Pressemeldung zum Bildhauerhaus in St.Margarethen im Burgenland

Eine Ära des in sich begründeten Wirkens und (Kunst)Schaffens im Bildhauerhaus als Vereinssitz ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ ist zu Ende!“ Lesen Sie die aktuelle PRESSEMELDUNG von Sebastian Prantl im Namen des Vereins SYMPOSION EUROPÄISCHER BILDHAUER (SEB).

Nach fünf Jahren (2013-2017) fruchtbarer Kooperation von „Kunst und Literatur“ mit dem Symposion Europäischer Bildhauer im „LITERATUR RAUM im BILDHAUERHAUS“ möchte ich alle, die als Gäste in diesem Haus zugegen waren, und auch sonst alle, die das Werk des SEB kennen und schätzen, auf die tiefgreifenden Veränderungen dieses für Österreich kunsthistorisch bedeutenden Ortes hinweisen.

PRESSEMELDUNG von Sebastian Prantl, Obmann SEB -Künstlerischer Leiter TAW, im September 2018:

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KARL PRANTL (1923-2010), Doyen der abstrakten Bildhauerei und Begründer der weltweit renommierten Symposions-Idee von St. Margarethen, dessen exemplarisches ‚Bildhauerhaus‘ als Vereinssitz, gerät unter die Räder…

Dem Verein ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘(SEB) am Hügel von St. Margarethen im Burgenland wurde im August der Vereinssitz – das exemplarische Bildhauerhaus – aberkannt. Eine Räumungsklage, angestrengt durch die Esterhazy-Holding (mit Vorstandsvorsitzendem Dr. Stefan Ottrubay) wurde vom OGH bestätigt, wonach die ‚Immobilie‘ umgehend an den Grundeigentümer Esterhazy abgegeben werden muss.

Das Urteil ging ausschließlich auf den Mietbestand des Bildhauerhauses ein und klammerte die eigentliche Materie – die einmalige Symbiose von Kunst, Natur- und Architekturraum aus. Das Bildhauerhaus eingebettet in das vielschichtige‚ bildhauerische Oeuvre am Hügel von St. Margarethen, welches seit 1959 in mehreren Perioden erschaffen wurde und eine anhaltende, internationale Bewegung generiert, ist als Ort der Kommunikation und ‚Think Tank‘ weit über St. Margarethen ständig in Bewegung.

Eine Ära des in sich begründeten Wirkens und (Kunst)Schaffens im Bildhauerhaus als Vereinssitz ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ ist zu Ende!

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STATEMENT FRIEDERIKE MAYRÖCKER

….. „Man hat Exempel dasz oftmals Leute in Steine verwandelt sind. Also soll zu gewissen Jahreszeiten an bergigen Orten der Provinz auf der Mittagsseite, eine Luft wehen, die ganze Kompanien von Herden, durch ihren Hauch an Anblasen sofort in Steine verwandeln. Die Steine werden schreien“ …..
(Aus einem Stein entsprungen : Aus einem Verwandtschaftshimmel : zu Karl Prantl’s Arbeiten in Stein)

STATEMENT FRIEDRICH CERHA

„Das Ensemble der Steine auf dem Hügel von St. Margarethen, das in den von meinem Freund Karl Prantl 1959 begründeten Symposien Europäischer Bildhauer geschaffen wurde, ist das augenfälligste Dokument einer Erneuerungsbewegung in unserem Kulturleben, die österreichische Künstler zu dieser Zeit auf allen Gebieten (Musik: Gründung des Ensembles „die reihe“, Literatur und Geistleben: „Forum Stadtpark“) in Eigeninitiative und – Verantwortung ins Werk gesetzt und damit Türen zur internationalen Kulturwelt geöffnet haben.

Die Gesamtanlage der Steine in diesem Stück Natur atmet den gemeinsamen Gestaltungswillen ihrer Schöpfer und stellt, abgesehen vom Kunstwert der einzelnen Steine, ein relevantes Stück österreichischer Kultur- und Zeitgeschichte dar. Sie in der bestehenden Form zu belassen und in einer ihrem Geist entsprechenden Form erlebbar zu erhalten stellt für mich eine unabdingbare Forderung an einen verantwortungsbewussten Denkmalschutz in Österreich dar.“

Kernthema der Gerichtsverfahren war die immer wieder auftretende Problematik, wie die wechselseitigen Rechte und damit das Mitspracherecht verschiedener Eigentümer unter Denkmalschutz gestellter Sachen zu handhaben sind. Die Gerichte nahmen die Herausforderung, diese Mitspracherechte generell einer Regelung zu unterziehen, nicht an und überließen die Eigentümer dem zermürbenden alltäglichen Streit, wer wofür zuständig ist und wer welchen Maßnahmen der zusammengehörigen Sachen, im vorliegenden Fall eines geschützten Ensembles, zustimmen muss. Dass diesbezüglich ein Regelungsbedarf besteht, zeigen nicht nur die Steinskulpturen von St. Margarethen.

Im ständigen Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen und künstlerischen Interessen wird wohl damit kalkuliert, dass dem ausschließlich der künstlerischen Idee verpflichteten Verein gegenüber der Wirtschaftsmacht der Stiftung Esterhazy irgendwann die Luft ausgeht. Sind wir nun auch hierzulande, dem Trend folgend: ‚das Recht des Mächtigeren zu untermauern‘ an einem neuen Scheideweg angelangt?

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Dieser inhaltlich-anspruchsvolle Konnex von ‚Social Sculpture & Nature‘ (Joseph Beuys) wäre die juristisch-interessante Arbeit gewesen! Wie es scheint, in Österreich kein Thema. ? Non-Profit wird kurzer Hand in Profit zu Gunsten des Landbesitzers umgemünzt? Ein kontemplativer Vereinssitz wird zum Foyer von ‚Neuem‘ degradiert? We are from new Austria!

Besonders anspruchsvolle Sachlagen, wo frei zugängliche Kunst- und Naturräume seit Jahrzehnten mannigfaltig nutzbar – und durch öffentliches Interesse, mittels öffentlichen Steuergeldern unterstützt – diese Synergie mittragen, scheint zu komplex, auch für eine rechtstaatliche Judikatur dieses Landes.

Jetzt ‚schweben‘ die Steinskulpturen, die sich weiterhin im Besitz des Verein SEB befinden, im ‚denkmalgeschützten Raum‘ und werden zunehmend vom ‚Esterhazy Opera Empire‘ mit dem neuen Logo ‚PIEDRA‘ marktgerecht vereinnahmt. Die KünstlerInnen und UrheberInnen von St. Margarethen würden sich dabei im Grabe umdrehen!

In Zeiten von Kitsch, Profit und Heimattümmelei ist der Vorgang, wie er derzeit in St. Margarethen stattfindet, ein unwiederbringlicher Verlust autonomen Wirkens und Vermittelns. Er entbehrt jeglicher (kunst)geschichtlicher Faktenlage und muss als ‚feindlicher Akt‘ von Urheberschaft beschrieben werden, welcher den Symposions-Gedanken kontrakariert.

In den letzten Jahren fanden mannigfaltige, sinnstiftende Symposien und Veranstaltungen im Bildhauerhaus statt, welche einen erweiterten Diskurs zum ‚Vorhandenen‘ anstießen, wie z. B. das ‚International ChoreoLab Austria‘, der ‚Literatur Raum im Bildhauerhaus‘, transmediale Workshops‚ Klausuren prominenter Kunst- und Architekturuniversitäten, die vor Ort neue Aspekte von Wissensvermittlung generierten.

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Als Obmann des Vereins steht der Choreograph Sebastian Prantl (Sohn des Bildhauers und Begründers) nun vor der schwierigen Aufgabe, die Skulpturen vor der Vereinnahmung durch missverstandene, ‚museale Optimierung‘ durch eine private Holding mit ihren Vermarktungsinteressen entgegenzuwirken. (Der in Betrieb genommene Parkplatz am Hang lässt nichts Gutes erahnen.)

ZIEL

  •   Ein übergeordneter noch zu erfindender ‚AUSTRIAN ART TRUST‘ (gemeinsam mit einem ausgebauten ÖSTERREICHISCHEN BUNDESDENKMALAMT, BILDRECHT…. und den ÖSTERREICHISCHEN GALERIEN als Partner und Garant…) wäre am Ende eines auf Augenhöhe geführten Diskurses eine Lösung.
  •   Das Land Burgenland und der Bund sind angehalten, gemeinsam mit SEB diesen einzigartigen Kunst- und Naturraum im ‚Unesco Welterbe Neusiedlersee‘ weiterhin uneingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.
  •   Sollte der Steinbruch von St. Margarethen als ‚Wiege’ und Materialdepot von und für Wien, nicht schon längst zum exklusiven Abbau für den Stephansdom und die Ringstraße reserviert sein (wie auch z.B. der Mailänder Dom seinen eigenen Steinbruch hat, um die Restaurierung auch in Zukunft gewährleisten zu können)?                                                             Insgesamt wurden in St. Margarethen seit 1959 von 120 internationalen KünstlerInnen über 150 Skulpturen aus dem besonderen Kalksandstein geschaffen. In seiner Gesamtheit entstand hier ein unvergleichliches kunsthistorisches Oeuvre. Heute befinden sich noch etwa 50 Kunstwerke am Ort ihrer Entstehung, verteilt über den südwestlichen Ausläufer des Hügels.

 Das ‚Europäisces Kulturerbejahr 2018‘ wurde von der Europäischen Union (EU) zum Jahr des Bewusstsein für die europäische Geschichte und einer europäischen Identität ausgerufen. Ziel ist es, die Rolle des Kulturerbes für die Gesellschaft aufzuzeigen und die Bedeutung von dessen Erhaltung, Schutz und Zugänglichkeit hervorzuheben. St. Margarethen wäre ein Paradebeispiel für eine substanzielle kunstgeschichtliche, Generationen übergreifende Aufarbeitung und Sensibilisierung!

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CHRONOLOGIE

1957/58 Karl Prantl arbeitet am ‚Grenzstein‘ – ein Auftragswerk des Landes Burgenland für Nickelsdorf am Grenzübergang zu Ungarn, im idyllischen Steinbruch von St. Margarethen. Dem Stacheldraht des ‚Eisernen Vorhangs‘ wird mit Kunst ein Statement der Freiheit entgegengesetzt! Jetziger Standort: am Mitterberg, Pöttsching an der ehemaligen K. K. Grenze NÖ/Bgld.

1959 Gründung des Symposions Europäischer Bildhauer im Steinbruch von St. Margarethen.
Karl Prantl initiiert gemeinsam mit Friedrich Czagan und Heinrich Deutsch das Bildhauersymposium:
Elf Bildhauer aus acht verschiedenen Ländern verbringen drei Monate gemeinsamen Arbeitens und Lebens im Steinbruch. Karl Prantl widmet sich nun jeden Winter – neben seiner künstlerischen Arbeit – den Vorbereitungen für die Bildhauersymposien, ausgehend von St. Margarethen. Weitere Symposien –

gemeinsam mit KollegInnen – in Ost- und Westeuropa und schließlich auch in Amerika und Asien folgen. Die Idee der Bildhauersymposien, bei welchen autonome, bildhauerische Tätigkeiten – meist in freier Natur, in Nachbarschaft zu Steinbrüchen – möglich wird, ist zündend und erfreut sich eines großen Echos. Sie ermöglicht Karl Prantl und seinen internationalen KollegInnen, in Gemeinschaft und Aus- tausch ihre ersten monumentalen Skulpturen zu realisieren, die sich in spezifischen ruralen und urbanen Kontexten fügen und mit markanten, kulturpolitischen Diskursen neue Perspektiven künstlerischen Schaffens eröffnen. Anfangs sind im Besonderen die Beiträge osteuropäischer ProtagonistInnen von politischer (und ästhetischer Bedeutung), unter Berücksichtigung der gegebenen Teilung Europas. Karl Prantl realisiert ‚Fünf Anrufungen‘ (bei einer Sprengung zerstört und schließlich restauriert – jetziger Standort ‚Pöttschinger Feld‘.

1961 Auf Anregung von Karl Prantl entstand die Spielstätte der Passionsspiele von St. Margarethen im Römersteinbruch, aus dessen Ambiente schließlich das Opernfestspiel erwächst.

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1962 Deutscher Kritikerpreis (Sparte: Bildende Kunst), ergeht an ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ mit besonderer Würdigung von Karl Prantl als Initiator des Symposions an der Berliner Mauer, die gerade hochgezogen wird.

Begründung der Jury: ‚Der Gedanke, freie ‚Plastische Arbeit‘ unter freiem Himmel zu leisten und modernes Formenempfinden mit alter, handwerklicher Gesinnung zu verquicken ist in aller Welt aufgegriffen worden. Der internationale Impuls des Symposion-Gedankens gehört zu den überzeugendsten Beweisen einer ungebrochenen Schöpferkraft der Moderne‘.

1963 Expansion der bildhauerischen Aktivitäten vom Steinbruch auf den Hügel von St. Margarethen, um neue künstlerische Perspektiven zu schaffen und mit erweiterten Materialien zu experimentieren (Land Art). Karl Prantl realisiert ‚Stein zur Meditation‘ aus Konglomerat (jetziger Standort: ‚Pöttschinger Feld‘).

1965 wurde das Bildhauerhaus auf den Ruinen der alten Kantine am Eingang zur Schlucht zum Steinbruch (ehemalige Bahntrasse nach Wien) nach mehrjähriger Planung (mit Bildhauer/Architekten Jacques Moeschal aus Belgien und Barna von Sartory aus Ungarn) schließlich nach Plänen des Architekten Johannes Gsteu in Angriff genommen. Karl Prantl vollendet ‚Stein für Joseph Mathias Hauer‘, der über zwei Jahre hinweg entstand und den Umraum mit seinen Materialien hervorkehrt (Standort am Hügel von St. Margarethen).

1967 Fertigstellung und Einweihung des Bildhauerhauses mit der Vergabe der ersten Österreichischen Bauherrnehrung an Karl Prantl und SEB.

1968 Karl Prantl erhält den Preis der Stadt Wien für Bildhauerei.

1969 Doppelsymposion: Uta Peyrer-Prantl organisiert parallel die ‚Internationalen Malerwochen‘ in der Orangerie des Schlosses Esterhazy in Eisenstadt. Prominente Künstlerpaare wie Kenneth Campbell (Bildhauer) und Pat Sloane (Malerin) aus den USA sind unter den TeilnehmerInnen. Karl Prantl realisiert den ‚Tisch‘ vor der Ostseite des Bildhauerhauses (Standort: Pöttschinger Feld).

1970/71 Die Bildhauer widmen sich topographischen Spezifika am Hügel von St. Margarethen: ‚Japanische Linie‘ – ein exemplarisches Land-Art-Manifesto von Makoto Fujiwara, Makio Yamaguchi, Tetsuzo Yamamoto, Takao Hirose und Satori Shoji, welches vom Steinbruch den gesamten Hügel einschließt. Weiters Kengiro Azumas ‚Steingarten‘ und Heinz Pistols ‚3 Positionen‘.

1972 Generalversammlung von SEB in Tirgu Jiu, Rumänien, am ‚Tisch des Schweigen‘ von Constantin Brancusi – um KünstlerInnen des Ostblocks eine Teilnahme zu erleichtern. Das Treffen gab Anstoß für eine neue Ausrichtung des Symposion-Gedankens: vermehrt urbane Kontexte bildhauerisch zu gestalten und sich im Konkreten der Neugestaltung des Stephansplatzes in Wien zu widmen.

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1975/76 Ende der Symposiums-Aktivitäten vor Ort mit dem gescheiterten Projekt für den Stephansplatz in Wien, welches den Platz im Herzen der Metropole nach dem U-Bahnbau neu erschließen und gestalten sollte und als Forschungsauftrag der Stadt Wien an SEB angelegt war.

1977/78 Karl Prantl und seine Familie leben und arbeiten in New York. 1986 Karl Prantl vertritt Österreich bei der Biennale Venedig.

1989/90 Karl Prantl widmet sich der Verdrängung von ‚Tat und Ort‘ in Rechnitz/Bgld. Lange wusste Karl Prantl um die Vertuschungen um den ‚Standort des Verbrechens‘, um schließlich den ‚Kreuzstadl‘ als Ort des Erinnerns festzumachen. Dieser Akt eines ‚Aktiven Erinnerns (Aufdeckens)‘ ist Anker und ein Schlüssel zu Karl Prantls lebenslangem Engagement schlechthin: an mannigfaltigen ‚Kontexten‘ Abhilfe zu leisten, Steinzeichen zu setzen und ‚Orte der Meditation‘ zu schaffen. Dies galt im Besonderen dem Thema des 2. Weltkrieges, welchen er selbst nur knapp überlebte: ‚Nürnberger Kreuzweg (1985-91)‘ – bestehend aus 14 Granitplatten, die von KZ-Häftlingen für die große NS-Aufmarsch-Straße in Nürnberg hergestellt wurden, ‚Weg nach Kawasaki‘ Expo Osaka 1968. Gedenkstein für die vertriebenen Lehrer und Schüler des Akademischen Gymnasiums am Heumarkt in Wien…). Dank Karl Prantls Beharrlichkeit, gemeinsam mit Marietta Torberg, konnte das Anwesen ‚Kreuzstadl‘ schließlich erworben werden (250.000 Schilling). Der Verein SEB sanierte in Folge die Ruine und platzierte die Skulptur des israelischen Bildhauers Kosso Eloul (1920-1995) aus St. Margarethen vor dem Gebäude. (Kosso Eloul schuf 1960 das Mahnmal ‚Yad Vashem‘ (‚Ewige Flamme‘), der bedeutendste Erinnerungsort für den Holocaust in Israel). 1993 übergab SEB schließlich das ‚gewidmete‘ Gelände in einem feierlichen Akt an die israelitische Kultus-gemeinde von Wien.

1993 Letzte Umstellung von Skulpturen aus dem Steinbruch auf das Hügelgelände.
1993/2007 Mehrjährige Artist-in-Residencies von internationalen BildhauerInnen im Bildhauer-haus.

1999/2000 Karl Prantl, entdeckt den Standort Mitterberg bei Pöttsching an der ehemaligen K.K. Grenze Österreich/Ungarn, jetzt Burgenland/NÖ und organisiert mit Hilfe von Ex-Bürgermeisterin von Pöttsching, Irene Izmeny, die Neuaufstellung des Grenzsteins, welcher durch die Grenzumbauungen bei Nickelsdorf nicht mehr zur Geltung kam. Weitere Symposions-Skulpturen von ungeeigneten Standorten in Burgenland wurden am Mitterberg neu platziert.

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2004 Publikation des Buches: ‚Gehen von Stein zu Stein‘, herausgegeben im Passagen Verlag, Wien von Katharina Prantl, Gestaltung Walter Bohatsch (Staatspreis: ‚Schönstes Buch des Jahres 04‘).

2006/2007 Aufgrund der Expansion des industriellen Steinbruchs und der damit verbundenen Gefährdung von Kunstwerken wurden, mit organisatorischer Hilfe durch Ursula Pasterk, Ex- Kulturstadträtin von Wien, 18 weitere Unikate von St. Margarethen am Standort Mitterberg neu aufgestellt. Gemeinsam mit dem ‚Grenzstein‘ (Ausgangsmanifest von Karl Prantl von 1958) ist am Mitterberg nun eine neue, sinnstiftende Kunstlandschaft entstanden. (Vier weitere Skulpturen, die im Besitz des Landes Burgeland an wenig attraktiven Straßen-kreuzungen stehen: Herb George – USA, Milos Clupac -Tschechien, Oleg Truszynski – Polen…), sollten ebenso am Mitterberg aufgestellt werden.)

2008 Großer Österreichischer Staatspreis für Karl Prantl.

2009 Zum 50-jährigen Jubiläum von SEB im Bildhauerhaus, unter Beisein von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Kulturministerin Claudia Schmied, Landeshauptmann Hans Niessl, Landesrat Helmut Bieler… sollte eine ‚Public Private Partnership‘ Lösung für den Kunst- und Naturraum von St. Margarethen gefunden werden.

2010 Karl Prantl stirbt in Pöttsching in seinem Elternhaus. Eine Lösung der Sachlage um das Gesamt- kunstwerk ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ am Hügel von St. Margarethen ist nicht in Sicht.

2011/17 Revitalisierung und teilweiser Sanierung des Bildhauerhauses durch Sebastian Prantl (Obmann SEB) gemeinsam mit der Architektin Johanna Rainer mittels EU-Förderungen des Kulturamtes des Burgenlandes. Teilweise Rodung des Hügels und Restaurierung einzelner Skulpturen. Regelmäßige Führungen, Klausuren internationaler Kunst- und Architektur-Universitäten und Veranstaltungen ausgehend vom Bildhauerhaus: ‚International ChoreoLab Austria‘, ‚Literatur Raum im Bildhauerhaus‘ in Kooperation mit Beatrice Simonsen: ‚Kunst und Literatur‘ und ‚Trans Art Works‘…

2015 Publikation des Buches: ‚Die Kunst liegt in der Natur‘ – spektakuläre Skulpturenparks und Kunstlandschaften, von Silvia Langen, erschienen im Prestel Verlag (München-London-New York)

2015/17 Juristische Auseinandersetzung und Ultimaten der Esterhazy-Holding gegenüber dem Verein SEB nehmen zu. Rechtsanwalt Dr. Robert Mogy, Archi. DI Dr. Renata Hammer, Archi. Mag. Johanna Rainer und Sebastian Prantl vertreten SEB bei den Verhandlungen mit der Esterhazy-Holding, welche keine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zulässt und die Expertise des Vereins nicht zu schätzen weiß.

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2018 Der OGH entscheidet zugunsten der Esterhazy-Holding. Das Bildhauerhaus wird unter großem Zeitdruck (14-Tagesfrist) im heißen August 2018 vom Verein ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ geräumt.

Let us hope for a positive development!

Sebastian Prantl, Obmann SEB-Künstlerischer Leiter TAW

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