Nachlese April 2014 Literatur Raum im Bildhauerhaus

Fotogalerie: Dirk Simonsen

Sonntag, den 6.April 2014 wurde die Veranstaltungsreihe mit dem dritten LITERATUR RAUM im BILDHAUERHAUS fortgesetzt. FRIEDRICH ACHLEITNER, KLAUS-JÜRGEN BAUER und KARIN IVANCSICS waren diesmal im frühlingshaften Ambiente am Hügel von St. Margarethen zu Gast.

Seit Herbst 2013 steht das von Johann Georg Gsteu entworfene Bildhauerhaus unter Denkmalschutz. Friedrich Achleitner stellte hier sein neues Buch „Den Toten eine Blume. Die Denkmäler von Bogdan Bogdanovic“ vor. Zwischen den dem Surrealismus verpflichteten Gedenkstätten im ehemaligen Jugoslawien und dem spartanischen Bauwerk des Bildhauerhauses im Burgenland, das nach wie vor zeitlose Modernität zeigt, wurde ein Bogen geschlagen. Mit großer Spannung folgten die Gäste dem Altmeister der Architekturtheorie Friedrich Achleitner auf einer imaginären Reise zu den Denkmälern des bedeutenden Architekten und Stadttheoretikers Bogdanovic, der ab 1993 im Exil in Wien lebte. Die Lebhaftigkeit, mit der Achleitner das Werk des befreundeten Künstlers vorstellte, entfachte in vielen den Wunsch, die Bauwerke selbst zu besuchen.

Lebhaft setzte sich auch die Schriftstellerin Karin Ivancsics mit der Avantgarde der 1960er Jahre auseinander. Die Vergangenheit der Bildhauersymposien und Zitate des Begründers Karl Prantl inspirierten sie zu einer ebenso poetischen wie engagierten Erzählung, die sie eigens für diesen Anlass im Literatur Raum im Bildhauerhaus schrieb. Der Text kritisierte einerseits die eingeschränkten Möglichkeiten der Kreativen im Burgenland, gab andererseits aber auch die eigene künstlerische Inspiration an das Publikum weiter. Dieses konnte sich von der Vielseitigkeit der Autorin, die in Wien und im Dreiländereck des nördlichen Burgenlandes lebt, überzeugen.

Zum Abschluss erläuterte der Architekt und Kurator des Architektur Raumburgenland Klaus-Jürgen Bauer das Bauwerk Bildhauerhaus. Er führte die Erinnerungen von Friedrich Achleitner und die spontane Ergänzung von Uta Peyrer-Prantl zur Entstehungsgeschichte des Hauses in einem eleganten Schlusswort zusammen. Insgesamt ein Nachmittag mit vielen Informationen zu einer schützenswerten kunsthistorischen Stätte im Burgenland und ein „historisches“ Ereignis durch die Wiederkehr eines Freundes und Zeitgenossen von Karl Prantl und Johann Georg Gsteu. Friedrich Achleitner ist inzwischen sowohl in der Literatur- als auch in der Architekturgeschichte als eine Ikone anzusehen. Der starke Zustrom der Gäste zeugte davon, dass man sich dessen durchaus bewusst war.

Herzlichen Dank
Sebastian Prantl für die Kooperation mit dem Symposion Europäischer Bildhauer
Heinz Gerbl und Klaus-Jürgen Bauer für die Kooperation mit dem Architektur Raumburgenland
Hannes Hochmeister für die Lesung aus dem Buch von F. Achleitner
David Baum für die technische Begleitung
Sabine Krenmayr-Wagner für die.mobile.buchhandlung und
Valerie Bosse für die Zusammenarbeit.

Förderer: Gemeinde St. Margarethen
Sponsoren: Energie Burgenland, Hypo Bank Burgenland, Bauunternehmen Waha
Medienpartner: Architektur & Bauforum und Quer

Idee/Konzept/Organisation: Beatrice Simonsen für Kunst und Literatur