Pressemeldung zum Bildhauerhaus in St.Margarethen im Burgenland

Eine Ära des in sich begründeten Wirkens und (Kunst)Schaffens im Bildhauerhaus als Vereinssitz ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ ist zu Ende!“ Lesen Sie die aktuelle PRESSEMELDUNG von Sebastian Prantl im Namen des Vereins SYMPOSION EUROPÄISCHER BILDHAUER (SEB).

Nach fünf Jahren (2013-2017) fruchtbarer Kooperation von „Kunst und Literatur“ mit dem Symposion Europäischer Bildhauer im „LITERATUR RAUM im BILDHAUERHAUS“ möchte ich alle, die als Gäste in diesem Haus zugegen waren, und auch sonst alle, die das Werk des SEB kennen und schätzen, auf die tiefgreifenden Veränderungen dieses für Österreich kunsthistorisch bedeutenden Ortes hinweisen.

PRESSEMELDUNG von Sebastian Prantl, Obmann SEB -Künstlerischer Leiter TAW, im September 2018:

1

KARL PRANTL (1923-2010), Doyen der abstrakten Bildhauerei und Begründer der weltweit renommierten Symposions-Idee von St. Margarethen, dessen exemplarisches ‚Bildhauerhaus‘ als Vereinssitz, gerät unter die Räder…

Dem Verein ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘(SEB) am Hügel von St. Margarethen im Burgenland wurde im August der Vereinssitz – das exemplarische Bildhauerhaus – aberkannt. Eine Räumungsklage, angestrengt durch die Esterhazy-Holding (mit Vorstandsvorsitzendem Dr. Stefan Ottrubay) wurde vom OGH bestätigt, wonach die ‚Immobilie‘ umgehend an den Grundeigentümer Esterhazy abgegeben werden muss.

Das Urteil ging ausschließlich auf den Mietbestand des Bildhauerhauses ein und klammerte die eigentliche Materie – die einmalige Symbiose von Kunst, Natur- und Architekturraum aus. Das Bildhauerhaus eingebettet in das vielschichtige‚ bildhauerische Oeuvre am Hügel von St. Margarethen, welches seit 1959 in mehreren Perioden erschaffen wurde und eine anhaltende, internationale Bewegung generiert, ist als Ort der Kommunikation und ‚Think Tank‘ weit über St. Margarethen ständig in Bewegung.

Eine Ära des in sich begründeten Wirkens und (Kunst)Schaffens im Bildhauerhaus als Vereinssitz ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ ist zu Ende!

2

STATEMENT FRIEDERIKE MAYRÖCKER

….. „Man hat Exempel dasz oftmals Leute in Steine verwandelt sind. Also soll zu gewissen Jahreszeiten an bergigen Orten der Provinz auf der Mittagsseite, eine Luft wehen, die ganze Kompanien von Herden, durch ihren Hauch an Anblasen sofort in Steine verwandeln. Die Steine werden schreien“ …..
(Aus einem Stein entsprungen : Aus einem Verwandtschaftshimmel : zu Karl Prantl’s Arbeiten in Stein)

STATEMENT FRIEDRICH CERHA

„Das Ensemble der Steine auf dem Hügel von St. Margarethen, das in den von meinem Freund Karl Prantl 1959 begründeten Symposien Europäischer Bildhauer geschaffen wurde, ist das augenfälligste Dokument einer Erneuerungsbewegung in unserem Kulturleben, die österreichische Künstler zu dieser Zeit auf allen Gebieten (Musik: Gründung des Ensembles „die reihe“, Literatur und Geistleben: „Forum Stadtpark“) in Eigeninitiative und – Verantwortung ins Werk gesetzt und damit Türen zur internationalen Kulturwelt geöffnet haben.

Die Gesamtanlage der Steine in diesem Stück Natur atmet den gemeinsamen Gestaltungswillen ihrer Schöpfer und stellt, abgesehen vom Kunstwert der einzelnen Steine, ein relevantes Stück österreichischer Kultur- und Zeitgeschichte dar. Sie in der bestehenden Form zu belassen und in einer ihrem Geist entsprechenden Form erlebbar zu erhalten stellt für mich eine unabdingbare Forderung an einen verantwortungsbewussten Denkmalschutz in Österreich dar.“

Kernthema der Gerichtsverfahren war die immer wieder auftretende Problematik, wie die wechselseitigen Rechte und damit das Mitspracherecht verschiedener Eigentümer unter Denkmalschutz gestellter Sachen zu handhaben sind. Die Gerichte nahmen die Herausforderung, diese Mitspracherechte generell einer Regelung zu unterziehen, nicht an und überließen die Eigentümer dem zermürbenden alltäglichen Streit, wer wofür zuständig ist und wer welchen Maßnahmen der zusammengehörigen Sachen, im vorliegenden Fall eines geschützten Ensembles, zustimmen muss. Dass diesbezüglich ein Regelungsbedarf besteht, zeigen nicht nur die Steinskulpturen von St. Margarethen.

Im ständigen Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen und künstlerischen Interessen wird wohl damit kalkuliert, dass dem ausschließlich der künstlerischen Idee verpflichteten Verein gegenüber der Wirtschaftsmacht der Stiftung Esterhazy irgendwann die Luft ausgeht. Sind wir nun auch hierzulande, dem Trend folgend: ‚das Recht des Mächtigeren zu untermauern‘ an einem neuen Scheideweg angelangt?

3

Dieser inhaltlich-anspruchsvolle Konnex von ‚Social Sculpture & Nature‘ (Joseph Beuys) wäre die juristisch-interessante Arbeit gewesen! Wie es scheint, in Österreich kein Thema. ? Non-Profit wird kurzer Hand in Profit zu Gunsten des Landbesitzers umgemünzt? Ein kontemplativer Vereinssitz wird zum Foyer von ‚Neuem‘ degradiert? We are from new Austria!

Besonders anspruchsvolle Sachlagen, wo frei zugängliche Kunst- und Naturräume seit Jahrzehnten mannigfaltig nutzbar – und durch öffentliches Interesse, mittels öffentlichen Steuergeldern unterstützt – diese Synergie mittragen, scheint zu komplex, auch für eine rechtstaatliche Judikatur dieses Landes.

Jetzt ‚schweben‘ die Steinskulpturen, die sich weiterhin im Besitz des Verein SEB befinden, im ‚denkmalgeschützten Raum‘ und werden zunehmend vom ‚Esterhazy Opera Empire‘ mit dem neuen Logo ‚PIEDRA‘ marktgerecht vereinnahmt. Die KünstlerInnen und UrheberInnen von St. Margarethen würden sich dabei im Grabe umdrehen!

In Zeiten von Kitsch, Profit und Heimattümmelei ist der Vorgang, wie er derzeit in St. Margarethen stattfindet, ein unwiederbringlicher Verlust autonomen Wirkens und Vermittelns. Er entbehrt jeglicher (kunst)geschichtlicher Faktenlage und muss als ‚feindlicher Akt‘ von Urheberschaft beschrieben werden, welcher den Symposions-Gedanken kontrakariert.

In den letzten Jahren fanden mannigfaltige, sinnstiftende Symposien und Veranstaltungen im Bildhauerhaus statt, welche einen erweiterten Diskurs zum ‚Vorhandenen‘ anstießen, wie z. B. das ‚International ChoreoLab Austria‘, der ‚Literatur Raum im Bildhauerhaus‘, transmediale Workshops‚ Klausuren prominenter Kunst- und Architekturuniversitäten, die vor Ort neue Aspekte von Wissensvermittlung generierten.

4

Als Obmann des Vereins steht der Choreograph Sebastian Prantl (Sohn des Bildhauers und Begründers) nun vor der schwierigen Aufgabe, die Skulpturen vor der Vereinnahmung durch missverstandene, ‚museale Optimierung‘ durch eine private Holding mit ihren Vermarktungsinteressen entgegenzuwirken. (Der in Betrieb genommene Parkplatz am Hang lässt nichts Gutes erahnen.)

ZIEL

  •   Ein übergeordneter noch zu erfindender ‚AUSTRIAN ART TRUST‘ (gemeinsam mit einem ausgebauten ÖSTERREICHISCHEN BUNDESDENKMALAMT, BILDRECHT…. und den ÖSTERREICHISCHEN GALERIEN als Partner und Garant…) wäre am Ende eines auf Augenhöhe geführten Diskurses eine Lösung.
  •   Das Land Burgenland und der Bund sind angehalten, gemeinsam mit SEB diesen einzigartigen Kunst- und Naturraum im ‚Unesco Welterbe Neusiedlersee‘ weiterhin uneingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.
  •   Sollte der Steinbruch von St. Margarethen als ‚Wiege’ und Materialdepot von und für Wien, nicht schon längst zum exklusiven Abbau für den Stephansdom und die Ringstraße reserviert sein (wie auch z.B. der Mailänder Dom seinen eigenen Steinbruch hat, um die Restaurierung auch in Zukunft gewährleisten zu können)?                                                             Insgesamt wurden in St. Margarethen seit 1959 von 120 internationalen KünstlerInnen über 150 Skulpturen aus dem besonderen Kalksandstein geschaffen. In seiner Gesamtheit entstand hier ein unvergleichliches kunsthistorisches Oeuvre. Heute befinden sich noch etwa 50 Kunstwerke am Ort ihrer Entstehung, verteilt über den südwestlichen Ausläufer des Hügels.

 Das ‚Europäisces Kulturerbejahr 2018‘ wurde von der Europäischen Union (EU) zum Jahr des Bewusstsein für die europäische Geschichte und einer europäischen Identität ausgerufen. Ziel ist es, die Rolle des Kulturerbes für die Gesellschaft aufzuzeigen und die Bedeutung von dessen Erhaltung, Schutz und Zugänglichkeit hervorzuheben. St. Margarethen wäre ein Paradebeispiel für eine substanzielle kunstgeschichtliche, Generationen übergreifende Aufarbeitung und Sensibilisierung!

5

CHRONOLOGIE

1957/58 Karl Prantl arbeitet am ‚Grenzstein‘ – ein Auftragswerk des Landes Burgenland für Nickelsdorf am Grenzübergang zu Ungarn, im idyllischen Steinbruch von St. Margarethen. Dem Stacheldraht des ‚Eisernen Vorhangs‘ wird mit Kunst ein Statement der Freiheit entgegengesetzt! Jetziger Standort: am Mitterberg, Pöttsching an der ehemaligen K. K. Grenze NÖ/Bgld.

1959 Gründung des Symposions Europäischer Bildhauer im Steinbruch von St. Margarethen.
Karl Prantl initiiert gemeinsam mit Friedrich Czagan und Heinrich Deutsch das Bildhauersymposium:
Elf Bildhauer aus acht verschiedenen Ländern verbringen drei Monate gemeinsamen Arbeitens und Lebens im Steinbruch. Karl Prantl widmet sich nun jeden Winter – neben seiner künstlerischen Arbeit – den Vorbereitungen für die Bildhauersymposien, ausgehend von St. Margarethen. Weitere Symposien –

gemeinsam mit KollegInnen – in Ost- und Westeuropa und schließlich auch in Amerika und Asien folgen. Die Idee der Bildhauersymposien, bei welchen autonome, bildhauerische Tätigkeiten – meist in freier Natur, in Nachbarschaft zu Steinbrüchen – möglich wird, ist zündend und erfreut sich eines großen Echos. Sie ermöglicht Karl Prantl und seinen internationalen KollegInnen, in Gemeinschaft und Aus- tausch ihre ersten monumentalen Skulpturen zu realisieren, die sich in spezifischen ruralen und urbanen Kontexten fügen und mit markanten, kulturpolitischen Diskursen neue Perspektiven künstlerischen Schaffens eröffnen. Anfangs sind im Besonderen die Beiträge osteuropäischer ProtagonistInnen von politischer (und ästhetischer Bedeutung), unter Berücksichtigung der gegebenen Teilung Europas. Karl Prantl realisiert ‚Fünf Anrufungen‘ (bei einer Sprengung zerstört und schließlich restauriert – jetziger Standort ‚Pöttschinger Feld‘.

1961 Auf Anregung von Karl Prantl entstand die Spielstätte der Passionsspiele von St. Margarethen im Römersteinbruch, aus dessen Ambiente schließlich das Opernfestspiel erwächst.

6

1962 Deutscher Kritikerpreis (Sparte: Bildende Kunst), ergeht an ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ mit besonderer Würdigung von Karl Prantl als Initiator des Symposions an der Berliner Mauer, die gerade hochgezogen wird.

Begründung der Jury: ‚Der Gedanke, freie ‚Plastische Arbeit‘ unter freiem Himmel zu leisten und modernes Formenempfinden mit alter, handwerklicher Gesinnung zu verquicken ist in aller Welt aufgegriffen worden. Der internationale Impuls des Symposion-Gedankens gehört zu den überzeugendsten Beweisen einer ungebrochenen Schöpferkraft der Moderne‘.

1963 Expansion der bildhauerischen Aktivitäten vom Steinbruch auf den Hügel von St. Margarethen, um neue künstlerische Perspektiven zu schaffen und mit erweiterten Materialien zu experimentieren (Land Art). Karl Prantl realisiert ‚Stein zur Meditation‘ aus Konglomerat (jetziger Standort: ‚Pöttschinger Feld‘).

1965 wurde das Bildhauerhaus auf den Ruinen der alten Kantine am Eingang zur Schlucht zum Steinbruch (ehemalige Bahntrasse nach Wien) nach mehrjähriger Planung (mit Bildhauer/Architekten Jacques Moeschal aus Belgien und Barna von Sartory aus Ungarn) schließlich nach Plänen des Architekten Johannes Gsteu in Angriff genommen. Karl Prantl vollendet ‚Stein für Joseph Mathias Hauer‘, der über zwei Jahre hinweg entstand und den Umraum mit seinen Materialien hervorkehrt (Standort am Hügel von St. Margarethen).

1967 Fertigstellung und Einweihung des Bildhauerhauses mit der Vergabe der ersten Österreichischen Bauherrnehrung an Karl Prantl und SEB.

1968 Karl Prantl erhält den Preis der Stadt Wien für Bildhauerei.

1969 Doppelsymposion: Uta Peyrer-Prantl organisiert parallel die ‚Internationalen Malerwochen‘ in der Orangerie des Schlosses Esterhazy in Eisenstadt. Prominente Künstlerpaare wie Kenneth Campbell (Bildhauer) und Pat Sloane (Malerin) aus den USA sind unter den TeilnehmerInnen. Karl Prantl realisiert den ‚Tisch‘ vor der Ostseite des Bildhauerhauses (Standort: Pöttschinger Feld).

1970/71 Die Bildhauer widmen sich topographischen Spezifika am Hügel von St. Margarethen: ‚Japanische Linie‘ – ein exemplarisches Land-Art-Manifesto von Makoto Fujiwara, Makio Yamaguchi, Tetsuzo Yamamoto, Takao Hirose und Satori Shoji, welches vom Steinbruch den gesamten Hügel einschließt. Weiters Kengiro Azumas ‚Steingarten‘ und Heinz Pistols ‚3 Positionen‘.

1972 Generalversammlung von SEB in Tirgu Jiu, Rumänien, am ‚Tisch des Schweigen‘ von Constantin Brancusi – um KünstlerInnen des Ostblocks eine Teilnahme zu erleichtern. Das Treffen gab Anstoß für eine neue Ausrichtung des Symposion-Gedankens: vermehrt urbane Kontexte bildhauerisch zu gestalten und sich im Konkreten der Neugestaltung des Stephansplatzes in Wien zu widmen.

7

1975/76 Ende der Symposiums-Aktivitäten vor Ort mit dem gescheiterten Projekt für den Stephansplatz in Wien, welches den Platz im Herzen der Metropole nach dem U-Bahnbau neu erschließen und gestalten sollte und als Forschungsauftrag der Stadt Wien an SEB angelegt war.

1977/78 Karl Prantl und seine Familie leben und arbeiten in New York. 1986 Karl Prantl vertritt Österreich bei der Biennale Venedig.

1989/90 Karl Prantl widmet sich der Verdrängung von ‚Tat und Ort‘ in Rechnitz/Bgld. Lange wusste Karl Prantl um die Vertuschungen um den ‚Standort des Verbrechens‘, um schließlich den ‚Kreuzstadl‘ als Ort des Erinnerns festzumachen. Dieser Akt eines ‚Aktiven Erinnerns (Aufdeckens)‘ ist Anker und ein Schlüssel zu Karl Prantls lebenslangem Engagement schlechthin: an mannigfaltigen ‚Kontexten‘ Abhilfe zu leisten, Steinzeichen zu setzen und ‚Orte der Meditation‘ zu schaffen. Dies galt im Besonderen dem Thema des 2. Weltkrieges, welchen er selbst nur knapp überlebte: ‚Nürnberger Kreuzweg (1985-91)‘ – bestehend aus 14 Granitplatten, die von KZ-Häftlingen für die große NS-Aufmarsch-Straße in Nürnberg hergestellt wurden, ‚Weg nach Kawasaki‘ Expo Osaka 1968. Gedenkstein für die vertriebenen Lehrer und Schüler des Akademischen Gymnasiums am Heumarkt in Wien…). Dank Karl Prantls Beharrlichkeit, gemeinsam mit Marietta Torberg, konnte das Anwesen ‚Kreuzstadl‘ schließlich erworben werden (250.000 Schilling). Der Verein SEB sanierte in Folge die Ruine und platzierte die Skulptur des israelischen Bildhauers Kosso Eloul (1920-1995) aus St. Margarethen vor dem Gebäude. (Kosso Eloul schuf 1960 das Mahnmal ‚Yad Vashem‘ (‚Ewige Flamme‘), der bedeutendste Erinnerungsort für den Holocaust in Israel). 1993 übergab SEB schließlich das ‚gewidmete‘ Gelände in einem feierlichen Akt an die israelitische Kultus-gemeinde von Wien.

1993 Letzte Umstellung von Skulpturen aus dem Steinbruch auf das Hügelgelände.
1993/2007 Mehrjährige Artist-in-Residencies von internationalen BildhauerInnen im Bildhauer-haus.

1999/2000 Karl Prantl, entdeckt den Standort Mitterberg bei Pöttsching an der ehemaligen K.K. Grenze Österreich/Ungarn, jetzt Burgenland/NÖ und organisiert mit Hilfe von Ex-Bürgermeisterin von Pöttsching, Irene Izmeny, die Neuaufstellung des Grenzsteins, welcher durch die Grenzumbauungen bei Nickelsdorf nicht mehr zur Geltung kam. Weitere Symposions-Skulpturen von ungeeigneten Standorten in Burgenland wurden am Mitterberg neu platziert.

8

2004 Publikation des Buches: ‚Gehen von Stein zu Stein‘, herausgegeben im Passagen Verlag, Wien von Katharina Prantl, Gestaltung Walter Bohatsch (Staatspreis: ‚Schönstes Buch des Jahres 04‘).

2006/2007 Aufgrund der Expansion des industriellen Steinbruchs und der damit verbundenen Gefährdung von Kunstwerken wurden, mit organisatorischer Hilfe durch Ursula Pasterk, Ex- Kulturstadträtin von Wien, 18 weitere Unikate von St. Margarethen am Standort Mitterberg neu aufgestellt. Gemeinsam mit dem ‚Grenzstein‘ (Ausgangsmanifest von Karl Prantl von 1958) ist am Mitterberg nun eine neue, sinnstiftende Kunstlandschaft entstanden. (Vier weitere Skulpturen, die im Besitz des Landes Burgeland an wenig attraktiven Straßen-kreuzungen stehen: Herb George – USA, Milos Clupac -Tschechien, Oleg Truszynski – Polen…), sollten ebenso am Mitterberg aufgestellt werden.)

2008 Großer Österreichischer Staatspreis für Karl Prantl.

2009 Zum 50-jährigen Jubiläum von SEB im Bildhauerhaus, unter Beisein von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Kulturministerin Claudia Schmied, Landeshauptmann Hans Niessl, Landesrat Helmut Bieler… sollte eine ‚Public Private Partnership‘ Lösung für den Kunst- und Naturraum von St. Margarethen gefunden werden.

2010 Karl Prantl stirbt in Pöttsching in seinem Elternhaus. Eine Lösung der Sachlage um das Gesamt- kunstwerk ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ am Hügel von St. Margarethen ist nicht in Sicht.

2011/17 Revitalisierung und teilweiser Sanierung des Bildhauerhauses durch Sebastian Prantl (Obmann SEB) gemeinsam mit der Architektin Johanna Rainer mittels EU-Förderungen des Kulturamtes des Burgenlandes. Teilweise Rodung des Hügels und Restaurierung einzelner Skulpturen. Regelmäßige Führungen, Klausuren internationaler Kunst- und Architektur-Universitäten und Veranstaltungen ausgehend vom Bildhauerhaus: ‚International ChoreoLab Austria‘, ‚Literatur Raum im Bildhauerhaus‘ in Kooperation mit Beatrice Simonsen: ‚Kunst und Literatur‘ und ‚Trans Art Works‘…

2015 Publikation des Buches: ‚Die Kunst liegt in der Natur‘ – spektakuläre Skulpturenparks und Kunstlandschaften, von Silvia Langen, erschienen im Prestel Verlag (München-London-New York)

2015/17 Juristische Auseinandersetzung und Ultimaten der Esterhazy-Holding gegenüber dem Verein SEB nehmen zu. Rechtsanwalt Dr. Robert Mogy, Archi. DI Dr. Renata Hammer, Archi. Mag. Johanna Rainer und Sebastian Prantl vertreten SEB bei den Verhandlungen mit der Esterhazy-Holding, welche keine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zulässt und die Expertise des Vereins nicht zu schätzen weiß.

9

2018 Der OGH entscheidet zugunsten der Esterhazy-Holding. Das Bildhauerhaus wird unter großem Zeitdruck (14-Tagesfrist) im heißen August 2018 vom Verein ‚Symposion Europäischer Bildhauer‘ geräumt.

Let us hope for a positive development!

Sebastian Prantl, Obmann SEB-Künstlerischer Leiter TAW

TAW, Neustiftgasse 38, 1070 Wien mail office@transartworks.net

 www.transartworks.net
© S.P. taw 2018 www.bildhauerhaus.at

15. Juli 2018 HOME STORIES im PALAIS WILD

15. JULI … letzte Gelegenheit! HOMESTORIES IM PALAIS WILD

Im 250-Seelen-Dorf Blumau an der Wild liegt das ehemalige Warenhaus Leopold Breinessl, das von Luitgard Eisenmeier 2014 als PALAIS WILD neu eröffnet wurde. Im Empfang und im Salon befinden sich bleibende Sammlungen, teilweise aus Beständen des ehemaligen Kaufhauses:

HOME IS STORE – STORE IS HOME.

Diesmal werden alle 21 Räume des Gebäudes bespielt: von Dachboden bis Entenstall, von Küche bis zum Austraghäusl über die EDEN an der Wild, die sich in neuem Schnitt präsentiert. Der Palast der tausend Räume öffnet seine Pforten für das neugierige Publikum, das diesmal tatsächlich bis in den hintersten Winkel des sagenumwobenen Gebäudes vordringen darf und dabei zwischen Mangelstube und Elektromuseum, Rahmenhandlung und Rattenfalle, Hungerkasten und Rohrmonochord unverhoffte Entdeckungen machen kann. Ein Home Story Guide führt durch das Gelände, weitere Personen, Fiktionen und Arrangements treten ins Bild, das Publikum fällt in NOENTRANCE und wird am Diwan, im Austraghäusl und am Holzküchenherd kulinarisch serviciert.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Viertelfestival NÖ – Waldviertel 2018.

PALASTWANDERUNGEN

am 17. Juni, am 1. Juli und am 15. Juli 2018. Beginn jeweils um 14.30 Uhr! Lesen Sie die erste Berichterstattung von Daniela Schuh in der NÖN:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ADRESSE & TERMINE:

3762 Blumau an der Wild 54, PALAIS WILD, Bezirk Waidhofen/Thaya

So 17. Juni, So 1. Juli, So 15. Juli: Beginn jeweils 14:30 Uhr, Ende ca 18 Uhr

Unverhoffte Entdeckungen in allen 21 Räumen des PALAIS WILD. Festes Schuhwerk anziehen! Während/nach der Palastwanderung gibt es Getränke, Süßes und das Haupmenü.

Eintritt: 12 € inkl. Essen & Getränke / Kinder bis 12 J.: Eintritt frei
Bitte um Anmeldung bei luiteisen@gmail.com

ANREISE mit ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN:
Zug ab Wien-Heiligenstadt 12.34 Uhr, Ankunft Irnfritz 13.57 Uhr.
Taxi Irnfritz – Blumau (Unkostenbeitrag pro Person 5 € hin und zurück)
Rückfahrt ab Blumau 19.20 Uhr Taxi nach Göpfritz, dort Abfahrt um 19.48 Uhr
Ankunft in Wien-Heiligenstadt um 21.23 Uhr

Verbindliche Buchung der Abholung per Taxi bis 24. Juni (für 1. Juli), bis 8. Juli (für 15. Juli) bei luiteisen@gmail.com oder SMS: 0664-3155266

Info: +43-664-31 55 266 (Luitgard Eisenmeier) palaiswild.at www.viertelfestival-noe.at/ homestories-im-palais-wild

MITWIRKENDE:

Natalie Deewan (Home Story Guide), Luitgard Eisenmeier (Hausfrau), Hannelore und Diana Lazarus (Erzählerin und Enkelin), Trude Michl (am Buffet), Sofia Ntontis (3D-EDEN-Schnitt), Beatrice Simonsen (Mini-Drama)

 

 

 

 

 

 

 


Fotos: © Luitgard Eisenmeier (Palais Wild), Natalie Deewan (NOENTRANCE), Dirk Simonsen (Fotogalerie)

30. Juni Kunst und Literatur im Burgenland bei Wander Bertoni

Die Windfrauen
„Am Strand von Goa sah ich sie von überall herbeikommen, sie saßen in Gruppen zu zweit, und führten leise Gespräche. Sie waren Frauen aller Altersgruppen, die, nach Westen blickend, versammelt auf den Sonnenuntergang warteten. Kaum war die Sonne verschwunden, kam der Wind und verfing sich in ihren Saris. Diese elementare Kraft verwandelte die Sonnenanbeterinnen in Fabelwesen. Sie bekamen Flügel wie Engel oder Vögel, sie waren vom Wind geschliffene Steine, ihre Haare wurden wehende Fahnen, die aufgeblasenen Stoffe wie Segel, an ihren Brüsten, Bäuchen und Schenkeln klebte die Seide, als ob sie gerade dem Wasser entstiegen wären. Sie waren Sphinxen mit verkniffenen Augen.
Der vom Wind aufgepeitschte Ozean und die auf den Strand geschleuderten Wellen erinnerten mich an ein Gedicht Lautréamonts, in dem er den Ozean als lebendes Wesen beschreibt.“ Wander Bertoni „Indisches Tagebuch“ 1985

Samstag, 30. Juni 2018 um 18 Uhr
Freilichtmuseum Wander Bertoni
Gritsch Mühle 1, 7092 WINDEN am See

Der zweite Termin des Jahres von „Kunst und Literatur im Burgenland“ zeigte im idyllischen Ambiente der Gritsch Mühle das umfassende Werk des heute 92-jährigen Bildhauers WANDER BERTONI in neuem Licht: Eine Lesung des ehemaligen Leiters der Kulturredaktion von ORF-Burgenland GÜNTER UNGER aus seinem Roman „Hunnen sterben anders“ brachte Einblicke in die kulturelle Szene des Burgenlands seit den 1960er Jahren. Die Salzburger Autorin WALLY RETTENBACHER knüpfte mit einem poetic live act in 3D (im Download zu hören „varanasi, aus: fragmente einer reise“) an die ausgedehnten Reisen des Bildhauers nach Indien an. BEATRICE SIMONSEN las Ausschnitte aus dem „Indischen Tagebuch“ von Wander Bertoni. Die musikalische Begleitung auf dem ungarischen Tárogató, gespielt von MIHÁLY ILLÉS, brachte eine orientalische Note ins Geschehen. Eine besondere Gelegenheit bot auch die Führung von WALTRAUD BERTONI, der Lebensbegleiterin von Wander Bertoni.

BERTONI-WEBCOLLAGE / FILM: Dirk Simonsen / Ton und Schnitt: Wally Rettenbacher

1965 erwarb der Bildhauer WANDER BERTONI eine Wassermühle in Winden am See am Fuße des Leithagebirges. Auf altem Kulturboden (römische Villa, Fund der ältesten Weinpresse auf österreichischem Gebiet – zweite Hälfte 200 n. Chr.) entstand ein Kunstort ganz besonderer Art und einzigartig im europäischen Raum.

Im Freilichtmuseum Wander Bertoni sind zahlreiche Großplastiken des Künstlers auf freiem Gelände ganzjährig zu besichtigen. Nach jahrelangen Restaurierungen und Zukäufen von umgebenden Äckern wurde der Ausstellungspavillon (Planung: Architekt Prof. Johannes Spalt) errichtet. Im Pavillon ist das Lebenswerk Wander Bertonis chronologisch geordnet ausgestellt. In der Galerie sind der Zyklus DAS INDISCHE TAGEBUCH (Tagebuch eines Bildhauers aus mehreren Asienreisen) und KLERIKALE ENTWÜRFE (Volksaltarentwürfe, Vortragskreuze, Ambonen) und der Zyklus ECCLESIA (die verschiedenen Erscheinungsformen der Frau (Göttinen, Madonnen, …) zu sehen.

Wander Bertoni gehört zu den bedeutendsten Bildhauern Österreichs. Seine Werke sind an zahlreichen prominenten Orten, wie zum Beispiel vor dem Landtag in Eisenstadt oder im Festspielhaus Salzburg, zu sehen. Seit 1943 lebt der in Italien geborene Künstler in Wien, seit 1965 im Burgenland. Die Besichtigung und Bekanntwerdung mit dem Lebenswerk des Künstlers stehen mittels literarischer Interventionen im Mittelpunkt des Interesses.

Der Journalist, Autor und Kunstsammler, ein Wegbegleiter des Künstlers, GÜNTER UNGER, ist eingeladen, uns seine Sicht auf den Künstler zu erläutern und liest aus seinem Buch „Hunnen sterben anders“. Dieser 2016 erschienene Roman ist ein Schlüsselwerk zur künstlerischen Szene Österreichs und des Burgenlandes, war der Autor doch langjähriger Chefredakteur des ORF Burgenland und ebenso langjähriger Betreiber der Internationalen Hörspieltage in Rust am See. Einen Kontrapunkt setzt die Salzburger Autorin WALLY RETTENBACHER. Sie knüpft an das Thema der Asienreisen des Bildhauers mit einem Poetic Live Act in 3D an, bei dem sie zu Bildmontagen und Soundaufnahmen aus Indien einen lyrischen Text vorträgt und somit neue literarische Dimensionen aufruft. Dem Bestreben, renommiertem und anerkanntem Kunstschaffen Neues und Experimentelles gegenüberzustellen, wird somit treu geblieben.

Mit Dank für die freundliche Kooperation mit Prof. Wander Bertoni und Dr. Waltraud Bertoni, sowie mit Unterstützung des BKA_Kunst, der Grazer Autorinnen Autorenversammlung (GAV) und der Kulturabteilung des Landes Burgenland. Im Rahmen von Burgenland liest!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ANREISE MIT ÖFFENTLICHEN VERKEHRSMITTELN

ab Wien Hauptbahnhof 16.15 Uhr Ankunft Winden am See 17.04 Uhr. Fußweg zur Gritsch Mühle ca 20 min. Abholung gegen Voranmeldung unter beatrice.simonsen@gmx.at möglich! Rückreise: ab Winden am See 20.49 Uhr Ankunft Wien Hauptbahnhof 21.42 Uhr.

Informationen zu den Mitwirkenden

Wander Bertoni

Geboren 1925 in Condisotto, Italien, kam 1943 als Zwangsarbeiter nach Österreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er in den Jahren 1946 bis 1952 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Fritz Wotruba und restaurierte für das Bundesdenkmalamt beschädigte Denkmäler in Wien (zum Beispiel die Pestsäule am Wiener Graben).
Kontakte mit ausländischen Künstlern und deren Arbeiten, zum Beispiel jenen von Giacometti oder Arp, wurden Anknüpfungspunkte zur abstrakten Kunst für ihn.
Von 1965 bis 1994 leitete er die Meisterklasse für Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst Wien.
Teilnahme an internationalen Biennalen und Auszeichnungen:

  • 1950, 1952, 1954 und 1966: Teilnahme an der Biennale Venedig
  • 1953: 2. Biennale von São Paulo
  • 1958: Bildhauerpreis der Biennale de São Paulo
  • 1958: Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst
  • 1959, 1961 und 1963: Biennale Middelheim – Antwerpen
  • 1986: Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold
  • 1991: Großes Ehrenzeichen des Landes Burgenland
  • 1999: Orden der Republik Italien „Cavaliere d’ Italia“
  • 2005: Ehrenmitgliedschaft der Universität für angewandte Kunst
  • 2009: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse

Wally Rettenbacher

Wally[RE], [Wally Rettenbacher], geboren 1968, lebt und arbeitet in Salzburg und auf Reisen. Sie schreibt Prosa, Gedichte, Essays. Ebenso [Reise]fotografie. Seit 1998 „Freie Radioaktivitäten“: Hörbilder, Fieldrecordings und Features. Aktuell: Konzeption und Produktion der Sendeschiene „seitwärts: [poetologische ortungen]„, ein experimentelles Audioprojekt mit „literarischen Interventionen“ und „poetic acts“ im öffentlichen Raum.

 

Günter Unger

Geboren 1941, lebt in Großhöflein. Er war Leiter der Kulturabteilung des ORF Landesstudio Burgenland, Hörspiel-Produzent, Autor und Regisseur zahlreicher Kulturdokumentationen. Veranstalter der Hörspieltage in Unterrabnitz und Rust, Hg: Literaturzeitschrift wortmühle. Lehrbeauftragter für Hörspiel am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Wien. Publikationen (Auswahl): Das andere Licht. Kunst im Burgenland seit 1945 (Kunstband 1990), Burgenland mon amour. Koordinaten einer Kultur- und Kunstlandschaft (Fotobuch 2006). Hunnen sterben anders (Roman 2016).

Fotos der Biographien: © Wander Bertoni, Marcus D. Niski, Dr. Günter Unger. Alle anderen Fotos © Dirk Simonsen

 

7. April 2018 Kunst und Literatur im Burgenland

WERKSTATTGESPRÄCHE

mit einer AUSSTELLUNG von TONE FINK
und einer LESUNG mit KARIN IVANCSICS

Musik: Clemens Frühstück
Moderation: Beatrice Simonsen

Samstag, 7. April 2018 um 15 Uhr
im ehemaligen Gasthaus Jakob Grafl
Baumgartner Str. 2, 7022 SCHATTENDORF

Eintritt frei!

Gasthaus Schattendorf

„Kunst und Literatur im Burgenland“ präsentiert WERKSTATTGESPRÄCHE mit dem bildenden Künstler TONE FINK und der Autorin KARIN IVANCSICS. In den Gesprächen mit BEATRICE SIMONSEN wird auf das spezielle Schaffen der beiden Protagonist_innen eingegangen und die Hintergründe ihrer künstlerischen Arbeit beleuchtet.

Der aus Vorarlberg stammende Zeichner, Maler, Objektemacher, Performance- und Filmkünstler Tone Fink hat nicht nur in Wien, sondern auch in Schattendorf  eine Wahlheimat gefunden. Das nunmehr in seinem Besitz befindliche ehemalige Gasthaus Jakob Grafl – ein zum Kunstort umfunktioniertes Lokal, das bereits seit einigen Jahren von jungen Kunstschaffenden genützt wird – ist ein Ort, der ihm die Freiheit und den Raum für neue Ideen gibt. Der Allrounder, dessen Leidenschaft die Arbeit mit Papier in allen seinen Formen ist, zeigt großformatige Künstlerbücher, Zeichnungen und Objekte aus Papier und erzählt von seiner Arbeit.

Die großteils in Wien lebende Burgenländerin Karin Ivancsics publizierte bisher zahlreiche Romane und Erzählungen immer am Puls der Zeit. Themen wie Kindheit, Aufwachsen, Grenzen, Feminismus und Gesellschaftspolitik beschäftigen die engagierte Autorin. Ihre besondere Affinität zur Kunst besteht darin, dass sie mehrere ihrer Publikationen mit eigenen Zeichnungen illustrierte. Auch spielt der Kunstbetrieb in manchen ihrer Werke eine besondere Rolle und das Publikum hat nun die besondere Gelegenheit im Gespräch mit Beatrice Simonsen mehr über speziellen Arbeitsweisen der Autorin und über ihre persönlichen Lebensbedingungen zu erfahren – Anekdotisches und Humorvolles nicht auszuschließen. Gemeinsam mit ihr lesen wir “zwischen den Zeilen”.

Wir freuen uns, dass der Saxophonist CLEMENS FRÜHSTÜCK, der in Eisenstadt beheimatet und in vielen unterschiedlichen Formationen tätig ist, die Veranstaltung musikalisch begleitet.

Konzept und Organisation: Beatrice Simonsen

Die Veranstaltung findet im Rahmen des GAV Burgenland-Projektes „Zwischen den Zeilen“ und „Burgenland liest 2018!“ sowie in Kooperation mit Katharina Fink statt. Mit freundlicher Unterstützung der Kunstsektion des BKA und der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.

Informationen zu den Mitwirkenden und zur Anreise:

TONE FINK

Tone Fink

 

 

 

 

geboren 1944 in Schwarzenberg, Vorarlberg, Österreich. Lebt und arbeitet in Wien, Vorarlberg und Schattendorf. Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien. Zeichner, Maler, Objektemacher, Performance- und Filmkünstler.

Auszeichnungen: Preis der Stadt Wien für Bildende Künste, Ehrengabe des Landes Vorarlberg für Kunst, Auszeichnung bei Handwerk und Form, Bregenzerwald, Konstanzer Kunstpreis

Einzelausstellungen (Auswahl): Albertina, Secession und Museum moderner Kunst in Wien; Rupertinum, Künstlerhaus, Neue Galerie der Stadt Linz; Museumsgalerie Bozen; Galerie Nothelfer, Berlin; Galerie Holtmann, Köln; Stampa, Basel; Galerie Lang,Wien; Galerie Heike Curtze, Wien Gallery Ishikawa, Tokio; Gallery Aoi, Nagoya; C. Art Galerie, Dornbirn; Galerie am Lindenplatz, Vaduz; Kunsthaus Bregenz, Vorarlberg; MAK-NITE und Textilausstellung, Wien usw.

Bücher (Auswahl): „Zwischen den Bildern“, Edition Splitter Wien; „Sehstücke“ und „Strichfindlinge“, Rainerverlag Berlin; „PandÄmonium“ und „Maikäferdompteur“, Edition Freibord Wien und Nothelfer Berlin; „Telefonbuch“, Museum mod. Kunst Wien; „Zeitrisse“, Albertina Wien

Kunstfilme (Auswahl): „Narrohut“; „Katijubato;“ „Aus der Luft gegriffen“; „Roll Over“(Biennale Kairo)

Zahlreiche Aktionen und Performances bei internationalen Festivals, wie z. B. beim Steirischen Herbst, bei den Bregenzer Festspielen, den Wiener Festwochen, zuletzt: 2008 Museum der Moderne, Salzburg, (Max Ernst u. die Welt im Buch), 2010 Kunstverein Konstanz, 2016 „Zeichnung in den Raum“, Traklhaus Salzburg. 

CLEMENS MARIA FRÜHSTÜCK

Clemens Quadrat

 

 

 

 

geboren 1972 in Eisenstadt, erhielt seine musikalische Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz bei Peter Straub, Hannes Kawrza, Karl Drevo, Karlheinz Miklin und Heinrich von Kalnein. Er besuchte Meisterklassen bei Eugené Rousseau, Arno Bornkamp, Markus Weiss und Oto Vrhovnik.

Clemens Frühstück ist Mitbegründer des Saxophonquartetts Saxquadrat sowie des Ensemble Zeitfluss, einem Kammermusikensemble für die Musik des 20. Und 21. Jahrhunderts. Als Solist tritt er mit seiner Schwester Clara Frühstück am Klavier auf. Seine künstlerischen Projekte führten Clemens Frühstück als Solist und Kammermusiker zu zahlreichen internationalen Konzerten (Japan, China, Frankreich, Italien, Ungarn, Kroatien, Bosnien, Albanien) sowie zu grossen Festivals der Neuen Musik (Steirischer Herbst, Musikprotokoll, Wien Modern, Musikbiennale Zagreb).

KARIN IVANCSICS

Ivancsics 5

 

 

 

 

geboren 1962 in St.Michael/Burgenland, aufgewachsen in Deutsch Jahrndorf. Studium der Germanistik, Romanistik, Publizistik in Wien. Seit 1994 freie Schriftstellerin, schreibt Lyrik, Erzählungen, Romane, Theaterstücke und Essays. Sie lebt in Wien und im Burgenland.

Tätigkeiten (Auswahl): Organisation und Programmgestaltung von Literaturveranstaltungen: alljährlich In Memoriam – SchriftstellerInnen lesen Texte verstorbener KollegInnen im Literaturhaus Wien für die Grazer Autorinnen Autorenversammlung; Literarische Grenzgänge Kittsee (Zweisprachige Lesereihe); Workshops an ungarischen Hochschulen; Sommerakademie Zakynthos;  2013/14/15 Künstlerische Leiterin der Sommerakademie Kittsee.

Auszeichnungen und Stipendien (Auswahl): Aufenthaltsstipendium des Senats im Literarischen Colloquium Berlin, Hertha-Kräftner-Preis (gemeinsam mit Andreas Okopenko), Erster Preis für Bühnenstücke des Landes Burgenland (2001), Literaturpreis des Landes Burgenland (2004), Wiener Autorenstipendium, Österreichisches Staatsstipendium, 2015/16 Projektstipendium des BKA, 2017/18 Stipendium der Literar Mechana.

Publikationen (Auswahl): 1989 Frühstücke, Kurzgeschichten, Wiener Frauenverlag; 1990 Panik, Novelle, Fama Verlag; 1995 Durst!, Wiener Frauenverlag; 1996 Aufzeichnungen einer Blumendiebin; 1999 Wanda wartet, Ein Triptychon, Ritter Verlag, Klagenfurt – Wien; 2005 Süß oder scharf, Ein Tag im Leben einer Taugenichtsin, Novelle; 2008 Anna hat zwei Tage, Vom Mutterglück und anderen Umständen, Erzählungen; 2011 Restplatzbörse, Roman, Bibliothek der Provinz, Weitra; 2015 Aus einem Strich die Landschaft, Essays, Edition Lex Liszt 12.

Mitglied des Literaturkreises Podium, Regionaldelegierte der Grazer Autorinnen Autorenversammlung Burgenland, Präsidiumsmitglied der Erich Fried-Gesellschaft. 

ANREISE:

Schattendorf erreichen Sie von Wien aus mit dem Auto am besten über die A3. Mit der Bahn von Wien aus Richtung Deutschkreutz (Station Baumgarten/Schattendorf) ca eine Stunde Fahrt und 20 min Gehzeit.

GASTRONOMIE und MUSEUM:

Einige gemütliche Gasthäuser (der Landgasthof Grafl in der Mattersburger Straße 2, Johann Reichl am Kräftenweg 2 und der Sonnenhof in der Fabriksgasse 35) erwarten Sie!

Schattendorf hat sich im Zusammenhang mit dem Wiener Justizpalastbrand 1927 ins historische Gedächtnis Österreichs eingebrannt, da die „Schattendorfer Schüsse“ unmittelbare Auslöser für dieses Ereignis waren. In der sehenswerten „Schuhmühle“, einer prächtig renovierten Getreidemühle, die heute als Museum und Kulturzentrum dient, finden Sie eine Dokumentation dieses Vorfalls (Am Tauscherbach 1, Samstag geöffnet von 9 – 12 Uhr).

Fotos: © Bilder der Veranstaltung am 7.4.2018 Dirk Simonsen und Paul Ritter (2), Katharina Fink (ehemaliges Gasthaus Jakob Grafl)

Beitragsbild: © Tone Fink Zeichnung 09/010 o.T. (Ausschnitt)

 

 

 

 

 

Portrait der Steinbildhauerin Anna Kubach-Wilmsen

„Das Meer ist blau, in Wirklichkeit spiegelt es nur das Blau des Himmels. Der Himmel ist blau, in der Realität spiegelt er nur das Blau der Erdentiefe und des Universums. Blauer Granit ist wirklich blau.“ Kubach-Wilmsen

 

Bad Münster am Stein

Mein Besuch am 1. Dezember 2017 galt der Steinbildhauerin Anna Kubach-Wilmsen in ihrem Domizil in Bad Münster am Stein, einem traditionellen Kurort in Rheinland-Pfalz. Die kleine Stadt liegt am Fuße der Ebernburg im deutsch-französischen Grenzland, umrahmt von Wäldern und Weinbergen, sowie von den Felsmassiven des Rheingrafenstein und des Rotenfels an der Nahe. Seit 1965 lebt und arbeitet Anna Kubach-Wilmsen hier – bis zum Tod ihres Mannes Wolfgang Kubach 2007 zusammen mit ihm. 1998 begannen sie mit der Planung eines Steinskulpturenmuseums mit Park, das schließlich 2010 eröffnet wurde: die Fondation Kubach-Wilmsen http://www.fondation-kubach-wilmsen.de

Die Beschäftigung mit den Bildhauerinnen, die in den 1960er und -70er Jahren in St. Margarethen im Burgenland an den Internationalen Bildhauersymposien teilgenommen hatten, verlockte mich zu einem Besuch der immer noch überaus aktiven Künstlerin. Es war mir ein Anliegen, über meine Arbeit an einem literarischen Text – einer Collage aus Fiktion und Dokumentation – hinauszugehen und mehr über die Realität zu erfahren.

Ab 1972 verbrachte Anna Kubach-Wilmsen zusammen mit ihrem Mann und künstlerischen Partner Wolfgang Kubach einige Sommer im Bildhauerhaus in St. Margarethen. Gemeinsam mit rund fünfzehn anderen Bildhauer_innen arbeiteten sie auf Einladung und nach einer Idee von Karl Prantl am „Stephansplatz-Projekt“ mit. Hierbei ging es um die Neugestaltung des Platzes rund um den berühmten Wiener Dom mittels Steinplatten aufgelassener Gräber aus dem Altsteinlager der Stadt Wien. Das internationale Künstlerkollektiv bestand unter anderen aus Hiromi Akiyama, Maria Biljan-Bilger, Makoto Fujiwara, Hannes Haslecker, Leo Kornbrust, Milena Lah, Wolfgang Laib, Janez Lenassi, Gero Müller-Goldegg, Franz Xaver Ölzant, Paul Schneider und Ebina Shigeharu (siehe auch http://www.bildhauerhaus.at/geschichte/kuenstlerinnen.html). Dieses Projekt hatte Potential für die Ewigkeit und scheiterte doch vorzeitig. Nichts desto trotz war die Zusammenarbeit mit Karl Prantl, die sich über Jahre fortsetzte, für Kubach-Wilmsen ein wichtiger Teil ihrer eigenen künstlerischen Entwicklung, da sie ein tiefgehender, meditativer Zugang zur Materie Stein einte.

Klagemauer

Klagemauer 1978-84

Bei meinem Besuch Anfang Dezember ist es klirrend kalt, erster Schnee kündigt sich an und ein scharfer Wind weht über den Skulpturenpark. Dennoch lässt es sich Frau Kubach-Wilmsen nicht nehmen, mich aufs Wärmste zu empfangen und mir einige der Skulpturen im Park zu zeigen und mich persönlich durch das Museum zu führen. Das Skulpturenmuseum, das der japanische Architekt Tadao Ando mit großem Sinn für Ästhetik vor die im Gegenüber aufragende Wand des Rotenfels setzte, beherbergt einen Großteil des Lebenswerks der Bildhauerpaars Kubach-Wilmsen. Hierfür wurde ein regionaltypisches Fachwerkhaus in seiner Struktur erhalten, die ursprünglich gemauerten Flächen wurden verglast, wodurch viel Licht auf die Kunstwerke fällt und eine große Luftigkeit entsteht. Vor dem Gebäude liegen zwischen Wasser und Kies steinerne Gebilde, umfriedet von einer durchbrochenen Mauer aus schmucklosem Beton, die Leichtigkeit suggeriert und den Blick der Besucher auf die vielen Skulpturen konzentriert. Ein Leben lang arbeitete das Paar in enger Gemeinsamkeit an diesen Werken.

Wolfgang Kubach begann als Maler an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er Anna Wilmsen kennenlernte, die dort 1959 ihr Studium der Bildhauerei aufnahm. Sie heirateten 1962, bekamen vier Kinder und ließen nicht davon ab, sich forthin der Steinbildhauerei zu widmen. Bei einem ersten Auftrag, den Anna Wilmsen – als Meisterschülerin von Josef Henselmann – für die Gestaltung eines Altars bekam, fanden die beiden als Team zueinander. „Wir waren ja zwei smarte Studenten mit so feinen, langen Fingern und dachten, wir wären schon Künstler …“ erzählt Anna Kubach-Wilmsen lachend bei der Erinnerung an ihre Anfänge. Die schwere Arbeit am Stein, die Verhandlung mit Steinbruchbesitzern, den Umgang mit großen Geldsummen für wertvolle Steine – all das musste erst einmal erfahren und gelernt werden, auch wenn man sich schon an vielen Entwürfen und anderen Materialien während des Studiums erprobt hatte. Auch die Hilfsbereitschaft von kräftigen und praktischer veranlagten Steinbrucharbeitern, die die jungen Studenten mitleidig beobachtet hatten, lernten die beiden zu schätzen. Im Austausch gegen einige Kisten Bier halfen diese tatkräftig mit, wenn es darum ging, erst einmal die Grundform frei zu schlagen. Mit der Anschaffung von teurem Werkzeug, der Organisation von Winden, Kränen und Lastwägen für die Steintransporte fanden die beiden „68er“ erst nach und nach Eingang in die Welt der Steinbildhauerei. „Wir dachten ja wie alle Studenten damals, dass alle Großunternehmer bloß Halsabschneider wären! Aber von wegen: Das waren die Steinbruchbesitzer, die uns überhaupt auf den Weg gebracht haben!“ Der Stein wurde bald zur Leidenschaft: „Es war nie Material für uns, sondern Materie.“ In Bayern, in der wunderbaren Landschaft mit Blick auf die Alpen ging es nicht nur darum, eine im Geiste erdachte Form aus dem Steinblock zu hauen. Die jungen Leute fühlten und tasteten nach dem, was der Stein nur langsam freigab und offenbarte: seine ganz individuelle Geschichte und somit auch die Geschichte der Erde schlechthin.

Steinkokons

Steinkokons 2011/12

Später sollte das Paar um die halbe Welt – immer auf der Suche nach dem richtigen Stein – reisen, brachte Steine aus einem im Urwald versteckten Steinbruch in Brasilien mit oder kaufte diese auf Steinmessen: „Der millionenfache Schleifgang, Stein um Stein, hinterließ in der Ebene Brasiliens überdimensionale trockene Flusstäler mit geschliffenen Steinen. An der Oberfläche lagern die Findlinge frei, in der Tiefe sind sie eingebunden in ein neues Sediment, härter als Granit. Schon Darwin hat in seinen Reisenotizen die ungewöhnlichen Steinvorkommen im Inneren des Landes beschrieben. Er bezeichnete diese als Steinflüsse in der Landschaft. Noch ahnte er nicht, was in der Tiefe der Steinflüsse entstanden war, ein Konglomerat aus ganz Süd-Amerika.“ (Zitat aus dem Katalog „Steinkokon“ von A K-W) Heute liegen Steine aus aller Welt behauen und geschliffen auf der heimatlichen Pfälzer Erde, als Kokons, in denen unser aller Urzeit eingeschlossen ist, als Steinbücher, in denen die Erdgeschichte zu lesen ist, und als Tore und Brücken zu anderen Erdteilen.

In den nachfolgend zitierten Gesprächsauszügen erzählt Anna Kubach-Wilmsen auf meine Bitte von ihren Anfängen, um etwas von der Stimmung der Zeit und ihrer Motivation für ihren Beruf nachzuspüren.

Anna Kubach-Wilmsen und Beatrice Simonsen

WIE FRAU BILDHAUERIN WIRD

Beatrice Simonsen: Wie waren denn Ihre Anfänge als Bildhauerin in den 1960er Jahren? Sie begannen ja Ihr Studium 1959 an der Akademie der Bildenden Künste in München … 

Anna Kubach-Wilmsen: Wir waren ungefähr 54 Studenten und fünf davon waren Frauen. Es gab da einmal so eine Diskussion unter den Studenten, warum der Professor – es war Josef Henselmann – denn diese Frauen in die Klasse aufgenommen hätte. Da sagte er: „Na damit ihr was zu heiraten habt!“ (Sie lacht.) Das war die Situation der Frau damals in München. Und später hat er mich zu seiner Meisterschülerin gemacht.

Und Sie haben wirklich einen der Kollegen geheiratet!

Ja, aber der war kein Bildhauer, er war Maler. (Sie lacht.) Er war gar nicht in unserer Klasse, aber er kam immer zu uns. Schließlich hat der Professor so ein bisschen geguckt und gefragt, was er denn hier täte? Er sagte: „Arbeiten!“ Und der Professor darauf: „Gut, dann machen Sie mal so weiter.“ Also er hat nie gesagt: „Sie gehören nicht hierher.“ Der hat das positiv gesehen, dass wir beide miteinander arbeiteten.
Ich bekam dann mein eigenes Meisterschüleratelier – ich hab wirklich viel gearbeitet, das musste ich zuhause am Bauernhof (Anm: Anna Kubach-Wilmsen stammt aus dem Kreis Kleve am unteren Niederrhein) ja auch – und das hat den Professor gefreut. Ich weiß noch, es war an einem Samstag um acht Uhr morgens, als er kam und von seinen Studenten vielleicht nur drei oder fünf anwesend waren. Da hat er uns angeschrien: „Ja wollt ihr denn Beamte werden?“ – so ungefähr – „Ein Bildhauer, der muss Tag und Nacht arbeiten! Aber das hier ist ein Bankrott! Aus euch wird nie was. Bildhauer, Künstler sein bedeutet 99 % Fleiß und 1 % Begabung.“ Dann lief er davon und wir standen da: 99 % Fleiß und 1 % Begabung! (Sie lacht.) Wir waren erschüttert! Aber es war komisch, wir konnten das den anderen dann gar nicht so richtig sagen. Als die Klasse wieder halbwegs gefüllt war, erzählten wir es wohl, aber die dachten natürlich: „Was wollen die denn, wovon reden die überhaupt? Samstag, Sonntag fährt man doch in die Berge …“

Und wie sehen Sie das heute? Hat er recht gehabt?

Also ich muss sagen, ohne Fleiß im Steinbildhauerberuf fallen Sie durch’s Sieb. Das geht nicht. Der Beruf ist so arbeitsintensiv, dass sogar das PR darunter leidet. Das war bei Karl Prantl doch anders, weil er immer seine Frau Uta hatte, die ihm den Rücken frei hielt. Aber wir zwei, Wolfgang und ich, wir haben geschuftet wie am Ende der Welt. Die Pfälzer waren ohnehin immer das ärmste Volk in Deutschland. Wir mussten uns immer zu den Ostländern zählen. Als ich in den 1960ern hierher kam, da haben die Leute ihren Wein alle selbst getrunken. Wein in der Flasche, das gab’s ja nicht! Erst Elmar Pieroth (Anm.: 1934 in Bad Kreuznach geboren, entwickelte ein Direktvertriebssystem im elterlichen Weinbaubetrieb, das er auf ganz Deutschland ausweitete) hat den Wein hier stark gemacht. Sein Bruder hat dann die „Naheweinstraße“ begründet und alle Bauern haben ihren Wein in Flaschen abgefüllt – und plötzlich hat man den Wein aus unserer Region auch in München getrunken. Heute ist das zwar nur eine kleine Anbaufläche, aber es gibt doch Leute, die den Nahewein schätzen, weil er viele Mineralien vom Stein enthält.

Hat das Material Stein Sie schon immer interessiert? Ich war bei meiner Recherche über Steinbildhauerinnen so beeindruckt, dass es Frauen gab, die es so kurz nach dem Krieg wagten, Kunst und Bildhauerei zu studieren – die männliche Domäne schlechthin …

Also die Vorgeschichte ist, dass ich sieben Brüder habe und auf einem Bauernhof aufgewachsen bin – von meinen Brüdern sind fünf Bauern geworden, einer Priester und einer Arzt – das war eine totale Männerwirtschaft. Wir mussten zum Beispiel jeden Sonntag mit unserem Vater über alle Felder laufen und dabei wurde diskutiert, was mit den Feldern geschehen soll. An einem Sonntag, da geht mein Vater so ein Stück in den Acker rein, nimmt einen Stein raus – es war im Frühjahr und das Korn war niedrig und da guckte der so raus – und legte diesen Stein in die Karrenspur. Die Karren hatten damals diese großen Holzräder mit Metallreifen drumherum, die machten tiefe Rillen in die Erde. Und wie er den so reinlegte, dachte ich: „Wenn da nur ein Karren drübergeht, dann ist der ganze schöne Stein kaputt.“ Aber ich sagte nichts, ich hab geschwiegen. Plötzlich sagte einer von meinen Brüdern: „Vater, warum hast du den Stein aus dem Acker genommen?“ Und da sagte er: „Wo der Stein liegt, wächst kein Korn. Aber hier im Weg gibt er unserem Wagen Halt.“ Und ich dachte: „Also sowas!“ – wir waren relativ reich und hatten einen großen Hof – „Wie kann man so viel Land und Erde haben und es darf nicht ein Stein im Acker liegen!“ Und ich weiß, dass ich da Partei für den Stein ergriffen habe. Sonst nie, nur das eine Mal als ich diese „Barocktafel“ bekam. (Anm.: an anderer Stelle erzählte Frau Kubach-Wilmsen sehr rührend von ihrer Schulschiefertafel, die sie mitten im Krieg im Übermut zerbrochen hat. Ihre Mutter musste daraufhin beim Dachdecker einen Ersatz suchen – eine dicke Dachschieferplatte.)

Was hat denn Ihre Familie dazu gesagt, dass Sie Künstlerin werden wollten?

Meine Eltern starben relativ schnell nach meinem Abitur. Mein Vater hinterließ nach einem Herzversagen den Hof und meine Mutter sagte: „Du kannst jetzt nicht weiter studieren, du musst die Aussteuer für die Söhne vorbereiten, weil ich werde sterben.“ Meine Eltern liebten sich sehr und sagten immer: „Wenn einer von uns stirbt, dann holt er den anderen nach.“ Ich hatte bisher in Münster in Westfalen Kunstgeschichte studiert, damit musste ich aufhören und mit meiner Mutter zusammen die Aussteuer der sieben Söhne machen. Das waren ganze Schränke voll mit Bettlaken und Handtüchern und was es alles so gab. Das musste alles bestickt werden. Und kochen musste ich auch lernen! Mein Gott. Ich war ja neun Jahre im Internat gewesen. Damit ich unter Mädchen kam, haben mich meine Eltern in ein Mädchenpensionat geschickt. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens! (Sie lacht.) Da landete ich zwischen lauter kichernden Mädchen. Und wenn sie im Turnunterricht weit springen mussten, dann liefen sie an, blieben aber plötzlich wieder stehen … also sowas! (Sie lacht.) Ich konnte das alles überhaupt nicht verstehen. Aber nach neun Jahren war ich doch auch ein Mädchen geworden.

Und die Brüder waren mit dem Kunststudium einverstanden?

Die fragten immer: „Wann machst du denn endlich dein Examen?“ Ich hatte ihnen gar nicht gesagt, dass ich freie Bildhauerei studiere, ich sollte ja Kunsterzieherin werden. Aber irgendwann sagte ich es doch – ach du Schreck! Und dann kam noch die Hochzeit mit auch so einem Künstler! (Sie lacht.) Es war eine große Hochzeit auf unserem niederrheinischen Hof und die Brüder sagten beim Verabschieden: „Das sagen wir euch: Ein Butterbrot kriegt ihr noch, wenn ihr zu uns kommt, aber mehr könnt ihr nicht erwarten!“ (Sie lacht). Ja, der Niederrhein.

Wie war das später: Sie haben an vielen Bildhauersymposien teilgenommen und haben auch welche veranstaltet, zum Beispiel in Rom. Was bedeutete das für Sie?

Von 1970 bis 1985 waren wir jährlich bei Symposien. Das war sehr wichtig, weil der Kollege – der andere Bildhauer – der hat einen ziemlich sauberen Blick. Der Kunstkritiker, der sieht ein Werk von einer anderen Warte. Er hat natürlich auch seinen Einfluss, aber der Bildhauerkollege merkt sofort, wenn etwas schiefgeht. Und das war in unserer Situation, die wir hier in Bad Münster hatten, wichtig. Der einzige Kritiker, den wir hier hatten, war das Licht. Wenn wir da vorne auf dem Platz vor dem Haus unsere Steine behauen haben, waren wir abends oft selig und dachten: „Oh, jetzt haben wir’s aber bald geschafft.“ Kommen wir morgens hin, steht die Sonne auf der anderen Seite, sagten wir: „Was haben wir da für ein hässliches Entlein geboren!“ Und es fing alles wieder von Neuem an, wenn einfach die Form verzogen war oder was auch immer. Das Licht war das Einzige, was wir hatten, das uns zeigte, ob es richtig war.

Einladung 80. Geburtstag Anna Frontseite

Weiterführende Lektüre:

Anna Kubach-Wilmsen: Steinkokon, Katalog des Steinskulpturenmuseums Bad Münster am Stein-Ebernburg, 2017

Claire Labye: Kubach-Wilmsen unterwegs zum Stein, Verlag Matthias Ess, Bad Kreuznach, 2014

Bernd Pastuschka, Hans Bergs (HG.): Tadao Ando – Steinskulpturenmuseum Fondation Kubach-Wilmsen, Dölling und Galitz Verlag, München-Hamburg, 2013

 

 

Seitwärts : [Poetologische Ortungen]

Die Autorin und freie Radiomacherin Wally Rettenbacher gestaltete eine poetische Sendung für Radio FRO 105,0 – Freier Rundfunk Oberösterreich über die Anthologie „Grenzräume – eine literarische Spurensuche im Burgenland“ (Hg. Beatrice Simonsen in der edition lex liszt12), in der das Grenzland Österreich/Ungarn aus verschiedensten Blickwinkeln betrachtet und reflektiert wird:

Seitwärts: Poetologische Ortungen

wally-zsuzsa

Zsuzsa Rakovszky, Wally Rettenbacher, Beatrice Simonsen an der burgenländisch-ungarischen Grenze

 

Sendung jetzt hören
Sendungstitel: Grenzräume: eine literarische Spurensuche im Burgenland

Gastautor*innen: Beatrice Simonsen, Herausgeberin des Buches, Balázs Both, Wolfgang Millendorfer (Einspielung), Zsuzsa Rakovszky.

Aufnahme, Sendungsgestaltung: Wally Rettenbacher.

!!!Fotos [online]: Ábel Both

In dieser „pannonischen Reflexion“ beschäftigen sich eingeladene Autorinnen und Autoren aus Österreich und Ungarn über die Grenzen hinweg in einer Art literarischen Bestandsaufnahme mit den unterschiedlichen Lebenswelten, Menschen, Ethnien und Sprachen, sowie mit verschiedenen Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Literatur, die diese Region prägten und prägen. Vervollständigt durch feinsinnige Landschafts- und Stimmungsbeschreibungen ergibt dieses Buch ein Zeitdokument erster Ordnung.

+++

Gemeinsam mit den Gastautoren und -autorinnen Balázs Both und Zsuzsa Rakovszky aus Sopron sowie Wolfgang Millendorfer aus Mattersburg (Einspielung), begaben wir uns mit Beatrice Simonsen entlang dieser geschichtsträchtigen Demarkationslinie auf einen poetologischen Streifzug durch, in und über die Zeit einer Region.

Die „Grenzräume“ wurden live aufgenommen am Sonntag, den 30. Oktober 2016 in Siegendorf (Interview mit Beatrice Simonsen im Gasthaus Sonnenstrahl), sowie an der österreichisch-ungarischen Grenze zwischen Sopron und St. Margarethen, am und um dem „Tor zur Freiheit“, das anlässlich des Falls des Eisernen Vorhanges im Jahr 1989 errichtet worden ist. Als Ergebnis dieses Streifzugs ist ein poetischer „Hörnimbus“ entstanden, ein grenzüberschreitendes Audiodokument begleitend zum Buch!

English Translation

Beatrice Simonsen’s book Grenzräume: eine literarische Spurensuche im Burgenland (edition lex liszt12) explores her native homeland of Burgenland – a borderland between Austria/Hungary – from differing views and differing perspectives.

In this „Pannonian reflection“, the invited authors from both Austria and Hungary engage in a kind of ‘literary bordering’ with the different worlds of lives, people, ethnicities, and languages as well as with various personalities from politics, art and literature who shape this region. Not to mention the great landscapes and mood descriptions!

In this program, Beatrice Simonsen, together with the guest authors Balázs Both and Zsuzsa Rakovszky from Sopron, and Wolfgang Millendorfer from Mattersburg, embark upon a poetological journey along this intriguing border region through, into and over historical timelines of demarcation.

The „border areas“ were recorded live on Sunday, 30th October 2016 in Siegendorf (the interview with Beatrice Simonsen taking place at the Gasthaus Sonnenstrahl) as well as on the Austro-Hungarian border between Sopron and St. Margarethen both at, and around, the Gate to Freedom. The result is a poetic höronimbus of the first order!

English Translation: Marcus D. Niski, 11/2016

+++

Musik:

Pristup – Burgenland

Pristup – Oj, Jelena

Kálmar Pál – Elmonadi jaj de nehez [it is difficult to tell]

Kálmar Pál – Szomoru vasarnap [gloomy sunday]

Vali Racz – Cserlnek magaval

Gábor Putnoky – Egyszer lattam a tengert

D´housemusi – Komisch Pannonisch

Németh Dénes – Hallgató Csárdás

Leningrad Cowboys – Those were the days

Jenö Takács – Sonata breve op 67

+++

Verlage/Editionen

„Grenzräume. Eine literarische Spurensuche. Beatrice Simonsen (Hg.). edition lex liszt12. Oberwart. 2015.

Reihe: die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik (Hg. von Jürgen Krätzer).Bd. 264, 61. Jahrgang. Wallstein-Verlag.Göttingen.2016.

Online Veröffentlichung der deutschen Übersetzung von Zsuzsa Rakovszky´s Gedicht mit freundlicher Genehmigung des Wallstein Verlages!

Zsuzsa Rakovszky „Címkék: nyár, Balaton, felejtés, olasz filmek – Stichworte: Sommer, Balaton, Vergessen, italienische Filme“. Übersetzung ins Deutsche Anne-Marie Kenessey.

Zsuzsa Rakovszky
Stichworte: Sommer, Balaton, Vergessen, italienische Filme

Augustsüße, der Geschmack von schmelzendem
Eis und Sommersonne in unserem Mund.
In Schlappen laufen wir herum, vor Hitze fahl
der Himmel, wie im eigenen Zimmer.
Das Leben endloser Urlaub,
ein Garten, wo jetzt und auf ewig Sommer ist,
vom Über-Ich mit dem Flammenschwert unbehütet – Musik
und das schlangenlose Eden sonnenglänzender Körper.

Eine mächtige Lavalampe, die Sonne brennt,
sinkt hinter die Bergkette des anderen Ufers.
Im Ferienheim der Kunstseidefabrik
am Pingpongtisch
ein kleiner Auflauf[1]. Rolling Stones wird gespielt
in der Bar, das Schilfrohr schwankt im Abendwind.
Die Neonreklame des Seehotels flammt.
Wir schlüpfen aus den schweren, nach Wasser riechenden Badeanzügen.

Fischgeruch. Mückenreiche Abenddämmerung.
Im TV-Zimmer brennt schon das Licht.
In der Ferne ein Knall. Hinter dem Horizont
wechselt die Kulisse. In den Gartenkinos
unter den Palmen eines anderen Lebens
blitzen die Schultern italienischer Filmsterne.
Rauch steigt auf. Neue Losungen werden an die Himmelstafeln
geschrieben: Vergessen, Leere, Leichtigkeit.

Die Armbanduhr knackt: jetzt wechselt das Zeitalter.
Etwas ist jetzt für immer vorbei.
Die Filmmusik ist endgültig verklungen.
Das metallische Zirpen der Grillen ertönt.
Glimmende Kippen, Sternschnuppen
zeichnen eine glühende Flugbahn an den Himmel.
Das Café Meerjungfrau wird eben geschlossen.
Die Nähe des Wassers ist zu spüren, im Dunkeln.

Aus dem Ungarischen von Anne-Marie Kenessey
[1] Anm.: Menschenauflauf

Címkék: nyár, Balaton, felejtés, olasz filmek
Augusztus édessége, olvadó
fagylalt és napsütés íze a szánkban.
Papucsban járkálunk hőtől fakó
égbolt alatt, akár saját szobánkban.
Az élet végtelen vakáció,
egy kert, ahol most és örökre nyár van,
s lángpallossal nem őrzi a felettes én – zene
és napsütötte testek kígyótlan édene.

Hatalmas lávalámpa, ég a nap,
a túlpart hegysora mögé alászáll.
A műselyemipari vállalat
üdülőjének pingpongasztalánál
kisebb tömeg. Rolling Stonest játszanak
a bárban, esti szellőben ing a nádszál.
A Tó Hotel neonreklámja lángol.
Kibújunk vízszagú, nehéz fürdőruhánkból.

Halszag. Szúnyogban gazdag alkonyat.
A tévészobában már ég a villany.
Távol dörej. Díszletet váltanak
a láthatár mögött. A kertmozikban
egy másik élet pálmái alatt
olasz filmcsillagok válla villan.
Füst száll. Új jelszavak íródnak épp az ég
tábláira: felejtés, üresség, könnyűség.

Karóra kattan: most vált korszakot.
Valaminek most van örökre vége.
A filmzene végleg elhallgatott.
Fölcsap a tücskök fémes csiriplése.
Parázsló csikkek, hullócsillagok
rajzolnak izzó röppályát az égre.
A Hableány presszóban zárnak éppen.
A víz közelségét érezni a sötétben.

+++

Die Autorinnen und Autoren:

Beatrice Simonsen lebt als Kulturveranstalterin, Autorin und Literaturkritikerin in Wien und im Burgenland. Literarische Veröffentlichungen in Anthologien (2016 in „Behaust. Menschen unter Dach im Burgenland“ hg. von Katharina Tiwald, in „Beherrschen Sie sich“ hg. von Elena Messner und Eva Schörkhuber). 2015 Herausgabe von „Grenzräume. Eine literarische Spurensuche im Burgenland“ (edition lex liszt 12), 2005 „Grenzräume. Eine literarische Landkarte Südtirols“ (Edition Raetia). Seit 2013 Konzeption und Organisation von Projekten für „Kunst und Literatur“.

Zsuzsa Rakovszky was born in Sopron and earned a teaching certificate in Hungarian and English from the University of Budapest. From 1975 to 1981, she worked as a librarian. She published two poetry collections: Jóslatok és határidők (Prophecies and Deadlines) in 1981 and Tovább egy házzal (One house up) in 1987. Rakovszky received the Attila József Prize in 1987. She has won numerous prizes as one is the Tibor Déry Prize and the (Robert) Graves Prize.
Rakovszky has translated works by a number of English and American poets into Hungarian. Aswell she published prolific publications in numerous anthologies.
Selected works:
Fehér-fekete (white-black), poems (1991), Egyirányú utca (One way street), poems (1998), A kigyó árnyéka, deutsche Veröffentlichung unter: [Im Schatten der Schlange] (2005)

Wolfgang Millendorfer wurde am 1. Oktober 1977 in Eisenstadt geboren und wuchs in Sigleß auf. Er studierte in Wien und lebt und arbeitet heute als Journalist und Autor in Mattersburg. Er wirkte an Theater- und Filmprojekten mit, ist Initiator verschiedenster Kunst-Events und Musik-Experimente und veröffentlichte unter anderem die Erzählbände Stammgäste (edition lex liszt 12, 2007) und Doppelgänger (edition lex liszt 12, 2011). Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt Burgenlandstiftung Theodor Kery 2012, der Burgenländische Literaturpreis 2011, das Aufenthalts-Stipendium des Landes Burgenland im Künstleratelier Paliano, Italien (April 2011). web: www.wolfgang-millendorfer.at

Balázs Both, geboren 1976 in Sopron. Zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften seit 1999 sowie in der Anthologie “Gedichte des Jahres”. Gedichtbände:Árnyéktalan pillanat (2005) (Ein Moment ohne Schatten), Látogatód jön (2010) (Der Besucher kommt), Ha nem marad kimondatlan (2013) (Wenn es ungesagt bliebe). Der Autor lebt in Sopron.

+++

wallyre 11/16

12.11.2016

Text: Wally Rettenbacher, Fotos: Ábel Both

SOUNDSPAZIERGANG

Wir laden Sie ein, mit Texten im Ohr über den Hügel von St. Margarethen im Burgenland zu spazieren!

Während eines Schreibworkshops im August 2014 entstanden im Bildhauerhaus Texte von acht Teilnehmer_innen, die zu einem SOUNDSPAZIERGANG montiert wurden.

Teilnehmer_Innen: Valerie Bosse, Simone Fuith, Cornelia Holzinger, Brigitta Höpler, Gisela Salcher, Andreas Schimanko, Beatrice Simonsen und Gerlinde Maria Wagner.
Leitung des Workshops und Textmontage: Eva Schörkhuber
Konzept und Organisation: Beatrice Simonsen

Hier der Link zum Download: 

SOUNDSPAZIERGANG ÜBER DEN HÜGEL VON ST. MARGARETHEN

25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs

Auf Spaziergängen und bei Führungen spürten die Teilnehmer_innen der Vergangenheit des Ortes nach. Die 25 Jahr Feier zum Fall des Eisernen Vorhangs stand im Mittelpunkt ebenso wie die Kunstwerke auf dem Hügel von St. Margarethen. Von 1959 bis 1978 entstanden jene Kunstwerke, die Sie heute noch auf dem Hügel sehen. An jedem der drei Nachmittage sprachen wir über ein spezielles Thema, allem voran über den Durchbruch des Eisernen Vorhangs vor 25 Jahren, als in St. Margarethen die BürgerInnen der ehemaligen DDR hier in den Westen flohen. Weitere Themen waren der Steinbruch, das Haus und die auf dem Hügel verstreuten Skulpturen. Danach wurden Texte verfasst, eingesprochen und „montiert“: Textcollagen, Sprachbilder und Erzählungen entstanden auf diese Weise.

Hier die Hörprobe: 

… und hier die Schreibgruppe:

IMG_0252

 

Der Workshop wurde von der Gemeinde St. Margarethen, der Kulturabteilung des Landes Burgenland und dem Bundeskanzleramt/Kunst unterstützt! Wir danken!

Nächster Schreibworkshop mit Brigitta Höpler vom 10. – 13. September 2015! Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

IMG_0210

Fotos: Brigitta Höpler