September Nachlese

LITERATUR RAUM im BILDHAUERHAUS

Sonntag 13. September 2015 in St. Margarethen im Burgenland 

Die Japanische Linie

Lesungen mit Franz Dodel, Petra Ganglbauer und Martin Kubaczek

Musik: Elias Sejun Kim

Fluss ohne Wasser 1970

Das sechste Programm von „Kunst und Literatur“ im Bildhauerhaus führte zur „Japanischen Linie“, dem ersten Beispiel von Land Art in Österreich. 1970 schufen die fünf japanischen Künstler Makoto Fujiwara, Makio Yamaguchi, Tetsuzo Yamamoto, Takao Hirose und Satoru Shoji im Rahmen der von Karl Prantl initiierten Internationalen Bildhauersymposien eine „Rinne“, die in einer Länge von 300 Metern in mehrfachen Unterbrechungen vom Grund des Steinbruchs, über eine Wand und weiter über den Hügel von St. Margarethen führt. Die damals noch junge Kunstgattung Land Art war ein politisches Statement, das der „Konsumierbarkeit“ bzw. der Käuflichkeit von Kunst entgegenwirken wollte. Vor allem aber ging es den Künstlern darum, den Symposionsgedanken zu leben: „Die Gestaltung unseres Werkes möge den umgebenden Raum und die Natur nicht zerteilen. Ineindandergreifende Hände – Raum – Natur – Gestaltung. Das zu erreichen, das Zueinanderfinden im Gespräch, ist unser Anliegen.“ (Satoru Shoji)

In einer lehrreichen Führung über die Vergangenheit des Römersteinbruchs geleitete Dir.Alexander Wind aus St. Margarethen das Publikum bis zu den Überresten der „Japanischen Linie“, die heute zum Teil verschüttet ist. Im Anschluss standen die Lesungen der Autoren im Bildhauerhaus im Mittelpunkt. In einem nur durch die einfühlsamen Impromptus des Geigers Elias Sejun Kim unterbrochenen Fluss wurden die Texte von Petra Ganglbauer, Martin Kubaczek und Franz Dodel zu Gehör gebracht, sodass sich das Publikum dem konzentrierten Hören hingeben konnte. Danach bot das Bildhauerhaus wie immer den geeigneten Rahmen für ein kleines „Symposion“ im Sinne eines Gastmahls, bei dem Autoren und Publikum in lebendigem Austausch zueinander fanden. Mehr Informationen über dieses Programm.

Eine Kooperation von „Kunst und Literatur“ mit der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und dem Symposion Europäischer Bildhauer. Wir danken für die freundliche Unterstützung: der Gemeinde St. Margarethen, Pro Helvetia / Schweizer Kulturstiftung, der Kulturabteilung des Landes Burgenland sowie dem Bundeskanzleramt / Sektion Kunst.

Idee/Konzept/Organisation: Beatrice Simonsen für Kunst und Literatur

Fotos: Dirk Simonsen und Makoto Fujiwara: Japanische Linie 1970