25. September GEMEINSAM UNTERWEGS

 

Auf dem Hügel von St. Margarethen mit Skulpturen von Milena Lah

LITERATUR RAUM im BILDHAUERHAUS St. Margarethen im Burgenland

Sonntag, 25. September 2016

GEMEINSAM UNTERWEGS im Rahmen von TAG DES DENKMALS

Beginn 15 Uhr

Führung durch das Bildhauerhaus und zu einigen Skulpturen mit SEBASTIAN PRANTL, Choreograph und Obmann des Vereins Symposion Europäischer Bildhauer

* Lesung Performance mit SUSANNE TOTH 

* Wanderlesung mit kollektiv roman

* Musikalische Lesung mit LUNA AL-MOUSLI und SALAH AMMO

Wir sind gemeinsam in der Welt unterwegs – von manchen bleibt keine Spur zurück, andere hinterlassen Denkmäler, Gedenksteine. St. Margarethen war ab 1960 ein Ort der Erprobung für Bildhauerinnen und Bildhauer, die über neue Formen der Steinbildkunst nachdachten. Die steinernen Zeichen auf dem Hügel von St. Margarethen geben Zeugnis davon. Nach der Führung von Sebastian Prantl – Sohn des Bildhauers Karl Prantl – in die Vergangenheit der Internationalen Bildhauersymposien laden uns die Darbietungen der eingeladenen Autor_innen in die aktuelle Welt der Literatur ein. Zu jeder Zeit geht es in der Kunst ebenso um Erinnerung wie um Erneuerung, Experiment und Zukunftsvision. Daher widmet sich Susanne Toth mit einem literarischen Performance-Text den steinernen Denkmälern, die Gruppe kollektiv roman nimmt uns mit auf eine experimentelle Reise in die freie Welt der Wissenschaft und die junge syrischstämmige Autorin Luna Al-Mousli führt uns – musikalisch begleitet vom syrisch-kurdischen Musiker und Komponisten Salah Ammo – an den Ort ihrer Kindheit nach Damaskus. Dies alles macht spürbar, dass wir Menschen gemeinsam in der Welt unterwegs sind – lassen Sie sich von Kunst und Literatur inspirieren! Mehr Informationen zu unseren Gästen finden Sie auf dieser Seite weiter unten.

Kostenbeitrag: 10 € für Erwachsene (inkl. 1 Glas Wein), 5 € für Jugendliche

Ein Bus-Shuttle bringt Sie zum Preis von 10 € von Wien nach St. Margarethen direkt zum Bildhauerhaus und zurück nach Wien. Abfahrt ist in Wien am Schwedenplatz um 13.45 Uhr (erreichbar mit U1 und U4), Rückfahrt um ca. 18.15 Uhr. Buchung der Busfahrt bei beatrice.simonsen@gmx.at bis spätestens 18. September oder unter Tel. 0660/486 11 57.

Anfahrt zum Bildhauerhaus: Ruster Straße nach dem letzten Kreisverkehr in St. Margarethen, Parkplatz linker Seite am Fuße des Hügels, dem Schild “Bildhauerhaus” folgen. Mehr Informationen zum Ort siehe www.bildhauerhaus.at

Informationen zu den Autor_innen und Künstler_innen:

Luna Al-Mousli

Luna Al-Mousli © Marie-Christine Gollner-Schmid

Luna Al-Mousli                       Foto © Marie-Christine Gollner-Schmid

geboren 1990 in Melk, aufgewachsen in Damaskus, lebt und arbeitet sie heute als Autorin und Grafik Designerin in Wien. Sie studierte Grafik Design an der Universität für Angewandte Kunst, „Eine Träne. Ein Lächeln“ ist ihre Abschlussarbeit. Als Schülerin war sie Stipendiatin des START-Stipendienprogramms und engagiert sich heute weiterhin im Bereich Bildung und Integration, wie beispielsweise im Projekt „TANMU – Lernhilfe für jugendliche Flüchtlinge“. Luna Al-Mousli: „Vierzehn Jahre meines Lebens verbrachte ich in einer der ältesten Städte der Welt – in Damaskus. Mit 44 Geschichten aus meiner Kindheit und Jugend gebe ich einen Einblick in das Leben dieser Stadt. Ich erinnere mich an Orte, die nicht mehr existieren, und an Menschen, die nicht mehr sind, wo sie einmal waren. Meine Familie ist über die Welt verstreut. Die aktuelle Lage in Syrien ist geprägt von Bürgerkrieg, Angst und Flüchtlingselend, es gibt so wenig Hoffnung, das Land je wieder aufbauen zu können. Inspiriert von Hakauwati, dem Erzähler, der das Leben mit seinen Geschichten verzaubert, verspürte ich den Drang, meinen Freunden in Europa Geschichten aus Damaskus zu erzählen. Sie sind zweisprachig: deutsch, da ich seit zehn Jahren in Wien lebe, und arabisch, da ich mein Buch mit meinen Verwandten in Damaskus teilen will.“ Die Autorin liest aus ihrem Buch „Eine Träne. Ein Lächeln. Meine Kindheit in Damaskus“, das 2015 bei Weissbooks erschienen ist.

Salah Ammo

Salah Ammo Foto © Shiar Ali

Salah Ammo                       Foto © Shiar Ali

Der syrisch kurdische Musiker begleitet Luna Al-Mousli bei ihrer Lesung im Bildhauerhaus. Salah Ammo lebt seit 2013 in Wien. 2014 war er im Finale des „Austrian World Music Award“ und sein Album ASSI (2014) wurde für die Bestenliste für den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ nominiert. Salah graduierte 2004 am Higher Institute of Music in Damaskus, Syrien. Er war und ist vielseitig tätig, als Bouzouk Spieler, ehemals als Musiklehrer an der Music academy Homs-Syria, als Komponist und Sänger, und hat an verschiedenen Musik Workshops und Konzerten sowohl in der Arabischen Welt als auch in Europa teilgenommen. Salah Ammo hat bisher drei Alben publiziert: 2010 “Morning Breeze” mit eigenen Kompositionen für Bouzouk, Stimme und begleitende Instrumente, 2011 “Places and Directions” für seine Band “Joussour” (‚Brücken‘) und 2014 “Assi – A Story of a Syrian River” mit dem österreichischen Percussionisten Peter Gabis.

www.salahammo.com

kollektiv roman : wollen schon

kollektiv roman wollen schon

kollektiv roman : wollen schon

 Natalie Deewan (Wien), Florian Haderer (Sarajevo), Heide Hammer (Wien), Alexandra König (London), Katja Langmaier (Wien), Sonja Mönkedieck (Hamburg), Fanny Müller-Uri (Wien), Veza Quinhones-Hall (Wien), Thomas Schmidinger (Wien), Eva Schörkhuber (Bratislava), Kurto Wendt (Wien).     11 AutorInnen schreiben dreieinhalb Jahre lang einen Kollektivroman: „Wer lässt sich schon auf eine Wette mit einem Toten ein? Wer stellt das eigene Leben für drei Jahre auf den Kopf, um kollektiv zu arbeiten? Und was werden die Nachbar_innen denken? Zehn Personen reisen an. Verstrickungen und Differenzen, Ressentiments und Fantasien reisen mit.“ Die Figuren arbeiten sich in ihren Anreise- und Entscheidungsgeschichten an einer Einladung ab, für drei Jahre an einem Freien Institut zu leben und zu arbeiten. Der Gastgeberin Hannah kam das Geld für die Finanzierung dieses Vorhabens aus der Wette mit einem Toten zu. Freie Wissenschaft sei für die heutige Forscher*innen-Generation doch nur „… ein Propaganda-Begriff. Eine leere Hülse !“ Die Fantasien von Unabhängigkeit und Kollektivität sollten so unter zumindest ökonomisch freien Bedingungen einem Praxistest unterzogen werden. Einige der 11 AutorInnen lesen aus dem 2016 im Zaglossus Verlag erschienenen Roman „wollen schon“.
https://www.facebook.com/profile.php?id=100011044870557 

https://vimeo.com/kollektivroman
Eine Wanderlesung: „Die winzige Figur legt den Leergang ein. Sie fährt eine Runde. Unterwegs steigen diverse Passanten, Passantinnen zu. Ungefragt wollen sie mit, wohin auch immer die Reise geht. Die Figur, beschenkt mit frischer Leerzeit, schneidet ein Stück davon ab. Da hast du. Das spricht sich natürlich herum.“


Sebastian Prantl

Sebastian Prantl

Sebastian Prantl

 ist Choreograph und Obmann des Symposion Europäischer Bildhauer (SEB). Der Choreograph und Tänzer Sebastian Prantl ist vielschichtig engagiert. Basierend auf einer langjährigen, internationalen Bühnenerfahrung, exemplarischer Performancepraxis und theoretischem Unterricht an universitären Einrichtungen widmet er sich nun auch seit 2011 der Symposions Idee seines Vaters, des Bildhauers Karl Prantl.
www.bildhauerhaus.at

Mittels eines erweiterten Choreographie Begriffes (über Produktion und Präsentation hinausgreifend) untersucht er grundlegende Bewegungsstrukturen im Lebenszusam-menhang und widmet sich der Wissensproduktion von Kulturtechniken (Körper, Geist & Natur). Er stimuliert den Austausch von internationaler Expertise über einzelne Disziplinen hinweg und kreiert gemeinsam mit seiner Frau, der aus Taiwan stammenden Konzertpianistin Cecilia Li, besondere Foren (International ChoreoLab Austria im Bildhauerhaus St. Margarethen und im Tanzatelier Wien), die neue Synergien entwickeln. Basierend auf den individuellen, transkulturellen Herangehensweisen von ProtagonistInnen verbindet er Tanz & Musik, Sprache & Schrift (Friederike Mayröcker), Architektur & Bauen, Gärtnern & Ernährung…

Das Tanz Atelier Wien (TAW) www.tanzatelierwien.at dient seit 1988 der Projekt-entwicklung und fungiert als Office und ‚CityLab’. Als Außenraum ‚CountryLab’ dazu, steht der Kunst- und Naturraum des Symposion Europäischer Bildhauer (SEB) in St. Margarethen/ Bgld. und dessen Vereinssitz, das exemplarische Bildhauerhaus. Diesen besonderen Ort als immateriellen, universalen Denk- und Aktionsraum für kunstbasierte Forschung weiter zu gestalten, ist Auftrag und Vermächtnis zugleich. Eine Vielzahl an skulpturalen Zeichen, Spuren und Land-Art Manifestationen sind am Hügel von St. Margarethen ablesbar und werden immer wieder neu entdeckt und interpretiert.

Susanne Toth

Susanne Toth ©ris haderer

Susanne Toth                         Foto ©ris haderer

  geboren im Burgenland, lebt und arbeitet seit 1982 in Wien. Poetin, Prosaschreiberin, Sprecherin. Zuvor viele andere Berufe. Seit 1999 zahlreiche Lesungen und Text-Performances (mit improvisierter Musik) im In- und Ausland. Schreibt und publiziert in deutscher und englischer Sprache. Mitglied der Grazer Autorinnen Autoren Versammlung und der IG Autorinnen Autoren. Zuletzt erschienene Texte: in: „BEHAUST. Menschen unter Dach im Burgenland“ (Anthologie, Hg. Katharina Tiwald, Edition Marlit, 2016). Weiters in: „denk•mal“ – [kunstwerk] krastal – Katalog des 48. Internationalen Bildhauersymposions 2015 (Wien 2016) • „gebrauchs/gut. OBERFLÄCHE.“ Buch & Hörbuch, Editon lex liszt12, 2008/2012 • aktuelle Hörbeispiele auf: susannetoth.wordpress.com/category/hoerbeispiele/

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ON THE ROAD MIT KRISHNA

die finger der sonne
ergreifen die berge

wie viel denk
mal braucht ein leben

der süsse tau
benetzt mir flügel

wie viel denk
mal kann es geben

die tore des himmels
liegen offen

wie viel denk
mal schafft das hoffen

EIN PERFORMANCE-TEXT FÜRS FREIE

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© Susanne Toth

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Diese Veranstaltung wird vom Bundeskanzleramt – Sektion Kunst, der Gemeinde St. Margarethen und der Kulturabteilung des Landes Burgenland gefördert. Sponsor: Energie Burgenland.

Kooperationen: Grazer Autorinnen Autorenversammlung, Symposion Europäischer Bildhauer, www.tagdesdenkmals.at

Beitragsfoto (© Dirk Simonsen): Skulptur von Krishna Reddy (1962)
Foto oben (© Dirk Simonsen): Skulpturen von Milena Lah (1971) auf dem Hügel von St. Margarethen