Polen spannte sich das Geschehen der Veranstaltung.

Einer der Protagonisten der diesmaligen „Ausgabe“ von Kunst und Literatur war der Wiener Romanautor und Dichter Josef Marschall (1905–1966), der in den 1930er Jahren als „Fremder“ nach St. Margarethen kam und einen 1940 erschienenen Roman über das “Bauernland Burgenland” schrieb. Sein Werk gilt es neu und kritisch zu lesen. Einen Kontrapunkt hierzu bildete Lyrik von Theodor Kramer (1897–1958), der schon in den 1920er Jahren das Burgenland durchstreifte. Sein Gedicht “Vagabund” (1929) zeigt eine andere Sicht auf das gelobte Bauernland. Das Musikertrio “Saitenweise”, die traditionelle Musikerfamilie Unger aus Sankt Margarethen, spielte jüdische Klezmer Musik ebenso behände wie ungarischen Csardas und Tanzmusik des Urgroßvaters und Kapellmeisters Joseph Unger. Der  Wiener Schauspieler und Autor Klaus Haberl las einen Ausschnitt aus Marschalls Roman “Der Fremde” und aus “Vagabund” von Theodor Kramer. Außerdem brachte er Kostproben seiner eigenen lyrischen Arbeit zu Gehör, die eine poetische Neuorientierung zeigen, ebenso wie die Lesung der aus St. Margarethen stammenden Dichterin Rosa Leitner. Die Freude am Experimentieren zeigte sich nicht nur bei den Literaten, sondern auch bei Brigitte Weiler, die mit Drucktechniken aller Art, Künstlerbüchern und Papierobjekten aufwartete. Das ungewöhnliche Haus – ein ehemaliger umgebauter Wasserspeicher – mit Blick über die Ebene bis zum Schneeberg bildete den besonderen Rahmen für diesen Reigen individueller Positionen rund um die künstlerische Tradition des Ortes.

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Informationen zu den Mitwirkenden:

BRIGITTE WEILER

lebt und arbeitet in Wien und in St. Margarethen – Berg. Sie wurde in Eisenstadt geboren und war Schülerin der burgenländischen Künstlerin Sr. Elfriede Ettl. Elfriede Ettl. Elfriede Ettl ist eine ungewöhnliche Erscheinung in der Kunstwelt, da sie als Ordensschwester an der Akademie für Bildende Künste in Budapest studierte und auch an Oskar Kokoschkas Schule des Sehens in Salzburg teilnahm. Sie war als Lehrerin am Theresianum Eisenstadt tätig, wo sie für Brigitte Weiler zu einer wichtigen Impulsgeberin für ihren eigenen künstlerischen Werdegang wurde. Sie besuchte zur Aus- und Weiterbildung zahlreiche Kurse und Seminare u. a. in der Kunstakademie Bad Reichenhall und in der freien Kunstakademie Augsburg und nahm an vielen Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland teil.

“Ein Schwerpunkt meiner Arbeiten sind verschiedene Drucktechniken wie Lithografie auf Stein und Aluplatte, Radierung, Intagliografie und Siebdruck, ein weiterer ist Papierschöpfen und dreidimensionales Arbeiten mit Papier und Metall. Mich fasziniert der Werkstoff Papier, angefangen bei der manuellen Papierherstellung über Experimente mit verschiedenen Papieren oder Gestalten von Künstlerbüchern; bei den Papierobjekten die Verbindung des fragilen, federleichten Papiers mit der Schwere des Metalls. Bei der Druckgrafik begeistert mich die Verbindung von Kunst und Handwerk, die Neugierde und Freude auf den ersten Druck. Im Vordergrund steht keineswegs der Auflagendruck sondern das experimentelle Drucken und die Verbindung verschiedener Drucktechniken.”

Brigitte Weiler ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Kunstvereins „Druckwerk Perchtoldsdorf“ und Mitglied der Künstlervereinigung „Kunstaspekt“ in Baden bei Wien.

ROSA LEITNER

geb. Kugler, aufgewachsen in St. Margarethen, wohnhaft in Oberschützen im Südburgenland. Veröffentlichungen von Märchen, Kurzprosa und Gedichten in verschiedenen Anthologien, Lyrik unter dem Titel “frag ment” (Edition Weinviertel, 2011).

KLAUS HABERL

geb. 1957 in Wien. Dramatiker, Lyriker, Schauspieler, Regisseur. Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung, des Literaturkreises „Podium“ und der IG Autoren.
Lyrikveröffentlichungen: Ein Zimmer hinaus, in dem ich wohne“, edition lex liszt 12, 2010. „Auf den Treppen der Erde“, edition lex liszt 12, 2015. „venus versus mars“, Gedichte und Sounds/ edition zeitzoo, 2015
Theaterstücke: „Jugend und Engel“, Dramatikerstipendium des BMUKK, 2000. „Hain“, UA 2001, Nestroy-Preis für die beste Off-Theaterproduktion. „Big Change“, UA kontextlabor Wien, 2006. „Lieblinge des Himmels“, UA Landestheater Niederösterreich, 2011.

JOSEF MARSCHALL

wurde 1905 in Wien geboren und starb 1966 in Eisenstadt. Er war als Oberstaatsbibliothekar und stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek der Universität Wien tätig. Zudem war er Autor von Erzählungen und Romanen, die oft das Leben von Musikern (etwa Hugo Wolf und Joseph Haydn) zum Inhalt hatten. Als sein größter Erfolg galt das 1940 erschienene Hauptwerk Der Fremde, das bis 1988 immer wieder neu aufgelegt wurde. Der Ort St. Margarethen ist Hintergrund für diesen Liebesroman, der von der Archaik des  dörflichen Lebens im Burgenland geprägt wird. In seinen letzten Lebensjahren verfasste Josef Marschall überwiegend Naturlyrik, von Stimmungen wie Landschaft seiner Wahlheimat Burgenland inspiriert. Der Marschall-Kreis in St. Margarethen pflegte bis 2004 das Andenken des Dichters unter der Leitung von Obmann Dir.Alexander Wind.

THEODOR KRAMER

wurde 1897 in Niederhollabrunn in NÖ geboren. Er diente im Ersten Weltkrieg als Offizier in der österreichischen Armee. Ein anschließendes Studium der Germanistik und Staatswissenschaften brach er ab und arbeitete in der Folge als Beamter und Buchhändler. Ab 1931 lebte er als freier Schriftsteller und war Gründungsmitglied der Vereinigung sozialistischer Schriftsteller. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde Kramer als Jude und Sozialdemokrat ein Arbeits- und Berufsverbot auferlegt. 1939 emigrierte er nach London, wo er zum Teil als Feindlicher Ausländer interniert war. Ab 1943 arbeitete er in Guildford am County Technical College als Bibliothekar und erhielt später die britische Staatsbürgerschaft. Erst 1957 kehrte er nach Wien zurück und erhielt eine Ehrenpension des Bundespräsidenten.

TRIO SAITENWEISE

Die Musikformation „Saitenweise“ entstammt einer traditionellen Musikerfamilie aus Sankt Margarethen. Das Ensemble wird aus den Drillingskindern Julia, Daniel und Linda Unger gebildet, die mit ihrem Vater Bernhard Unger in unterschiedlichen Besetzungen und Instrumentierungen auftreten. Geprägt durch die Volkstanzmusik des Ortes in Verbindung mit der klassischen Ausbildung der beiden jungen Geiger Julia und Daniel im Joseph Haydn Konservatorium, das die beiden Musiker seit vielen Jahren erfolgreich besuchen, kann ein breites musikalisches Repertoire vorgewiesen werden. Somit bleibt das Wirken des Urgroßvaters und Kapellmeisters Joseph Unger, Gründer der „Unger-Banda“, durch seine Nachfahren lebendig.

Die Veranstaltung fand bei freiem Eintritt statt. Mit Unterstützung der GAV / Burgenland und der Gemeinde St. Margarethen … im Rahmen von Burgenland liest!

Fotos: Fotogalerie und Atelier Haus in St. Margarethen – Berg von Ferne © Dirk Simonsen und aus der Nähe © Ernst Weiler

8. September LESUNG bei Literatur am Steg

Eindrücke vom stimmungsvollen Lesefest “LITERATUR AM STEG” (Idee und Organisation: Gabriele Petricek) an der Alten Donau in Wien, bei dem der Sammelband “ZU ANDEREN UFERN. Transdanubisierungen” (2018 hg. von Elena Messner und Eva Schörkhuber im Verlag Sonderzahl) vorgestellt wurde, sehen Sie hier. Es lasen: ELENA MESSNER, AND PAWE, GABRIELE PETRICEK, EVA SCHÖRKHUBER, BEATRICE SIMONSEN und PETRA STURM. Fotos: © Dirk Simonsen